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Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Erläuterungen zu den Grundwassergleichenplänen

Erläuterung zu den Grundwassergleichenplänen für den oberflächennahen Grundwasserleiter (STAND Dezember 2010)

 

Es wird ein Gleichplan von Hamburg dargestellt
(Bild: BSU/U12)

Begriffserläuterung

Die Verbindungslinien gleicher Standrohrspiegelhöhen von Grundwassermessstellen bezogen auf m NN werden als Grundwassergleichen oder Grundwasser-Isohypsen bezeichnet. Für hydraulisch zusammenhängende Grundwasserleiter kann so die flächenhafte Kartendarstellung in einem Grundwassergleichenplan erfolgen. Der Abstand zwischen zwei Grundwassergleichen, gemessen entlang einer senkrecht auf die Gleiche errichteten Gerade, gibt das Grundwassergefälle und somit im Allgemeinen die Grundwasserfließrichtung an. Jedoch ist hierbei zu beachten, dass die Messstellendichte im Messnetz für die Genauigkeit der interpolierten Daten ausschlaggebend ist, da sich gerade bei komplizierten und wechselnden (hydro‑)geologischen Untergrundverhältnissen kleinräumig nennenswerte Änderungen im Grundwasserstand und der –fließrichtung ergeben können.

Eine Maßstabsorientierung und eine fachlich korrekte Interpretation der hier erstellten Grundwassergleichenpläne sind für Maßstäbe im Bereich von 1:10.000 bis 1:20.000 ausgelegt. Für größere Maßstabe (z.B. M 1:1.000) reicht die Genauigkeit der Datengrundlage nicht aus. Dies bedeutet, dass zum Beispiel zur Bestimmung der Grundwasserfließrichtung im größeren Maßstab Sondermessnetze zur Erstellung aussagekräftiger Grundwasserpläne eingerichtet werden müssen.

Gleichenpläne für Hamburg

Die Grundwassergleichenpläne mit extremen Grundwasserständen der Jahre 2008 und 1996 sowie der Gleichenplan 1991 mit mittleren Grundwasserstandsverhältnissen wurden mit einem Datenbestand von Grundwasserstandsmessungen der BSU (ca. 630 Grundwassermessstellen) sowie der Hamburger Wasserwerke GmbH (ca. 390 Grundwassermessstellen) erstellt.

Alle verwendeten Grundwasserstandsdaten beziehen sich auf das oberflächennahe, meist zusammenhängende Aquifersystem, das im Wesentlichen den 1. Hauptgrundwasserleiter (= 1. HGWL) in Hamburg umfasst und das überwiegend quartären Schichtfolgen (Elster-, Saale-, Weichselkaltzeit) zugerechnet wird. Soweit vorhanden flossen zur Kalibrierung des Gleichenplans Oberflächenwasserdaten mit hydraulischer Anbindung zum 1. HGWL in die Auswertung mit ein. Höhere und hydraulisch getrennte von diesem System ausgebildete schwebende Grundwasserleiter und Stauwasserhorizonte wurden nicht berücksichtigt.

Die Jahresangaben beziehen sich auf das entsprechende Hydrologische Jahr, wobei die Monatszählung mit November beginnt und im Oktober des darauffolgenden Jahres endet (z.B. 1.11.1994 – 31.10.1995 = Hydrojahr 1995).

Die Grundwasserstände der Jahre 1996 und 2008 wurden für die jeweiligen Minimal-/Maximal-Werte im Jahr ausgewertet:

  • höchster Grundwasserstand für das Hydrojahr 2008 – Isohypsen/Isolinien
    im 1m-Abstand im Geestbereich / 0,25m im Marschbereich (< 2 m NN)
  • niedrigster Grundwasserstand für das Hydrojahr 1996 – Isohypsen/Isolinien im 1m-Abstand im Geestbereich / 0,25m im Marschbereich (< 1m NN).

Für mittlere Grundwasserstandsverhältnisse wurde das hydrologische Jahr 1991 ausgewählt, wobei hier der Jahresmittelwert pro Messstelle über die jeweiligen Monatsmittelwerte berechnet wurde:

  • mittlerer Grundwasserstand für das Hydrojahr 1991 – Isohypsen/Isolinien im 1m-Abstand im Geestbereich / 0,25m im Marschbereich (< 1m NN).

Relevant beim Anklicken der Isohypsen im Geoportal über den Infobutton ist lediglich die Angabe GW_Stand_in_m_NN, die die Höhe der Isohypsen auf Meter NormalNull angibt. In Bereichen von Nichtleiterblöcken ist nicht mit flächenhaft verbreiteten Grundwasser zu rechnen, so dass die Grundwassergleichen in diesen Bereichen ausgeschnitten wurden.

Alle Karten geben die Druckfläche des freien Grundwasserspiegels im oberflächennahen Grundwasserleiter wieder, Bereiche mit gespannten Grundwasserverhältnissen, wie sie überwiegend in der Elbmarsch auftreten, sind nicht ausgewiesen.

Somit sind die drei Gleichenpläne für die Ersteinschätzung der Grundwasserverhältnisse im 1. Hauptgrundwasserleiter konzipiert und bieten eine wertvolle Information über die regional vorhandenen Grundwasserstandsverhältnisse. Für weitergehende Informationen über Grundwassergleichen in tiefen Grundwasserleitern (tertiäre Braunkohlensande) wenden Sie sich bitte an das Geologische Landesamt.

Anwendungsmöglichkeiten:

Grundwasserstände werden für folgende Aufgabenbereiche benötigt:

  • Bewertung des Einbaus von Ersatz- und Recyclingbaustoffen in den Untergrund (beim Einbau dieser Materialien muss ein Mindestabstand von 1 m zum höchsten zu erwartenden Grundwasserspiegel eingehalten werden)
  • Einschätzung des höchsten Grundwasserstandes zur Bewertung der Problematik von eindringendem Grundwasser in Keller (Kellervernässung) (bei Starkregenereignissen bzw. durch längerfristige Reduzierung der Grundwasserförderung und einem dadurch steigendem Grundwasserspiegel.)
  • Bewertung des Niederschlagsversickerungspotenzials einer Fläche (Gebiete mit weniger als 1 m Flurabstand sind für eine Versickerung nicht geeignet)
  • Zur Bestimmung der Bohrtiefe zur Herstellung eines Brunnens 
  • Zur Planung möglicher Trockenhaltungsmaßnahmen bei Tiefbauarbeiten

Haftung und Vertrieb:

Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Konsistenz der Grundwassergleichenpläne 1991, 1996 und 2008 werden keine Haftung und Gewährleistung übernommen. Eine Haftung entfällt auch für Folgen und möglichen Schäden, die aus der Anwendung oder Bearbeitung der Karte oder der von ihnen abgeleiteten oder erzeugten Zwischen- und Folgeprodukte entstehen können.

Die Karten können als digitale Shape-Dateien für die ARCGIS-Version 9.3 direkt bei der BSU/U12 bezogen werden. Die Kosten für eine Karte als Shape-Datei (Linien) beträgt für das Hamburger Stadtgebiet 140 Euro. Hierbei enthalten sind keine weiteren Informationen (wie topografische Karten etc.).

Außerdem können bei Bedarf A0-Plots im Maßstab 1:75.000 mit einem pauschalem Kostenaufwand von 80 Euro bestellt werden.