Bezirk Hamburg-Mitte

Entwicklungskonzept Erhalt der historischen Gebäude und günstige Mieten im lebendigen Gängeviertel

Im integrierten Entwicklungskonzept, kurz IEK, sind die Ziele und Maßnahmen des Sanierungs- und Stadtumbauverfahrens Gängeviertel/Valentinskamp festgeschrieben. Es ist die verbindliche Handlungsgrundlage für alle am Prozess Beteiligten.

Entwicklungskonzept - Konzept & Verfahren - Gängeviertel - Bezirksamt Hamburg-Mitte

Das IEK wurde zwischen Mai und September 2010 im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt von der steg Hamburg mbH in einem kooperativen Prozess mit dem Verein Gängeviertel e.V. und unter kontinuierlicher Beteiligung des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes Hamburg-Mitte sowie des Denkmalschutzamtes der Behörde für Kunst, Sport und Medien (heute Kulturbehörde) erarbeitet. Die intensive Einbeziehung des Vereins Gängeviertel e.V. in allen Punkten und Phasen der Erstellung des IEK stellte eine Neuerung dar. Grund hierfür ist die besondere Entstehungsgeschichte des Projektes die mit der friedlichen Besetzung 2009 ihren Anfang nahm.

Die Bestandsaufnahme der Bausubstanz im Sommer 2010 ergab, dass in allen Gebäuden (ausgenommen des bereits sanierten Hauses Valentinskamp 34) umfangreiche Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten erforderlich sind, um den langfristigen Erhalt zu sichern. Die gravierendsten Mängel: starke Durchfeuchtungen im Dach und an den Außenwänden, teils schwache Fundamente sowie erneuerungsbedürftige Fenster und Dachstühle. Auch Schall-, Wärme- und Brandschutz genügen nicht den heutigen Anforderungen. Die haustechnischen Installationen (Sanitär, Heizung, Elektro) bedürfen ebenfalls einer kompletten Erneuerung.

Entsprechend des Leitbildes und der Leitziele für das Sanierungsverfahren sollen bis 2019 alle Gebäude des Gängeviertels mit öffentlichen Fördergeldern instand gesetzt und modernisiert werden. Anschließend unterliegen die Wohnungen über einen Zeitraum von 21 Jahren einer Mietpreis- und Belegungsbindung. Dadurch wird auch ein wichtiger Beitrag zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum in der Hamburger Innenstadt geleistet.

Zur Erweiterung des Wohnangebotes sollen auch die Dachgeschosse zu Wohnungen ausgebaut werden, sofern dies statisch möglich ist und alle erforderlichen Nebennutzungen (z.B. Abstellflächen für Mieter und Räume für die Haustechnik) mit untergebracht werden können. Nach Abschluss der aktuellen Planung soll es dann im Gängeviertel  79 Wohnungen geben, die teilweise als Wohnateliers genutzt werden können. Daneben sind in fast allen Gebäuden die Erdgeschoss- bzw. Souterrainflächen für eine Gewerbenutzung vorgesehen. Dies können Atelier- oder Büroräume sein oder vereinzelt auch gastronomische Flächen. Immer aber gilt, dass die gewerblichen Einheiten mit der Wohnnutzung in den Häusern verträglich sein müssen.

Kultureller Mittelpunkt des Gängeviertels soll die „Fabrique“ werden und damit auch ein Anziehungspunkt zur Belebung des Quartiers. Hierfür hat der Verein Gängeviertel e.V. ein Nutzungskonzept erstellt, das Freiräume für künstlerisches und kreatives Arbeiten schafft. Zudem ist vorgesehen, dass der Verein bzw. die Genossenschaft Gängeviertel die „Fabrique“ künftig eigenständig betreibt und ‚bespielt‘.

Fast alle Gebäude im Gängeviertel stehen unter Denkmalschutz. Insofern finden denkmalpflegerische Belange im Sanierungsverfahren in besonderem Maße Berücksichtigung. Oberstes Ziel ist die Erhaltung der historischen Bausubstanz, wo immer dies technisch und wirtschaftlich vertretbar ist.