Gerhard Richter in Hamburg
„Meine Bilder sind klüger als ich.“ (Gerhard Richter)
Öffnungszeiten:
Täglich (auch montags) 11 bis 19 Uhr
donnerstags 11 bis 21 Uhr
Adresse:      Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg
Öff. Verkehrsmittel:   HVV-Fahrplanauskunft
Parkplätze:   Parkleitsystem und Parkhäuser in Hamburg
Gerhard Richter Hamburg
Als Gerhard Richter, heute international hochgeschätzt wie kaum ein anderer Künstler, Anfang der sechziger Jahre in den Westen übersiedelte, begann er, die für ihn neue Welt zu vergegenwärtigen: in großformatig gemalten Photos.
Heute ist in der Gesamtheit dieser Werke das Bild einer Epoche zu entdecken. Die Ausstellung versammelt rund vierzig dieser Bilder und ermöglicht einen neuen Blick auf die ganze Komplexität der Richter’schen Bildwelt, in der sich das Banale und das Böse begegnen: die Träume und die Sehnsüchte der Zeit, wie die schnellen Autos und das neue Reisen, die persönlichen Erinnerungen, die beklemmende Vergangenheit, die aktuelle Politik und die trivialen, gleichwohl vielsagenden Gebrauchsgegenstände des Alltags, wie ein Wäschetrockner oder ein falscher Kronleuchter.
Zum Verständnis der Erinnerungsqualität der Bilder aus den sechziger Jahren ist der Zyklus 18. Oktober 1977 zum Tod der RAF-Mitglieder von zentraler Bedeutung. Als Leihgabe des New Yorker MoMA bildet er den Höhepunkt der Aussstellung.
Gerhard Richter: Flämische Krone, 1965
Gerhard Richter: Sargträger, 1964
Gerhard Richter: XL 513, 1964
Gerhard Richter: Zwei Fiat
Gerhard Richter: Sekretärin, 1964
Musikalisches Begleitprogramm
Zwei hochkarätige Konzerte in Kooperation mit NDR Das neue Werk zeigen die Spannweite musikalischer Positionen der 1960er-Jahre:
Am 6. März 2011 spielt das Ensemble Resonanz Werke von Hans Werner Henze, Helmut Lachenmann, Nicolaus A. Huber und Bernd Alois Zimmermann.
Am 22. März 2011 spielt das Kammerensemble Neue Musik Berlin Luigi Nonos "La fabbrica illuminata" ein Werk, das – ebenso wie die Gemälde Richters – die politischen Themen der Zeit aufgreift. Stücke von György Ligeti und Helmut Lachenmann runden das Programm ab.
Vorträge zur Ausstellung
Am 23. März 2011 erläutert Uwe M. Schneede, Kurator der Ausstellung, die Entwicklung von Richters Malerei inmitten der Düsseldorfer Aktionsszene der 1960er-Jahre.
Am 30. März 2011 führt Sebastian Knauer, der von 1977 bis 1988 beim Magazin Stern arbeitete, in die Bildwelt jener Illustrierten ein, denen auch Gerhard Richter seine Motive entnahm.
Am 6. April 2011 ist mit Gerhart Baum, Bundesminister a. D., ein Zeitzeuge des "Deutschen Herbst" 1977 zu Gast. Aus der Perspektive des Beteiligten schildert er die Ereignisse rund um den von Richter im Zyklus 18. Oktober 1977 thematisierten Tod der RAF-Mitglieder.
Gerhard Richter in der Hamburger Kunsthalle
Zeitgleich zeigt die Hamburger Kunsthalle in der Ausstellung UNSCHARF nach Gerhard Richter, wie sich Gerhard Richter seit den sechziger Jahren vor allem in seiner Malerei mit dem Stilmittel der Unschärfe auseinandergesetzt hat. Die Ausstellung zeigt dies anhand wichtiger, ausgewählter Gemälde, Photographien und einem Film von Richter. Präsentiert werden dazu Werke von zweiundzwanzig national und international bedeutenden Künstlern, die sich auf verschiedene Art mit der Unschärfe beschäftigen.
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