Die Krypta vom Michel
In Hamburg gibt es viele Wahrzeichen. Eines der bekanntesten ist die St. Michaeliskirche, meistens liebevoll nur "Michel" genannt, obwohl der Michel lediglich der Turm ist. Aber kennen Sie auch die andere Seite, die Gruft des Michels?
Der Michel Hamburg hat schon viel überstanden: 1750 wurde sie von einem Blitzschlag zerstört, 1906 ist sie durch einen Brand völlig vernichtet worden und 1945 wurde die Kirche auch noch von einer Bombe getroffen. Dennoch ist der Michel schöner und interessanter denn je.
Das Gruftgewölbe
Nach dem ersten großen Brand von 1750 hat Georg Sonnin bei dem Wiederaufbau die Gruft angelegt. Sie zählt zu den größten in Europa. Die Krypta ist auf ihre Art einmalig. Normalerweise wurden die Särge unterhalb des Kirchenbodens untergebracht. Das Außergewöhnliche an dieser Gruft ist, dass sich die Grabkammern unter dem Gruftgewölbe befinden. Jede Grabkammer, in der mehrere Särge übereinander Platz fanden, hat eine Tiefe von 4 Metern.
Um den Wiederaufbau der Kirche zu refinanzieren, wurden Plätze in den Grabkammern zum Verkauf angeboten. Je nach Höhe des Betrages konnte man zwischen 25 und 30 Jahre in der Kirche liegen. Auf Grund des Krieges ging der Verkauf nur schleppend voran. Die Einnahmequelle ging komplett verloren, als die Franzosen 1812 das Bestatten innerhalb der Stadt verboten hatten.
In der Gruft wurden viele Hamburger begraben, 2425 Tote sind namentlich bekannt. Die berühmtesten sind dabei der Erbauer Georg Sonnin sowie die Musiker Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Mattheson, deren Gräber heute noch zu besichtigen sind. Während des letzten Krieges diente die Krypta als Luftschutzbunker.Es wurde extra ein Durchgang von der Straße ins das Gruftgewölbe gebaut, damit die Menschen direkten Zugang hatten. Teilweise fanden bis zu 2000 Leute dort Schutz.
Führungen
040 / 238 841 15 (Montag bis Freitag 8 bis 16 Uhr). Für weitere Führungen können Sie sich ebenfalls unter dieser Nummer melden: 040 / 37 67 81 32.
Adresse
Englische Planke 1a
20459 Hamburg
Hier kommen Sie zu unserem Geheimtipp "Der Michel in Hamburg bei Nacht".
Autor: Nina Klein








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