Die Boberger Dünen
03.11.2009
(Ehlers)
In der Weichseleiszeit wurden in den nicht vergletscherten Gebieten, vor allem im Bereich der vegetationsfreien Sanderflächen und Urstromtäler, Sand und Schluff vom Wind erodiert und umgelagert. Während der Sand meist über kürzere Entfernungen transportiert wurde, gelangte der Schluff erst am Rande der Mittelgebirge zur Ablagerung.
(Ehlers)
(Ehlers)
Auch bei den Boberger Dünen handelt es sich um gegen Ende der Weichseleiszeit auf den trockenliegenden Sandflächen des Elbe-Urstromtales aufgewehte Dünen, die bis in die jüngste Zeit äolisch umgelagert wurden. Das ursprüngliche Dünengelände ist durch menschliche Eingriffe stark verändert worden, so daß von den ursprünglichen Oberflächenformen nur noch wenig im Gelände erkennbar ist. Die Dünen sind im Mittelalter beackert, seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts durch Schafe und Rinder beweidet worden. Um 1880 ist im Bereich der Boberger Furt eine Ziegelei angelegt worden. Später ist im Dünengelände großflächig Sand abgegraben worden, der zwischen 1903 und 1907 z.B. für die künstliche Aufhöhung von Marschflächen in Billwerder und Hammerbrook verwendet worden ist. Auch für den Eisenbahnbau ist Sand abgegraben worden. Ein Teil des Dünengeländes wird heute als Segelflugplatz genutzt; angrenzende Teiche dienen als Badegewässer. Die ebene Fläche des Segelflugplatzes ist durch Sandabbau entstanden. Der Baggersee am Südrand der Dünen hat eine Tiefe von maximal 18 m. Hier wurden die Sande und Kiese des Elbe-Urstromtales im Nassbaggerverfahren abgebaut.
(LGV)
| Objekt-Nr.: | 3 |
| Ortsbezeichnung: | Boberg |
| Bundesland: | Hamburg |
| TK 25-Nr.: | 2426 Wandsbek |
| Rechts- u. Hochwert: | R 35 752 - 35 776, H 59 313 - 59 325 |
| Geländehöhe: | NN + 1 bis 7 m |
| Geotoptyp: | Düne |
Regionalgeologische | Rand der weichselzeitlichen Vereisung in Verbindung mit dem Elbe-Urstromtal |
Stratigraphische Stellung | Spätweichsel bis Frühholozän |
Petrographische | Feinsand |
| Genese: | Nach dem Ende der Weichseleiszeit auf den trockenliegenden Sandflächen des Elbe-Urstromtales aufgewehte Dünen. |
| Aufschlussart: | zum Teil offene Sandflächen |
| Größe des Objekts: | ca. 135 ha |
| Erreichbarkeit: | Das Dünengelände ist durch ein Wegesystem gut erschlossen. |
| Nutzung: | Naherholungsgebiet. Ein Teil des Dünengeländes wird als Segelflugplatz genutzt; angrenzende Teiche dienen als Badegewässer. |
Schutzstatus: | Naturschutzgebiet |
Zustand des Objektes:
Das ursprüngliche Dünengelände ist durch menschliche Eingriffe stark verändert worden. Die Dünen sind im Mittelalter beackert, seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts durch Schafe und Rinder beweidet worden. Um 1880 ist im Bereich der Boberger Furt eine Ziegelei angelegt worden. Später ist großflächig Sand abgegraben worden, der zwischen 1903 und 1907 z.B. für die künstliche Aufhöhung von Marschflächen in Billwerder und Hammerbrook verwendet worden ist. Auch für den Eisenbahnbau ist Sand abgegraben worden. Ein ehemals zentraler Teil des Dünengeländes ist die Fläche des heutigen Segelflugplatzes. Die Verebnung ist durch Sandabbau entstanden. Der Baggersee am Südrand der Dünen hat eine Tiefe von maximal 18 m. Hier sind die Sande des Elbe-Urstromtales in einer Naßbaggerei abgebaut worden.
Bemerkungen/Kurzbeschreibung:
Die Dünen des Elbtales sind in zahlreichen Arbeiten beschrieben worden (z.B. Horn, 1912). Das Dünengelände wird im überwiegenden Teil nicht von Klei oder Torf sondern von Sanden des Elbtales unterlagert. Die Dünenreste werden auch heute noch äolisch umgelagert.
Lagekarte:
Die Boberger Dünen und ihre Umgebung sind auf der Lagekarte (links) dargestellt. Klicken Sie auf die Lupe, um eine größere Version der Karte angezeigt zu bekommen. Die Vergrößerung erfolgt in zwei Stufen.
Literatur:
Horn, E. (1912): Die geologischen Verhältnisse des Elbtunnels. - (Mitteilungen aus dem Mineralogisch-Geologischen Institut in Hamburg) 4. Beiheft zum Jahrbuch der Hamburger Wissenschaftlichen Anstalten XXIX, 1911: 35-58
Köpke, A., Pump, K. & Thannheiser, D. (1999): Das Naturschutzgebiet Boberger Niederung. – In: Köpke, A. & Thannheiser, D. (Hrsg.): Grüne Oasen in Hamburg. Ausgewählte Naturschutzgebiete Hamburgs (Teil 2): 127-136.
Bearbeiter: Ehlers

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