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Bezirk Wandsbek Bezirk Wandsbek

Eibe - Giftpflanze des Jahres 2011

Das immergrüne Gehölz mit den mit den leuchtend roten Früchten ist für Menschen und einige Tiere sehr stark giftig.

 

Eibe mit roten Früchten
Eibe mit roten Früchten (Bild: Helge Masch - Bot. Sondergarten)

Die Eibe wurde zur Giftpflanze des Jahres 2011 gewählt. Das Gehölz trägt auch die Volksnamen Bogenbaum oder Totenbaum. Wie kam es zu dieser Namensgebung? Warum sind die Pflanzen so gefährlich für Tiere, insbesondere für Pferde? Wie kann man mit dem Schnittgut aus dem Heckenschnitt Krebskranken helfen? Dies erfahren Sie beim Weiterlesen.

Vorkommen und Standort

Eiben werden häufig in Gärten, Parks und auf Friedhöfen angepflanzt. In der Natur sind Eiben, bedingt durch eine Übernutzung in der Vergangenheit, gezielter Ausrottung und Wildverbiss, nur noch selten anzutreffen. Das Gehölz steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und war bereits im Jahre 1994 Baum des Jahres. Beheimatet ist die Eibe in Mittel-, West- und Südeuropa, Kleinasien, Nordafrika und im Kaukasus. Dort findet man sie in schattigen Wäldern.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile, ausgenommen das rote Fruchtfleisch, sind
sehr stark giftig +++
Beim Verzehr des Fruchtfleisches ist darauf zu achten, dass das Saatkorn nicht mitgegessen wird. Von unbeschädigt verschluckten Saatkörnern geht keine Vergiftungsgefahr aus. Jedoch sollte beim Verzehr der Früchte nicht der Eindruck vermittelt werden, dass es sich bei der Eibe um ein ungiftiges Obstgehölz handelt. Hier ist Verantwortungsbewusstsein gefordert!

Vergiftungserscheinungen

Nach etwa einer Stunde treten die folgenden Symptome auf: Übelkeit, Schwindelgefühl,  Leibschmerzen, Bewusstlosigkeit, Pupillenerweiterung sowie oberflächliche Atmung. Schließlich tritt der Tod durch Atemlähmung ein.

Erste Hilfe

Bei dem geringsten Verdacht einer Vergiftung sollte man sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.Tiere
Es wird immer wieder darüber berichtet, dass Pferde durch den Verzehr von Trieben der Eibe qualvoll gestorben sind. Häufig stand keine Eibe in der Nähe. Vielmehr wurde hier vermutlich aus Unkenntnis das Schnittgut entsorgt und den Pferden als Futter zur Verfügung gestellt.

Die tödliche Dosis Eibennadeln sind für:

Erwachsener Menschen ca. 50 Nadeln
Pferde und Schafe 100-200 g
Kühe 500 g
Schweine 75 g
Hunde 30 g
Geflügel 30 g

Verwechslungsgefahr!

Eiben lassen sich leicht von anderen immergrünen Gehölzen mit nadelförmigen Blättern unterscheiden:
- Eiben tragen keine Zapfen.
- Eibenholz ist frei von Harz.
- Eiben sind (meistens) mehrtriebig mit dünnen Stämmen (selten über 70 cm Durchmesser)
- Eibennadeln sind rund um den Trieb angeordnet, jedoch „gescheitelt“. Es zeigen keine Nadeln nach oben oder unten.

Name

Tóxo ist die griechische Bezeichnung für Bogen und verweist auf die ursprüngliche Verwendung des Holzes. Auch die deutsche Bezeichnung Bogenbaum ist darauf zurückzuführen.
Verwendung und Schädlinge
Die Eibe hat eine hohe Schnittverträglichkeit. Sie wird zu Formgehölzen und Hecken geschnitten.
Trotz der hohen Giftigkeit leiden Eiben in der Gartenkultur unter den Fraßschäden der Larven und Käfer des Dickmaulrüsslers.

