Eisenhut - Giftpflanze des Jahres 2005
Der Eisenhut ist eine in den Gärten verbreitet vorkommende Pflanze, die auch in der Floristik Verwendung findet. Am bekanntesten ist vermutlich der Blaue Eisenhut - Aconitum napellus -, der seine Blüten im Juni und Juli entfaltet. Die Blüten des Herbst-Eisenhutes - Aconitum carmichaelii - blühen in einem dunkleren Blau und erst in den Monaten September und Oktober. Diese beiden Beispiele von blau blühenden Eisenhutarten dürfen nicht zu dem Schluss führen, dass alle Pflanzen der Gattung diese Blütenfarbe haben. Zum Beispiel der Wolfs-Eisenhut - A. vulparia - zeigt gelbe Blüten.
Der Eisenhut ist Europas giftigste Pflanze! - Alle Pflanzen der Gattung Aconitum sind giftig!
Giftwirkung
Der Eisenhut hat den Gefährlichkeitsgrad - sehr stark giftig +++
wobei die ganze Pflanze, besonders aber die Wurzel (Knollen) und die Samen besonders giftig sind. Sollte es beim Pflücken der Stängel oder beim Umpflanzen der Pflanze zu einem Hautkontakt mit Pflanzenteilen kommen, können Hautentzündungen und auch schwere Vergiftungen die Folge sein. Glücklicherweise kommen Vergiftungen nur selten vor.
Bei Tieren sind Vergiftungen eher selten, der Eisenhut wird von den Weidetieren gemieden (evtl. Gefahr für Rinder und Pferde auf Bergweiden).
Erste Hilfe
Da es sich beim Eisenhut um ein sehr starkes Gift handelt, sollte bei den ersten Vergiftungserscheinungen eine geeignete Klinik aufgesucht werden. Informationen im Vergiftungsfall geben auch die Giftinformationszentralen.
Giftinformationszentrum Nord: 0551 - 19240
Namensgebung
Für die Entstehung bzw. Bedeutung des Gattungsnamens gibt es mehrere überlieferte Geschichten.
Der Gattungsname Aconitum leitet sich aus dem griechischen Wort akoniton = Giftpflanze ab, die an den akóneis d.h. an schroffen Felsen wächst.
Einer griechischen Sage nach fand man den Eisenhut in der Nähe der Hafenstadt Akonai, am Abstieg zum Totenreich. Als Herakles den Hund Kerberos, den Wächter des Hades, mit seinen drei Köpfen von dort auf die Erde mitnahm, blendete diesen das Licht so stark, dass ihm Schaum vor seinen Mäulern stand und auf die Erde tropfte, woraus sich der erste Eisenhut entwickelte. Dieser hatte die Macht, alles Leben ins Jenseits zu befördern.
Volksnamen
Hamburger Mützen, Sturmut, Blaue Schuh, Kutsch un Per, Venuswagen, Kutsche und Pferd, Pferd und Wagen, Totenblume, Giftkraut.
Venuswagen — Pferd und Wagen
Wenn das helmartige Kelchblatt beseitigt wird, kommt der Venuswagen, man sagt auch Pferd und Wagen, zum Vorschein.
Die zu Nektarien umgewandelten Kronblätter tragen pferdekopfähnliche Anschwellungen. Die liegende Blüte mit den vier wie zu einem Wagenkasten sich zusammenneigenden Kelchblättern, zwischen denen sich als Reisegäste die Staubgefäße drängen, ähnelt in der Tat einem Wagen, der von zwei Pferden (den sporntragenden Nektarblättern) gezogen wird.
Volksnamen- International
England: Helmet flower
Frankreich: Char de Vénus
Dänemark: Ægte Stormhat
Finnland: Aitoukonhattu
Italien: Aconito napello
Japan: Youshutorikabuto
Niederlande: Blauwe Monniskap
Norwegen: Venusvogn
Schweden: Äkta Stormhatt
Türkei: kaplan boðan
Geschichte
Die Giftigkeit des Eisenhuts kannten bereits die Kaiser, Könige und Kirchenleute des Mittelalters. Die Edelmänner fürchteten, durch den Eisenhut vorzeitig ihr Leben zu verlieren. Daher waren sie auf der Suche nach einem geeigneten Gegenmittel zum Gift des Eisenhutes. Zum Tode verurteilte Verbrecher erhielten das Gift. Unterschiedlichte Säfte wurden den verurteilten Todeskandidaten als Gegenmittel eingeflößt, doch sie starben qualvoll.
Toxische Dosis
Mensch 2 g der Knolle
Hund 2 - 5 g der Knolle
Pferd 350 g der Knolle / 200 bis 400 g frische Pflanze
Pflege im Garten
Eine Abdeckung mit Mulchmaterial ist zu empfehlen, da akute Bodentrockenheit nicht gut vertragen wird.
Der Eisenhut sollte aufgrund seiner Giftigkeit einen Platz in der Beetmitte erhalten, so kann unbeabsichtigter Hautkontakt vermieden werden.
Herkunft / Vorkommen
Der Eisenhut ist in den gebirgigen Regionen Europas zu finden, wie beispielsweise im Norden bis Schweden, im Westen bis England und Portugal, im Süden bis zu den Pyrenäen und Korsika und im Osten bis in die Karpaten.
Kultureigenschaften
Tausendkorngewicht 3,1 g
Saatgurtbedarf 10g / 1000 Pflanzen
Aussaattermin November - März
Keimverhalten Kaltkeimer
Pikieren nach 4 - 8 Wochen
Topfen nach 6 - 10 Wochen
Dünger mittel
Einige Vergiftungserscheinungen
Kontakt mit der Haut wirkt lokal betäubend.
Kälteempfindlichkeit - Empfindungsschwierigkeit, Übelkeit - Erregung - Herzrhythmusstörungen, Krämpfe - Lähmung der Zunge, der Gesichts- und Extremitätsmuskeln, zuletzt Kreislauflähmung.
Bilder des Eisenhut
Eisenhut (Aconitum napellus) - Giftpflanze des Jahres 2005
Eisenhut (Aconitum napellus)
Eisenhut (Aconitum napellus)
Wurzelknolle des Eisenhutes - Auch der Hautkontakt mit der Wurzelknolle kann zu Vergiftungen führen!
Wurzelknolle des Eisenhutes - Auch der Hautkontakt mit der Wurzelknolle kann zu Vergiftungen führen!
Abstimmungsergebnis
| 1. Platz | Eisenhut | Aconitum napellus | 78 Stimmen | 50 % |
| 2. Platz | Birkenfeige | Ficus benjamina | 43 Stimmen | 28 % |
| 3. Platz | Eibe | Taxus baccata | 35 Stimmen | 22 % |
Kontaktmöglichkeit
Downloads
Giftpflanze des Jahres 2005 - Eisenhut
PDF , 225 BGiftpflanze des Jahres 2005 - Plakat und Auswertung
PDF , 280 BGiftpflanze des Jahres
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