"Walls Can Dance" Die Stadt als Leinwand

Bunte Wände für eine vielfältige Künstlerszene - das ist der Plan des Urban Art Institute e.V., der sich für die Aufwertung von Urban Art im städtischen Raum engagiert. Zehn triste Hausfassaden in Harburg sollen im Rahmen des Projekts "Walls Can Dance" in Wandgemälde verwandelt werden. Den Anfang machte Ende März 2017 das Street Art-Duo Low Bros. 

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Walls Can Dance, Urban Art Institute

Gemeinnütziger Verein für freie Kunst

Zwei Stadtplaner, eine Kunsthistorikerin und ein Konzertveranstalter - der gemeinnützige Verein Urban Art Institute Hamburg setzt sich aus noch wenigen Mitgliedern zusammen, hat aber dennoch im wahrsten Sinne des Wortes "hohe" Ziele, denn mit der von Ihnen organisierten Veranstaltungsreihe „Walls Can Dance“ soll vor allem ein Raum für urbane Kunst und einen freien Meinungsdiskurs geschaffen werden. Triste Fassaden und leere "hohe" Wände sollen sich in Flächen für Künstler der Urban Art-Szene verwandeln. Urban Art als Kombination aus Street Art, Graffitti und anderen Formen der zeitgenössischen bildenden Kunst erlangte in den letzten Jahren nämlich eine immer größere Bedeutung. 

Harburg als Freiluft-Galerie 

Insgesamt zehn riesige Wandgemälde sollen an Fassaden im Binnenhafen und in der Innenstadt Harburgs bis zum Herbst 2018 entstehen. Dass gerade Harburg für den Start der Veranstaltungsreihe ausgewählt wurde, hat einen ganz bestimmten Grund. In einem Stadtteil wie St. Pauli würden die bunten Fassaden eher untergehen, strotzt der Stadtteil doch nur so vor kreativen Graffitis und vielfältigen Wandverzierungen. Zudem unterstützt  „Walls Can Dance“ Harburg in seiner Stadtentwicklung. Die Aktion lenkt dabei nicht nur Aufmerksamkeit auf die Kunstszene des Stadtteils, sondern soll zukünftig durch weitere Gemälde in der Hamburger Innenstadt eine Brücke zwischen dem Harburger Binnenhafen und der Innenstadt in Hamburg-Mitte schlagen und symbolisch Grenzen durchbrechen. 

Künstlerduo Low Bros läutet Aktion ein

Am 31. März 2017 wurde das erste Wandgemälde am Gebäude der Technischen Universität in der Harburger Schloßstraße 20 enthüllt. Gestaltet wurde es von dem Künstlerduo Low Bros (Christoph und Florian Schmidt), das dafür bekannt ist, Elemente aus den Welten Stadt und Natur zu kombinieren. Die Arbeiten der Brüder zeichnen sich vor allem durch das Zusammenspiel von Zwei- und Dreidimensionalität und ausdrucksstarke Farben aus. Seit 2011 widmen sich die beiden immer mal wieder stilisierten Tierfiguren mit menschlichen Attributen und orientieren sich am Design der 1980er und 1990er Jahre. Vor circa fünf Jahren zogen die gebürtigen Hamburger nach Berlin und sind seitdem in Großstädten auf der ganzen Welt unterwegs. 

Ein langer Weg 

Bis die namenlose Wandverzierung am Abend vor der Vernissage fertiggestellt war, vergingen knapp sechs Tage. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Immerhin musste die Technische Universität Harburg, auf dessen Gelände das Gemälde nun zu bewundern ist, dem Vorhaben zustimmen und dem Urban Art Institute ihr vollstes Vertrauen entgegenbringen. Auch das Bezirksamt Harburg, das Denkmalschutzamt, die Mara & Holger Cassens Stiftung und die Kulturwerkstatt waren dafür verantwortlich, dass die Aktion "Walls Can Dance" ins Rollen kam. Zusammen möchte man so ermöglichen, dass Harburg als ein spannender und für urbane Kunst offener Stadtteil wahrgenommen wird. 

Weitere Informationen: Urban Art Institute e.V.