Blüte

Blütezeit: März / April
Die Eibe ist eine zweihäusige Pflanze. Der Stempel und die Pollen befinden sich nicht nur in eigenen Blüten, sondern auch auf getrennten Pflanzen. Unter den Zweigen der männlichen Pflanzen wächst eine Vielzahl an Blütenknospen. Wenn sich diese Knospen öffnen, wird der Pollen mit dem Wind fortgeweht. Die weiblichen Pflanzen haben deutlich weniger Blütenknospen. In der Blütezeit wird ein klebriger Bestäubungstropfen gebildet, auf dem der Pollen anhaftet. Die Blütenknospen werden im Laufe der zweiten Sommerhälfte ausgebildet.
Bei einem Lebensalter von 15 bis 30 Jahren tragen Eiben das erste Mal Blüten. Bei weniger guten Standortbedingungen kann sich die Geschlechtsreife bis zum 70. bis 120. Lebensjahr hinauszögern.

Saat

In jeder Frucht befindet sich nur ein Saatkorn. Dieses ist erst nach der Passage durch einen Vogelmagen keimfähig. So stellen die Eiben die Verbreitung ihrer Art sicher. Die Vögel verdauen nur den Fruchtfleischmantel und scheiden das giftige Saatkorn unverletzt wieder aus. So entgehen die Tiere einer tödlichen Vergiftung.

Die Eibe als Heilpflanze

Trotz ihrer hohen Giftigkeit ist die Eibe in der Hand eines Arztes ein wirksames Medikament gegen einige Krebsarten.
Von einer Selbstmedikation ist dringend abzuraten!
Obwohl der Inhaltsstoff Taxol mittlerweile synthetisch hergestellt werden kann, ist man noch immer auf die Extraktion aus den jungen Nadeln angewiesen. Jährlich richtet der Wandsbeker Sondergarten im August / September eine Sammelstelle für Eibenschnittgrün ein. Angenommen werden ausschließlich die einjährigen Triebe.

Bildergalerie der Eibe

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Helge Masch - Bot. Sondergarten

Eibe mit roten Früchten

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Eibe mit roten Früchten
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Helge Masch - Bot. Sondergarten

Eibe mit männlichen Blüten

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Eibe mit männlicher Blüte
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Helge Masch - Bot. Sondergarten

Eibenholz

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Eibenholz
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Helge Masch - Bot. Sondergarten

Eibenrinde

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Eibenrinde
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Helge Masch - Bot. Sondergarten

Eibe mit gelben Früchten - Taxus baccata 'Lutea'

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Früchte der Eibe
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Helge Masch - Bot. Sondergarten

Eibe mit gelben Früchten - Taxus baccata 'Lutea'

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Früchte der Eibe
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Helge Masch - Bot. Sondergarten

Eibengrünschnitt-Sammlung im Sondergarten. Aus den jungen Trieben wird ein Medikament gegen Krebs hergestellt.

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Eibengrünschnitt Sammlung
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Helge Masch - Bot. Sondergarten

Eibengrünschnitt-Sammlung im Sondergarten. Aus den jungen Trieben wird ein Medikament gegen Krebs hergestellt.

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Eibengrünschnitt
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Helge Masch - Bot. Sondergarten

Junger Eibenzweig

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Eibennadeln
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(Quelle: Helge Masch - Bot. Sondergarten) Postkarte versenden Zoom

Abstimmungsergebnis:

1. PlatzEibeTaxus baccata

213 Stimmen

34,6 %
2. PlatzStechapfelDatura stramonium

191 Stimmen

31,1 %
3. PlatzKrokusCrocus sp.

126 Stimmen

20,5 %
4. PlatzKaffeeCoffea arabica

85 Stimmen

13,8 %

 

Weitere Informationen










 

Kontaktmöglichkeit
Bezirksamt Wandsbek / Management des öffentlichen Raumes Herr Masch Botanischer Sondergarten - Giftpflanze des Jahres Walddörferstraße 273 22047 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 6939734 040 427905520 giftpflanze@wandsbek.hamburg.de