Bramfelder See

Bramfelder See - Pure Natur am Puls der Stadt

Das Paradies hat einen Namen: Mitten im Bezirk Wandsbek, zwischen Neu-Steilshoop und dem Ohlsdorfer Friedhof liegt der Bramfelder See. Nicht nur die Anwohner - auch Hamburger aus Altona oder Harburg - kommen hierher, um sich ein wenig Erholung zu gönnen.

In Geschichtsbüchern, die sich mit dem früheren Dorf Bramfeld befassen, ist vom "Neuen Teich" zu lesen, denn für die Bezeichnung "See" war die Wasserfläche in früherer Zeit nicht groß genug. Damals gab es zusätzlich den "Alten Teich". Durch Ausbaggerung wurde die Verbindung geschaffen, die aus beiden den Bramfelder See machte. Durch den Bau einer kleinen Schleuse zur heutigen Seebek trug der Bramfelder See seinen Teil zur Bewässerung der Bramfelder Anbauflächen bei. So nannte die Teiche mindestens bis 1772 der Bramfelder Bauernvogt sein Eigen. Dann wurde in einer Urkunde erstmals den Bramfelder und Steilshooper Bürgern das volle Nutzungsrecht eingeräumt.

Ein Stück Paradies vor der Tür
Heute wird der Bramfelder See von seinen Anwohnern liebevoll "Brami" genannt. So auch von Antje Wiese, die seit 25 Jahren am Bramfelder See wohnt. Zunächst lebte sie in einer Wohnung des Steilshooper Neubaugebiets. Dann zog sie mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in eine Doppelhaushälfte im Otto-Burrmeister-Ring. Die Holzhäuser in der Wohnsiedlung wurden von einem finnischen Architekten entworfen und liegen nur einen Steinwurf vom Bramfelder See entfernt. "Dort spazieren zu gehen ist wie Urlaub. Das ist wie ein Stück Paradies direkt vor der Haustür", sagt die 65-jährige. "Der Rundgang um den Brami dauert ungefähr eine halbe Stunde. Das reicht gerade aus, um sich mal abzureagieren, Energie zu tanken und seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun." Früher sei hier wenig los gewesen, heute treffe man schon ab 6 Uhr morgens zahlreiche Spaziergänger und Sportler.


Treffpunkt für Sporttreibende
Nicht nur für Jogger und konventionelle Walker, auch für Nordic Walker sind die Wege um den Bramfelder See ein ideales Pflaster. Antje Wiese war vor knapp zehn Jahren eine der ersten, die um den See stöckerte. "Da wurde ich von Vielen lächelnd beäugt", berichtet sie. Sprüche wie "Wo haben Sie denn Ihre Skier gelassen?" habe sie sich damals anhören müssen. An einem Sommertag unserer Zeit wundere sich niemand mehr über die zahllosen Menschen, die der finnischen Ausdauersportart nachgehen.

"Von morgens bis abends wird der See quasi unentwegt für den kostenlosen, sehr gesunden Freizeitsport genutzt", sagt Wiese. Damit sind natürlich auch "konventionelle" Walker und Jogger gemeint.

Grün wie in Bayern
Das Erstaunliche an den Aussichtspunkten am Bramfelder See ist, dass der Erholung Suchende nur von den wenigsten auf Wohnhäuser blickt, obwohl der See direkt an der Großsiedlung Steilshoop liegt. Man sieht rundum grün und könnte den Eindruck bekommen, man sei im bayerischen Alpenvorland gelandet. Wer dann noch das Glück hat, auf der zum Naturschutzgebiet erklärten Insel eines der Graureiherpärchen, die sich hier seit zehn Jahren zur Brutzeit einfinden, zu entdecken, wird vollends überzeugt sein, hier - mitten in der Großstadt - ein kleines, wunderbares Fleckchen purer Natur gefunden zu haben.

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