Auf den Spuren der Zitronenjette
von Jann-Thorge Thöming
Tagsüber meist am Grasbrook, des Nachts in den Kneipen der Neustadt, warb sie mit dem Ausruf "Zitroon! Zitroon!" für ihre saure Ware.
Am Ende ihrer Schaffenszeit wurde sie wegen starker psychischer Probleme und Trunkenheit in die Anstalt Friedrichsberg eingewiesen. Dort verbrachte sie die letzten 20 Jahre ihres Lebens. Eine Bronzestatue in der Ludwig-Erhard-Straße erinnert an die Obstverkäuferin. Auf der dort postierten Gedenktafel steht auf Plattdeutsch geschrieben:
"Dein Leben war sauer wie die Zitronen, soll sich das Erinnern an dich lohnen? Dein Schicksal erinnert an all die Leute, für die das Glück gar keine Zeit gehabt hat".
Zu ihrem Andenken gab es auch ein Theaterstück. Ab 1900 wurde es im St. Pauli Theater aufgeführt. Eine neuere Inszenierung bot Theaterlegende Henry Vahl (1897-1977) seine letzte Paraderolle.
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