Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Fragen und Antworten Privater Wohnraum für Flüchtlinge

Die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen ist primär eine staatliche Aufgabe. Hier finden Sie als Besitzer von Wohnraum (Zimmer, Wohnung, Haus) Informationen zu den Möglichkeiten für die private Unterbringung von Flüchtlingen.

Privater Wohnraum Unterbringung Flüchtlinge Zuwanderer Hamburg

Bedingungen für die private Unterbringung

Für die private Unterbringung gelten folgende Bedingungen:

Wenn Sie aus humanitären Gründen helfen möchten

  • ist dies auf freiwilliger Basis möglich,
  • ist zum Gelingen der Integration eine zeitlich unbegrenzte Unterbringung notwendig,
  • schließen Sie als Vermieter einen Mietvertrag auf privatrechtlicher Basis mit den Flüchtlingen als Mieter ab. Rechte und Pflichten aus dem Mietvertrag gelten nur für die Vertragsparteien
  • es entsteht kein Vertragsverhältnis mit der Freien und Hansestadt Hamburg.

Da geflüchtete Menschen in der Regel keine eigenen Einkünfte haben und nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft die Mietzahlung zu bewältigen, gelten die in Hamburg üblichen Eckwerte für Empfänger von Sozialleistungen. Die Regelungen zu den Kosten der Unterkunft sind im Einzelnen in einer sogenannten Fachanweisung niedergelegt.

Der Mietpreis ist mit Obergrenzen versehen:

Haushaltsgröße

Nettokaltmiete

1 Personen-Haushalt

348,50 Euro

2 Personen-Haushalt

418,20 Euro

3 Personen-Haushalt

524,25 Euro

4 Personen-Haushalt

594,15 Euro

5 Personen-Haushalt

709,07 Euro

6 Personen-Haushalt

796,79 Euro

Jede weitere Person

87,72 Euro

Im Einzelfall können die aufgeführten Obergrenzen geringfügig überschritten werden. Die Miete darf jedoch nicht im Missverhältnis zur vermieteten Wohnung stehen.

Der jeweilige Sozialleistungsträger (Fachamt für Grundsicherung und Soziales des Bezirksamtes oder das Jobcenter team.arbeit.hamburg, in dessen Bezirk der Flüchtling gemeldet ist) übernimmt die angemessene Miete, wenn der Mieter finanziell nicht in der Lage ist, diese aus eigenen Einnahmen zu finanzieren, jedoch wohnberechtigt ist.

Welche Flüchtlinge sind wohnberechtigt?

Wohnberechtigt sind zum Beispiel geflüchtete Menschen,

  • die ein Bleiberecht haben oder eine Sozialleistung beziehen
  • die eine Duldung oder Aufenthaltsgestattung haben, seit mindestens sechs Monaten in einer Gemeinschaftsunterkunft leben und davon auszugehen ist, dass sie noch länger als ein Jahr in Deutschland bleiben werden
  • denen eine Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft aus gesundheitlichen Gründen nicht zugemutet werden kann (zum Beispiel Hochschwangere) und
  • geflüchtete Familien, bei denen ein Familienmitglied eigenes Einkommen hat.

Ich habe eine freie Wohnung und möchte sie Flüchtlingen anbieten

Das Projekt  „Wohnbrücke Hamburg“ vermittelt abgeschlossene Wohnungen im ganzen Hamburger Stadtgebiet für geflüchtete Menschen aus Hamburger Wohnunterkünften. Sofern Sie eine Wohnung unbefristet vermieten möchten, wenden Sie sich bitte direkt an die „Wohnbrücke Hamburg“.

WG-Zimmer können Sie unter www.fluechtlinge-willkommen.de anbieten.

Kann ich einen Flüchtling bei mir zuhause aufnehmen?

Dies ist grundsätzlich möglich. Auch hierfür ist ein privatrechtlicher Miet- bzw. Untermietvertrag zwischen dem Flüchtling und dem Eigentümer / Mieter erforderlich.

Die Mietkosten können nur dann vom Staat übernommen werden, wenn eine Wohnberechtigung vorliegt und die Mietkosten sich innerhalb der Grenzwerte für angemessenen Wohnraum bewegen.

Das Projekt "Zimmerfrei" sucht Menschen, die sich vorstellen können, ein Zimmer oder ein kleines Appartement an junge unbegleitete Geflüchtete im Alter von 16 und 17 Jahren zu vermieten. Nähere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.zimmerfrei-lawaetz.de.

Ich habe ein Grundstück oder ein großes Gebäude – gibt es hierfür Bedarf?

Der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge sucht ständig nach neuen Standorten für die öffentliche Unterbringung von Flüchtlingen. Das Team prüft die Nutzungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung planungsrechtlicher, wirtschaftlicher und sozialer Kriterien.

Ihre Angebote inklusive Detailangaben (Adresse, Flurstücksnummer, Grundstücksgröße, ggf. Gebäudegröße, Pacht/Miete bzw. Kaufpreis) können Sie an die E-Mail-Adresse unterbringungsangebote@zkf.hamburg.de senden.