Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Radioaktive Kontamination: Messstellen in Hamburg

Informationen für Personen, die sich während des Unfalls im Kernkraftwerk Fukushima in Japan aufgehalten haben.

Radioaktive Kontamination: Messstellen in Hamburg

Eine gesundheitsgefährdende Strahlenbelastung kann bei aus Japan in Hamburg ankommenden Personen aufgrund der aktuellen Lage ausgeschlossen werden.

Hohe Strahlendosen, die zu einer akuten „Strahlenkrankheit“ führen, können nur bei den im beschädigten Kernkraftwerk tätigen Mitarbeitern auftreten. Diese Personen werden jedoch bereits vor Ort versorgt und verlassen die Umgebung der - Kernkraftwerke folglich nicht unkontrolliert.

Für Menschen, die sich in der weiteren Umgebung um Fukushima aufgehalten haben, besteht das Risiko einer äußerlichen Kontamination oder einer Inkorporation durch Einatmen von Radioaktivität.

Die resultierende Strahlenbelastung kann dosisabhängig bei den Betroffenen zu einer geringen Erhöhung des Risikos von Spätschäden, wie einer Tumorerkrankung führen.

Für nicht selbst betroffene Menschen besteht keine Gefahr durch die von kontaminierten oder von einer Inkorporation betroffenen Personen ausgehenden Strahlung.

Mit empfindlichen Messmethoden kann nachgewiesen werden, ob eine derartige Kontamination oder Inkorporation stattgefunden hat.

Was kann gemessen werden?

Bei den nach einem Unfall in einem Atomkraftwerk freigesetzten radioaktiven Stoffen handelt es sich um ein Gemisch von verschiedenen Radioisotopen.

Eine äußere Kontamination kann durch eine einfache Messung mit einem Handgerät überprüft werden.

Mögliche Kontaminationen lassen sich durch Duschen leicht entfernen.

Die Radioisotope, zu denen auch das Iodisotop I-131 gehört, werden zum Teil auch eingeatmet und dann in verschiedenen Organen des Körpers angereichert. Das Iod wird in der Schilddrüse abgelagert. Aus diesem Grund ist die Schilddrüse auch oft das am meisten strahlenexponierte Organ.

Mit den vorhandenen Messmethoden kann in den ersten vier bis sechs Wochen nach der möglichen Kontamination die Iodaufnahme in der Schilddrüse nachgewiesen werden.

Wie wird gemessen?

Gemessen wird mit einem hochempfindlichen Instrument die Radioaktivität in der Schilddrüse. Diese Messung erfolgt mit einem externen Detektor, dauert etwa zehn Minuten und ist für die Betroffenen nicht belastend.

Sollte bei dieser Messung die Inkorporation von Iod in der Schilddrüse nachgewiesen werden, dann könnte eine Ganzkörpermessung sinnvoll werden, die nur in speziellen Zentren angeboten wird. Da das I-131 hat eine physikalische Halbwertszeit von acht Tagen hat, wird ist der Nachweis insbesondere bei geringen Inkorporationen nach etwa sechs Wochen zunehmend ungenau.

Neben der beschriebenen Sondenmessung wird als Referenz für spätere Untersuchungen eine Schilddrüsensonographie angeboten. Bei der Strahlenbelastung der Schilddrüse kann bei höheren Dosiswerten im Laufe des Lebens Schilddrüsenkrebs entstehen, der primär als Schilddrüsenknoten identifiziert wird. Anhand des erstellten Referenzbildes kann bei Folgeuntersuchungen zwischen alten und neuen (verdächtigen) Schilddrüsenknoten differenziert werden.

Die Patientinnen und Patienten erhalten nach den durchgeführten Messungen einen zusammenfassenden Befund, ggf. Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

Messstellen in Hamburg

Einrichtung

Kontaktdaten

Asklepios Klinik St. Georg
Abteilung für Nuklearmedizin

Lohmühlenstr. 5, 20099 Hamburg

Tel. 181885-0
Ansprechpartner: Prof. Dr. Leisner

Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
Klinik  für Nuklearmedizin

Martinistraße 52, 20246 Hamburg

Tel. 7410-56147 (Mo. bis Fr., 07.30 bis 15.00 Uhr)
Ansprechpartner:  Prof. Dr. Clausen, PD Dr. Klutmann, Prof. Dr. Mester