Groß-Hamburg-Gesetz Hamburg unter den Nationalsozialisten

Aufgrund des sogenannten Groß-Hamburg-Gesetzes wurden viele Ortschaften durch Gebietsabtretung eingemeindet und die Grenzen der Hansestadt verschoben. Das Gesetz trat am 1. April 1937 in Kraft.

Groß-Hamburg-Gesetz

Weitere Geschichtsthemen


Schleswig, Lüneburg und Stormarn

Zahlreiche Stadtkreise und Gemeinden gingen zu Zeiten des Nationalsozialismus im April 1937 vom damaligen Preußen (heutiges Niedersachsen und Schleswig-Holstein) an Hamburg über. Darunter die als Hamburger Bezirke bekannten Altona und Wandsbek, ehemals dem Regierungsbezirk Schleswig zugehörig, der Stadtkreis Harburg-Wilhelmsburg, bis dahin Regierungsbezirk Lüneburg, sowie zahlreiche Gemeinden des Landkreises Stormarn. Im Einzelnen genannt: Bergstedt, Billstedt, Bramfeld, Duvenstedt, Hummelsbüttel, Lehmsahl-Mellingstedt, Lohbrügge, Poppenbüttel, Rahlstedt, Sasel, Steilshoop und Wellingsbüttel.

Pinneberg, Stade und Harburg

Zum Gebietsgewinn trugen auch Lokstedt, Niendorf und Schnelsen bei, ehemals Landkreis Pinneberg. Der Stadtteil Cranz gehörte vor der Gesetzgebung zum Landkreis und Regierungsbezirk Stade. Der Landkreis Harburg wurde zudem geteilt, eingemeindet wurden: Altenwerder, Finkenwerder, Fischbek (und Neugraben, seit dem Jahre 1937 ein zugesammengefasster Hamburger Stadtteil), Francop, Gut Moor, Kirchwerder, Langenbek, Marmstorf, Neuenfelde, Neuland, Rönneburg und Sinstorf. All diese Ortschaften zählen zum Stadtgebiet und verloren durch die Gesetzgebung ihre Eigenständigkeit.

Cuxhaven und Neuwerk

Gleichwohl wurden an Preußen auch hamburgische Exklaven abgetreten. Die wohl bekannteste Exklave, die im Zuge des Gesetzes an Preußen überging, war Cuxhaven an der Nordseeküste. Die unweit gelegene Nordseeinsel Neuwerk gehört jedoch seit der Umsetzung des sogenannten "Cuxhaven-Vertrag" aus dem Jahre 1969 wieder zur Freien und Hansestadt Hamburg.

Damalige Stadtgrenzen gelten noch heute

Die im April 1937 festgelegten Hamburger Stadtgrenzen gelten bis heute. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gab es von Seiten einiger Stadtteile aufgrund der nun geringfügigen Eigenständigkeit Bestrebungen, wieder eigene Rechte einzufordern. Dem Wunsch der Bezirke nach mehr Autonomie wurde jedoch bis zum heutigen Tage nie entsprochen. Einzelne Gruppierungen machen sich noch immer für eine Eigenständigkeit stark.

Viele Stadtteile, ein Hamburg

Trotz der Gesetzgebungen und Eingemeindungen haben alle Stadtteile stets ihren eigenen Charme bewahrt und tragen – jeder Ortsteil für sich – zur Vielfalt und zum Facettenreichtum der gesamten Hansestadt Hamburg bei.

Hamburg unter den Nationalsozialisten
Aufgrund des sogenannten Groß-Hamburg-Gesetzes wurden viele Ortschaften durch Gebietsabtretung eingemeindet und die Grenzen der Hansestadt verschoben. Das Gesetz trat am 1. April 1937 in Kraft.
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