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Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Hamburg gegen Darmkrebs

Das Bündnis „Hamburg gegen Darmkrebs“ startet die Kampagne „Von außen sieht man nichts“ zur Darmkrebs-Vorsorge.

Ein Artikel aus dem Hamburger Ärzteblatt, März 2009
Von Prof. Dr. Andreas de Weerth, Dr. Carl-Hermann Bothe, Prof. Dr. Irmtraut Koop, PD Dr. Michael Bläker, Dr. Stefan Henschel, Elke Huster-Nowack und Sabine Lindenberg für die Steuerungsgruppe “Hamburg gegen Darmkrebs“

Logo des Hamburger Ärzteblattes Hamburger Ärzteblatt - Zeitschrift der Ärztekammer Hamburg und der Kassenärtlichen Vereinigung Hamburg

(FHH)

Jährlich erkranken ca. 71.400 Menschen in Deutschland an Darmkrebs. Etwa 40 Prozent der Erkrankten versterben jährlich an den Folgen dieser Krankheit. Darmkrebs ist die Krebsart mit der höchsten Neuerkrankungsrate pro Jahr und die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. In Hamburg sind es jährlich ca. 1.000 Neuerkrankungen und etwa 500 Todesfälle.

Mit der Aktion „Hamburg gegen Darmkrebs“ will der Hamburger Senat gemeinsam mit Betroffenen, Ärztinnen und Ärzten, Kliniken, der Ärztekammer Hamburg, der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, der AOK Rheinland/Hamburg und der Techniker Krankenkasse, der Hamburger Krebsgesellschaft , Apotheken und Selbsthilfegruppen auf Möglichkeiten zur Vorbeugung und Früherkennung von Darmkrebs hinweisen. Aus diesem Grunde betreibt die Vorsorgeinitiative unter Federführung der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Öffentlichkeits- und Informationsarbeit mit Plakaten, Broschüren, Patientenveranstaltungen sowie Lesertelefonaktionen zusammen mit den großen Zeitungen Hamburgs.

Wichtige Multiplikatoren und Motivatoren

Darüber hinaus führt die Initiative ärztliche Fortbildungsveranstaltungen für Fach- und Hausärzte durch, die im Rahmen von Beratungsgesprächen ihre Patientinnen und Patienten über die moderne Darmkrebs-Vorsorge informieren. Haus- und Fachärzte sind die wichtigsten Multiplikatoren und Motivatoren der Darmkrebs-Vorsorge.

Unterstützung erhält die Initiative „Hamburg gegen Darmkrebs“ vom japanischem Arzneimittelunternehmen Eisai, das bereits ähnliche Initiativen in Sachsen und Berlin unterstützt. Die Berliner Kampagne, die vom Verleger Uwe Grunwald (Verlag ME, Bad Honeff ) und dem Berliner Gastroenterologen Dr. Rolf Drossel ins Leben gerufen wurde, hatte – wie die Hamburger Kampagne – die Zielsetzung, die Bevölkerung über Möglichkeiten und Chancen der Darmkrebs-Vorsorge, aber auch über die Risiken des Darmkrebses selbst zu informieren. Diese wurde im vergangenen Jahr als integrierte Kampagne mit dem Comprix 2007 in Gold und dem Felix-Burda-Award 2006 in der Kategorie „Public Prevention“ ausgezeichnet.

Ideale Prävention

Von innen faulender Pfirsich - Offizielles Plakat der Kampagne Hamburg gegen Darmkrebs Offizielles Plakat der Kampagne Hamburg gegen Darmkrebs

(FHH)

Zu Beginn der Hamburger Kampagne fand im Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg eine Pressekonferenz statt, in der der Schirmherr der Kampagne „Hamburg gegen Darmkrebs“, Senator Dietrich Wersich, auf die Bedeutung der Vorsorgekoloskopie in der Krebsprävention hingewiesen hat: „Bei frühzeitiger Erkennung liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent! Die Darmspiegelung ist die ideale Prävention, zurzeit durch nichts zu ersetzen und sie ist ab dem 55. Lebensjahr kostenlos.

