Neuwerk
(Ehlers)
Bemerkungen/Kurzbeschreibung:
Die Insel Neuwerk hat sich im Laufe der Jahrhunderte wenig verändert. Sie ist 1286 zuerst urkundlich erwähnt worden. Die Insel wurde zwischen 1556 und 1559 eingedeicht; die Größe des Polders hat sich seitdem nicht verändert.
Über die Ausdehnung der Außendeichsgebiete zu jener Zeit ist nichts bekannt; man nimmt jedoch an, dass sie wesentlich größer gewesen sind als heute (Lang, 1970). Die Insel Neuwerk ist eine Marschinsel, die von sandigen Wattflächen umgeben ist. In alten Berichten ist wiederholt davon die Rede, dass die Insel übersandet worden sei. So habe zum Beispiel die Sturmflut von 1717 die Marsch mit Sand überdeckt und die Felder des Polders durch Sand verwüstet, der durch einen Deichbruch ins Innere der Insel geschwemmt worden sei.
Die Entstehung Neuwerks ist unklar. Die Insel ist weder Teil der Inselbarriere des Wattenmeeres, noch gibt es Belege dafür, daß es sich um den Erosionsrest eines früher bis zum Festland reichenden Marschgebietes handeln könnte (wie z.B. Pellworm, Nordstrand und die Halligen). Bohrungen auf der Insel haben gezeigt, daß im Bereich der Insel nur eine wenige Dezimeter mächtige Marschdecke auf Wattsanden aufliegt. Auf Karten aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist im Nordteil der Insel ein Dünengürtel eingezeichnet. Reste der Dünen sind auf der Erstausgabe des Meßtischblattes von 1878 noch zu erkennen (maximale Höhe: 3,3 m). Sie sind heute unter Küstenschutzbauwerken verschwunden.
(Ehlers)
| Objekt-Nr.: | 17 |
| Ortsbezeichnung: | Neuwerk |
| Bundesland: | Hamburg |
| TK 25-Nr.: | 2016 Neuwerk-West/2017 Neuwerk-Ost |
| Rechts- u. Hochwert: | R 34 6635 - 34 6835, H 59 7587 - 59 78000 |
| Geländehöhe: | NN + 2 m |
| Geotoptyp: | Marschinsel des Wattenmeeres |
Regionalgeologische | Watt der Nordseeküste |
Stratigraphische Stellung | Holozän |
Petrographische | Sand |
| Genese: | Sedimentumlagerungen an der Küste des Wattenmeeres. Die Entstehung Neuwerks ist unklar. Die Insel ist weder Teil der Inselbarriere des Wattenmeeres, noch gibt es Belege dafür, daß es sich um den Erosionsrest eines früher bis zum Festland reichenden Marschgebietes handeln könnte (wie z.B. Pellworm, Nordstrand und die Halligen). Bohrungen auf der Insel haben gezeigt, daß im Bereich der Insel nur eine wenige Dezimeter mächtige Marschdecke auf Wattsanden aufliegt. Auf Karten aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist im Nordteil der Insel ein Dünengürtel eingezeichnet. Reste der Dünen sind auf der Erstausgabe des Meßtischblattes von 1878 noch zu erkennen (maximale Höhe: NN +3,3 m). Sie sind heute unter Küstenschutzbauwerken verschwunden. |
| Objektklasse: | Oberflächenform |
| Größe des Objekts: | 3,6 km2 |
| Erreichbarkeit: | Das Objekt kann per Schiff von Cuxhaven oder zu Fuß oder per Wattwagen von Sahlenburg oder Duhnen aus erreicht werden. |
| Nutzung: | keine |
Zustand des | gut; keine akute Gefährdung |
Schutzstatus: | Naturschutzgebiet |
Literatur:
Ehlers, J. (1988): The Morphodynamics of the Wadden Sea. - 397 pp. Rotterdam: Balkema
Lang, A.W. (1970): Untersuchungen zur morphologischen Entwicklung des südlichen Elbe-Ästuars von 1650 bis 1960. - Hamburger Küstenforschung 12: 195 S.
Linke, G. (1970): Über die geologischen Verhältnisse im Gebiet Neuwerk/Scharhörn. - Hamburger Küstenforschung 17: 17-58.
Linke, G. (1982): Der Ablauf der holozänen Transgression der Nordsee aufgrund von Ergebnissen aus dem Gebiet Neuwerk/Scharhörn. - Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet 14: 123-157.
Simon, W.G. (1957): Sedimentpetrographische Kartierung des Neuwerker Watts im Sommer 1952. - Die Küste 6 (2): 130-146
Bearbeiter: Ehlers

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