Die Kramer-Witwen-Wohnungen
Im Jahr 1375 schlossen sich die Kleinhändler, die ihren festen Stand oder Laden in der Stadt besaßen und vornehmlich mit Gewürzen, Seidenstoffen und Eisenwaren handelten, im Krameramt zusammen. Im Jahr 1676 ließ die wohlhabende Berufsorganisation Freiwohnungen für jeweils 20 Witwen ihrer verstorbenen Amtsbrüder in schmucken Fachwerkshäusern errichten.
Bei aller Behaglichkeit mussten die Witwen allerdings auf fließendes Wasser verzichten. Die ersten Leitungen wurden hier erst Ende des 19.Jahrhunderts gelegt. Und so mussten die Damen ihr Wasser aus dem Brunnen im Hof schöpfen und sich ein stilles Örtchen am Ende der Straße zur Verrichtung der Notdurft teilen.
Die noch erhaltene Wohnung wurde mit original Möbeln und Haushaltsgeräten aus alten Krämerhaushalten eingerichtet. Ellen, Zuckerzangen, Pfannen, Töpfe, Kaffeewaagen, Besteck und dergleichen mehr zeugen vom Alltag der Witwen und einem gleichermaßen einfachen wie behaglichen und ruhigem Leben und Wohnen.
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