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Volksdorf Volksdorfer Teichwiesen

Die Tunneltäler der Weichsel-Eiszeit sind meist nur wenige Zehner von Metern tief. Die Niederung der Volksdorfer Teichwiesen ist etwa 1 km lang und 300 m breit. Sie erstreckt sich in ost-westlicher Richtung.

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Volksdorfer Teichwiesen

Bemerkungen/Kurzbeschreibung

Die Niederung der Volksdorfer Teichwiesen ist etwa 1 km lang und 300 m breit. Sie erstreckt sich in ost-westlicher Richtung. Die subglazial (unter dem Eis) abfließenden Schmelzwässer haben das Tal übertieft; die tiefsten Bereiche der ursprünglichen Hohlform sind heute mit bis zu über 6 m mächtigen holozänen Torf- und Muddeschichten verfüllt.

Besonders in den Randbereichen der großen Vereisungen fielen durch oberflächliches Schmelzen des Eises erhebliche Wassermengen an. Diese flossen meist nur ein kurzes Stück an der Gletscheroberfläche, bis sie durch Gletschermühlen einen Weg zur Sohle des Inlandeises fanden. Dort sammelte sich das Schmelzwasser und floss in Tunneln unter dem Eis ab. Daher werden die auf diese Weise geformten Täler als Tunneltäler bezeichnet. Da das Schmelzwasser unter dem Eis zum Teil unter erheblichem Druck stand, konnte es sich tief in den Untergrund einschneiden. Am Westende des Tunneltales lagen mehrere Gletschertore, die nacheinander aktiv gewesen sind. Außerhalb des Eisrandes findet man keine übertieften Talabschnitte; hier floss das Wasser, dem natürlichen Gefälle folgend, in Richtung Alster ab.

Aus der Elster-Eiszeit kennt man mehrere hundert Meter tiefe unter dem Eis (subglazial) entstandene Schmelzwasserrinnen. Die Tunneltäler der Weichsel-Eiszeit sind dagegen meist nur wenige Zehner von Metern tief.  

Lage

Daten und Fakten

Objekt-Nr.:28
Ortsbezeichnung:Volksdorf
Bundesland:Hamburg
TK 25-Nr.:2326 Fuhlsbüttel
Rechts- u. Hochwert:R 35 76 500 - 35 76 840, H 59 470 00 - 59 47 500
Geländehöhe:NN + 30 m
Geotoptyp:Tunneltal der Weichsel-Eiszeit

Regionalgeologische
Zuordnung:

Jungmoränenlandschaft

Stratigraphische Stellung
(geologische Einheit):

Quartär

Petrographische
Beschreibung:

Das Tunneltal ist zum Teil mit spät-weichselzeitlichen Schmelzwasserablagerungen, zum Teil mit holozänen Mudden und Torfen verfüllt.
Genese:

Das Tunneltal ist im Randbereich der Volksdorfer Gletscherzunge entstanden. Es handelt sich um ein einem Inlandeis geformtes Schmelzwassertal mit unregelmäßigem, zum Teil gegenläufigem Gefälle.

Objektklasse:Oberflächenform
Größe des Objekts:ca. 39 ha
Erreichbarkeit:

Das Objekt liegt mitten in Volksdorf, ist durch Wanderwege erschlossen und gut erreichbar.

zu erreichen:

über U-Bahn Volksdorf (400 m) oder Bus 24

Nutzung:

Grünland

Zustand des
Objektes:

gut

Schutzstatus:

Naturschutzgebiet

Literatur:

Grube, F. (1963): Gletscher in Volksdorf. - Unsere Heimat - die Walddörfer 1 (4), 2 S.

Grube, F.. (1968): Zur Geologie der weichsel-eiszeitlichen Gletscherrandzone von Rahlstedt-Meiendorf. Ein Beitrag zur regionalen Geologie von Hamburg. – Abhandlungen und Verhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg N.F. XIII: 141-194.

Grube, F. (2006): Gletscher formten die Rahlstedter Landschaft. - Rahlstedter Jahrbuch für Geschichte & Kultur 2006: 34-46.

Bertram, G. (1999): Das Naturschutzgebiet Volksdorfer Teichwiesen. – In: Köpke, A. & Thannheiser, D. (Hrsg.): Grüne Oasen in Hamburg. Ausgewählte Naturschutzgebiete Hamburgs (Teil 2): 115-120.

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