Sport für Senioren Wer rastet der rostet

„Wer rastet, der rostet“ oder „Müßiggang ist aller Laster Anfang“: Der deutsche Volksmund kennt eine Fülle von Sprichwörtern, die vor dem Stillstand warnen. Und in der Tat: Gerade bei älteren Menschen ist regelmäßige Bewegung für den Gesundheitserhalt maßgeblich.

Fit im Alter

Zu viel Ruhe schadet nur

Doch die medizinische Erkenntnis, dass wir uns auch im fortgeschrittenen Alter sportlich betätigen können und sollen, ist relativ neu. Lange Zeit bestand der Irrglaube, Senioren seien konstitutionell gar nicht mehr in der Lage, regelmäßig zu trainieren. Man befürchtete sogar, körperliche Betätigung könne dem Herz schaden, weshalb man Senioren zur Schonung riet. Mit fatalen Folgen: Denn zu viel Ruhe und mangelnde Bewegung beschleunigen den Muskelabbau und erhöhen die Anfälligkeit für Verletzungen. Aber auch unser Herz-Kreislauf-System degeneriert ohne Belastungsphasen.

Sport im Fitnessstudio

Der regelmäßige Besuch eines Fitnessstudios gehört heute für viele Menschen zum Alltagsprogramm. Auch immer mehr ältere Menschen nutzen das Angebot, unter fachgerechter Anweisung und unabhängig von Witterung und Jahreszeit ihr mentales und körperliches Wohlbefinden zu steigern. So sind in den bundesdeutschen Fitnesseinrichtungen mittlerweile über 30 Prozent der Mitglieder zwischen 50 und 70 Jahre alt.

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Trainingsformen, nämlich das sogenannte „Krafttraining“ und das sogenannte „Ausdauertraining“.

Ersteres baut unsere Muskulatur auf und überflüssige Kilos ab. Denn wer mehr Muskelmasse besitzt, verbraucht auch im Ruhezustand mehr Energie. Krafttraining kann außerdem die Knochendichte steigern. So werden unsere Knochen fester und stabiler. Der beste Schutz gegen Knochenbrüche, die gerade im Alter oft langwierige gesundheitliche Probleme verursachen! Ein gezieltes, individuell angepasstes Krafttraining empfiehlt sich deshalb auch bei Osteoporosepatienten als wirksame Therapiemaßnahme. Sogar im Alter von 80 oder 90 Jahren können Senioren mit Krafttraining noch gezielt Muskeln aufbauen.

Mit dem sogenannten „Ausdauer-Training“, zum Beispiel auf dem Laufband, dem Fahrradergometer oder dem Crosstrainer, stärken wir unseren Herzmuskel, senken den Blutdruck und beugen Herzinfarkt und Schlaganfällen vor. Die Anstrengung bei der Bewegung erhöht unsere Pulsfrequenz. Unser Kreislauf wird in Schwung gebracht. Ältere Menschen trainieren idealerweise mit einer Pulsfrequenz, die in der sogenannten „Gesundheitszone“ liegt, also 50 bis 60 Prozent der maximalen Herzfrequenz ausmacht. Als Faustregel für die  Ermittlung der maximalen Herzfrequenz gilt: 220 Schläge abzüglich des individuellen Alters.

Es ist jedoch unbedingt empfehlenswert, sich von einem qualifizierten Trainer ein persönliches Trainingsprogramm erstellen zu lassen. Fachkundiges Personal gibt es in jedem Fitnessstudio. Es hat auch die Aufgabe, die Mitglieder in die richtige, gefahrenlose Bedienung der Geräte einzuweisen.

Fitnessstudios müssen übrigens nicht teuer sein. Viele städtische Einrichtungen und gemeinnützige Sportvereine verfügen heutzutage über Fitnessbereiche.

Übungen für daheim

Viele Trainingseinheiten können Sie ganz ohne Geräte zuhause ausführen. Dazu gehören etwa die Kräftigung der Beinmuskulatur, der Oberarme und der Bauchmuskeln. Anweisungen zu den entsprechenden Übungen finden Sie kostenlos im Internet.

Sport unter freiem Himmel

Die Verbindung von körperlicher Betätigung und Zufuhr von frischer Luft ist optimal, um Kreislauf, Immunsystem, Muskulatur und Skelett zu stärken. Für Senioren eignen sich besonders gut Gelenk schonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Wandern oder Nordic Walking.

Fragen Sie Ihren Arzt bevor Sie loslegen!

Besprechen Sie zuvor unbedingt mit Ihrem Hausarzt, welche Sportart oder Trainingsform für Sie am besten geeignet ist!

 

Wer rastet der rostet
„Wer rastet, der rostet“ oder „Müßiggang ist aller Laster Anfang“: Der deutsche Volksmund kennt eine Fülle von Sprichwörtern, die vor dem Stillstand warnen. Und in der Tat: Gerade bei älteren Menschen ist regelmäßige Bewegung für den Gesundheitserhalt maßgeblich.
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