Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Gesundheitsbericht Gesundheit Hamburger Kinder im Einschulungsalter

Berichte und Analysen zur Gesundheit

Der Gesundheitsbericht „Gesundheit Hamburger Kinder im Einschulungsalter“ beschreibt zahlreiche gesundheitliche Aspekte bei Kindern im Alter von fünfeinhalb bis sechs Jahren

vergrößern Gesundheitsbericht (Bild: Fotos v. li. o. n. li. u.: ©Daniel Stricker/pixelio.de, ©Dieter Schütz/pixelio.de, ©S. Hofschlaeger/pixelio.de; re. o. ©S. Hofschlaeger/pixelio.de, mi. u: ©Dieter Schütz/pixelio.de) Der Gesundheitsbericht „Gesundheit Hamburger Kinder im Einschulungsalter“ beschreibt zahlreiche gesundheitliche Aspekte bei Kindern im Alter von fünfeinhalb bis sechs Jahren. Der Bericht zeigt zudem ausgewählte Ansätze und Aktivitäten auf, die von der für Gesundheit zuständigen Behörde initiiert wurden sowie Angebote und Handlungsansätze von Hamburger Einrichtungen und Akteuren, die sich um die Kindergesundheit kümmern.

Wesentliche Grundlage des Berichtes „Gesundheit Hamburger Kinder im Einschulungsalter“ sind die Daten der schulärztlichen Untersuchungen vor der Einschulung. Über 26.000. einzuschulende Kinder wurden 2013/2014 untersucht und die Ergebnisse dokumentiert.

Ein erfreuliches Ergebnis: Im Vergleich zu den vorausgehenden Jahren hat sich die Gesundheit einzuschulender Kinder grundsätzlich eher positiv entwickelt. Dies zeigt sich beispielsweise in der verbesserten Inanspruchnahme der Kindervorsorgeuntersuchungen und den bereits erzielten Fortschritten beim Impfschutz.

Die Ergebnisse zeigen aber auch: Die Gesundheit von Kindern ist auch in Hamburg nicht gleich verteilt. Nicht alle Kinder und Familien profitieren im gleichen Maß von den guten Entwicklungen. Sozial schlechter gestellte Kinder, Kinder Alleinerziehender und Kinder mit Migrationshintergrund zeigen auch häufiger Anzeichen für eine eingeschränkte Gesundheit und sind häufiger Gesundheitsrisiken ausgesetzt.

Einige ausgewählte Ergebnisse:

  • Jedes fünfte einzuschulende Kind in Hamburg lebt in einem Haushalt mit nur einem Elternteil bzw. Sorgeberechtigten.
  • Nur wenige untersuchte Kinder haben eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit (acht Prozent) und sind nicht in Deutschland geboren (fünf Prozent). Etwa jedes dritte Kind hat einen Migrationshintergrund.
  • Der Impfschutz für Kinder in Hamburg ist vergleichsweise gut. Insbesondere beim Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln wurden deutliche Verbesserungen erzielt. Der Impfschutz gegen Hepatitis B ist in Hamburg verbesserungswürdig. Es zeigen sich auch regionale Unterschiede: Ein geringerer Impfschutz ist insbesondere in den nördlichen Regionen Hamburgs, in den so genannten Walddörfern, auszumachen.
  • Kindervorsorgeuntersuchungen werden zunehmend besser in Anspruch genommen. Gleichzeitig  gibt  es auch Unterschiede bei der Teilnahme nach sozialen und regionalen Gesichtspunkten. Kinder von Eltern mit niedrigerem Berufsstatus und Kinder mit Migrationshintergrund nehmen die Kindervor­sorgeuntersuchungen deutlich weniger häufig wahr. Auch auf regionaler Ebene gibt es Unterschiede. In sozial eher schlechter gestellten Stadtteilen liegt die Teilnahme an den Kindervorsorgeunter­suchungen deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt.
  • Jedes zehnte der untersuchten Kinder ist als übergewichtig, unter diesen sind nahezu fünf Prozent als adipös einzustufen. Entgegen teilweise anderslautender Aussagen werden Hamburger Kinder im Einschulungsalter im zeitlichen Vergleich nicht immer dicker. Allerdings: Einzuschulende Kinder aus eher sozial schlechter gestellten Regionen Hamburgs sind deutlich häufiger übergewichtig oder adipös und weniger regelmäßig sportlich aktiv.
  • Jedes zehnte der einzuschulenden Kinder in Hamburg ist von Allergien betroffen, deutlich weniger als in den Jahren 2004/2005. Die häufigste chronische Erkrankung im Einschulungsalter ist Neurodermitis.
  • Die Schulärztlichen Daten ermöglichen auch einen Rückblick auf Schwangerschaft und Geburt. So gibt es einige Kinder, die mit der „Hypothek“ der Frühgeburtlichkeit und/oder einem niedrigen Geburtsge­wicht“ ins Leben starten. Entwicklungsauffälligkeiten sind bei diesen Kindern deutlich häufiger.

Die Quintessenz des Berichtes lautet: Sozial benachteiligte und belastete Familien und Kinder müssen als Zielgruppe erkannt und berücksichtigt werden. Dabei sind Familien und Kinder mit Migrationshintergrund in ihrer kulturellen und ethnischen Prägung einzubeziehen. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sollten sozialräumlich geplant und durchgeführt werden.

Stand: Oktober 2015
Umfang: 92 Seiten
Bezug: Der Bericht steht unten als Download zur Verfügung. Er kann bestellt werden über unseren Broschürenservice - Kontaktdaten siehe oben rechts.

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