Die Kramer-Witwen-Wohnungen

Das Ensemble der Kramer-Witwen-Wohnungen ist Hamburgs letzte erhaltene Wohnhofanlage aus dem 17. Jahrhundert. Eine der alten Witwenwohnungen ist in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten und vom Museum für Hamburgische Geschichte mit einer vollständigen Einrichtung aus der Zeit um 1850/60 ausgestattet worden.

Im Jahr 1375 schlossen sich die Kleinhändler, die ihren festen Stand oder Laden in der Stadt besaßen und vornehmlich mit Gewürzen, Seidenstoffen und Eisenwaren handelten, im Krameramt zusammen. Im Jahr 1676 ließ die wohlhabende Berufsorganisation Freiwohnungen für jeweils 20 Witwen ihrer verstorbenen Amtsbrüder in schmucken Fachwerkshäusern errichten. 

Die Wohnungen waren beileibe keine Bleibe für "arme Leute", sondern für Angehörige einer Mittelschicht, die zu der Zeit einen großen Anteil an der großstädtischen Bevölkerung hatte. Sie waren deshalb durchaus komfortabel und großzügig eingerichtet. Jede Witwe konnte drei Stockwerke ihr eigen nennen, allemal genug Platz für eine Person. Ein kleiner Raum und die Küche mit offenem Herd befanden sich im Erdgeschoss, das Obergeschoß wurde gänzlich von einem Wohnraum eigenommen, welches mit einem gusseisernen Ofen und einer Bettstatt eingerichtet war. Vom Wohnraum führte eine Treppe ins Dachgeschoss, welches zum Hof hin eine befensterte Luke hatte, durch die Brennholz und Torf zur Lagerung aufgenommen werden konnte.

Bei aller Behaglichkeit mussten die Witwen allerdings auf fließendes Wasser verzichten. Die ersten Leitungen wurden hier erst Ende des 19.Jahrhunderts gelegt. Und so mussten die Damen ihr Wasser aus dem Brunnen im Hof schöpfen und sich ein stilles Örtchen am Ende der Straße zur Verrichtung der Notdurft teilen.

Die noch erhaltene Wohnung wurde mit original Möbeln und Haushaltsgeräten aus alten Krämerhaushalten eingerichtet. Ellen, Zuckerzangen, Pfannen, Töpfe, Kaffeewaagen, Besteck und dergleichen mehr zeugen vom Alltag der Witwen und einem gleichermaßen einfachen wie behaglichen und ruhigem Leben und Wohnen.


AUCH INTERESSANT

 Die Kramer-Witwen lebten bis 1866 in den Häusern. Dann gingen die Wohnungen in den Besitz des Stadt über und wurden in ein Altenwohnheim umfunktioniert. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden umfangreiche Restaurierungen notwendig, die Bauarbeiten konnten 1974 abgeschlossen werden. Seitdem wird der Hof vom Galeristen Walter Mensch zusammen mit weiteren Läden und einer Kaffeestube genutzt. 

 Adresse
Krayenkamp 10
20459 Hamburg

Museum für Hamburgische Geschichte
Holstenwall 24
20355 Hamburg

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.
Über die Wintermonate ist das Museum nur Samtags und Sonntags geöffnet.


Zurück zur Übersicht Geheimtipps>

7838
Die Kramer-Witwen-Wohnungen
Das Ensemble der Kramer-Witwen-Wohnungen ist Hamburgs letzte erhaltene Wohnhofanlage aus dem 17. Jahrhundert. Eine der alten Witwenwohnungen ist in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten und vom Museum für Hamburgische Geschichte mit einer vollständigen Einrichtung aus der Zeit um 1850/60 ausgestattet worden.
http://www.hamburg.de/geheimtipps/7838/kramer-witwen-wohnung-hamburg.html
http://www.hamburg.de/image/12918/Die+Kramer-Witwen-Wohnung+22.jpg?width=150&height=150