Ziel der Aktion ‚Hamburg gegen Darmkrebs’ ist, dass die Menschen sehr gut informiert werden und das vorhandene umfangreiche Vorsorgeangebot in unserer Stadt genutzt wird. Damit wollen wir die Erkrankungs- und Sterberate deutlich senken. Dr. Wolfgang Burmeister, Facharzt für Innere Medizin und niedergelassener Gastroenterologe: „In über 90 Prozent entwickeln sich die Darmtumore aus gutartigen Vorstufen, den Darmpolypen. Diese können bei der Darmspiegelung, der Koloskopie, sicher erkannt und entfernt werden. Bei den bisher durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen wurden bei fast jedem dritten Patienten über 50 Jahren solche Darmpolypen gefunden. Die Darmspiegelung ist eine sichere und mit modernen Narkosemöglichkeiten schmerzfreie Methode, die von viel mehr Menschen genutzt werden sollte.“

Erste Erfolge

„Erste Erfolge des bundesweiten Vorsorgeprogramms zeichnen sich ab, die Zahl der Darmkrebstoten sinkt und die Krebsfälle werden früher entdeckt“, so Prof. Dr. Friedrich Hagenmüller, Chefarzt der Gastroenterologie im AK Altona. „Bei 68 Prozent der operierten Krebse liegt kein Lymphknotenbefall vor; die meisten dieser Fälle haben eine gute Heilungschance. Seit 2002 hat zirka ein Viertel der über 55-Jährigen eine Darmspiegelung durchführen lassen. Bei einer höheren Teilnahmequote wäre die Sterblichkeit deutlich zu senken.“

Die Zahlen belegen, dass noch ein hoher Aufklärungsbedarf besteht. Ralf Böker, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg in Hamburg: „Über das Thema Darmkrebsvorsorge muss gesprochen werden. Nach wie vor nehmen zu wenige Menschen die Möglichkeiten der Vorsorge in Anspruch. Als Gesundheitskasse liegt uns die Gesundheit unserer Kunden am Herzen. Dazu gehört auch die Früherkennung von Krankheiten, um rechtzeitig Klarheit zu schaffen.“

Auch Klaus Schäfer, Vizepräsident der Ärztekammer Hamburg und Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hamburg, macht deutlich: „Die Hamburger Hausärzte stehen geschlossen hinter der Kampagne „Hamburg gegen Darmkrebs“. Wir wollen gemeinsam erreichen, dass die Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen steigt.“ Thomas Ch. Römmelt von der deutschen Dependance des japanischen Pharmaunternehmens Eisai verfolgt dasselbe Ziel: „Als sich in Hamburg eine Initiative zur Darmkrebs-Prävention gründete, sagte Eisai seine Unterstützung zu. Wir stellen kostenlos Plakate, Flyer und Handbücher zur Verfügung, die die Bevölkerung in Arztpraxen, Kliniken und Informationsveranstaltungen über die Notwendigkeit und Chancen der Darmkrebs-Vorsorge informieren sollen.“

Prof. Dr. Irmtraut Koop, Chefärztin für Innere Medizin des Amalie Sieveking-Krankenhauses, die mit Prof. Ansgar W. Lohse (Direktor der 1. Medizinischen Klinik des UKE) die Initiative initiierte, stellte in dieser Veranstaltung viele regionale Veranstaltungen in Aussicht, die neben der Information ärztlicher Kollegen insbesondere die Aufklärung medizinischer Laien zum Ziel haben. „Dort wird es um verschiedene Fragestellungen gehen: Was ist Darmkrebs? Was kann ich tun, um ihn zu verhindern? Welche Behandlungsmethoden gibt es?“ In diesem Jahr folgen dann Infoveranstaltungen, Info-Stände, z. B. in Fußballstadien und Baumärkten, Telefonaktionen und vieles mehr.

Am 28. Februar 2009 startet das Hamburger Darmzentrum am Diakonie-Klinikum Hamburg mit einer besonderen Aktion zum Auftakt des Darmkrebsmonats März. Ärzte und Ärztinnen des Krankenhauses informieren gemeinsam mit niedergelassenen Medizinern zum Thema Darmkrebsvorsorge und laden ein zu einer Reise durch ein begehbares Darmmodell.

Darmkrebsmonat März

Weitere Veranstaltungen von verschiedenen Partnern der Kampagne finden im Darmkrebsmonat März 2009 in Kooperation mit der Stiftung Lebensblicke statt. Weitergehende Informationen über die Veranstaltungen und die Initiative finden Sie unter der Internetadresse www.hamburg.de/darmkrebs .

Materialien können unter der Rufnummer 040/42837–2092 oder per Fax: 040/42837–2025 bei der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, Fachabteilung Versorgungsplanung, abgefordert werden. Des Weiteren liegen diese im Formularraum des Ärztehauses aus. Im Internet können Materialien unter www.praxis-service.info/bestellung/hamburg.pdf bestellt werden.