SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Hagenbecks Tierpark Inventur und Gesundheitscheck –Bestandsaufnahme in Hamburgs Tropen

Am 29. Dezember 2015 war die alljährliche Inventur im Tropen-Aquarium Hagenbeck. Dieses mal wurden die Kattas, die Riesen-Grütelschweife und die Oman-Dornschwanzagamen auf ihre Gesundheit gecheckt.
Außerdem wurden die Eier von Zebrahaiweibchen Sally im Großen Hai-Atoll gesammelt, um zu überprüfen ob sie einen Eidotter besitzen und befruchtet sind.

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Hagenbecks Tierpark Inventur 2015

Katta (Lemur catta)

Aufrecht sitzend, Bauch und Gesicht dem Licht zugewandt und die Arme weit ausgebreitet, nehmen diese katzengroßen Lemuren gern Sonnenbäder. Sie bevorzugen pflanzliche Kost, doch auch Insekten bereichern hin und wieder ihren Speiseplan. Da die geselligen Tiere im Gegensatz zu vielen anderen Lemurenarten tagaktiv sind und sich auch gerne auf dem Boden aufhalten, sind hautnahe Begegnungen möglich. Wenn die Kattas übermütig von der Treppe über Strommasten auf die Bank oder das Hüttendach turnen, benutzen die sympathischen Lemuren gelegentlich die Schulter von Besuchern als Zwischenstation. Im Tropen-Aquarium werden Kattas innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms gezüchtet. Nach der üblichen Tragezeit von 130 Tagen kam der jüngste Nachwuchs bei den Kattas zur Welt, ein Männchen namens Itondy. Wie bei den Menschen kommt auch der Nachwuchs dieser Lemuren mit blauen Augen auf die Welt. Erst mit zunehmendem Alter werden die Augen orangegelb. Mit sieben Monaten wog Itondy bereits 682 Gramm, heute bringt der kleine schon stolze 1355 Gramm auf die Wage. Insgesamt hatten die kleinen Lemuren in letzter Zeit jedoch mit 
leichtem Übergewicht zu kämpfen, was sie allerdings durch bewusst Ernährung noch vor 2016 abwarfen und die Kattas rund 200 Gramm abnahmen.

Riesen-Gürtelschweif (Cordylus giganteus)

Riesen-Gürtelschweife gehören zu der Familie der Gürtelechsen. Charakteristisch sind der dreieckige Kopf, der abgeflachte Körper sowie der mit Stacheln besetzte Schwanz, der ihnen das drachenähnliche Aussehen verleiht. Sie bewohnen die Graswiesen und Hochlandsteppen Südafrikas. Die tagaktiven Echsen erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 40 Zentimetern und leben in Erdbauten. Während der kalten Wintermonate halten die Reptilien einen mehrmonatigen Winterschlaf. Zu ihrer Nahrung gehören Insekten Gliederfüßer, und kleine Wirbeltiere. Pflanzliche Kost nehmen sie nur im Ausnahmefall zu sich. Im Alter von etwa drei Jahren erreichen Riesen-Gürtelschweife ihre Geschlechtsreife. Die Paarungszeit beginnt alle zwei Jahre im Frühjahr nach der Winterruhe. Riesen-Gürtelschweife gehören zu den lebend gebärenden Echsen und bringen nach einer Tragezeit von 130 bis 140 Tagen im Sommer ein bis fünf Jungtiere zur Welt, die eine Geburtslänge von 12 Zentimetern haben. Nachzuchten gelingen nur selten, da ihre komplizierte Winterruhe in menschlicher Obhut nur schwer zu realisieren ist. Riesen-Gürtelschweife können ein Alter von zwanzig Jahren erreichen. Im Tropen-Aquarium Hagenbeck lässt sich das Interessante Gesellschaftsleben der Riesen-Gürtelschweife im Afrika-Reil der Tropen-Welt sehr gut beobachten. Bei ihrer Untersuchung am 29. Dezember 2015 waren die kleinen kerngesund.

Oman-Dornschwanzagame (Uromastyx thomasi)

Seit rund drei Monaten bewohnen Oman-Dornschwanzagamen die Tropenwelt. Die aus dem Oman
stammenden Echsen können ihre Färbung ändern, um damit die eigene Körpertemperatur zu regeln. Eine überlebenswichtige Eigenschaft, da sie bevorzugt in Wüstenregionen wohnen, in denen Temperaturen von bis zu 50°C erreicht werden. Der Oman-Dornschwanz hat einen auffällig runden Schwanz, der auf der Flucht in kleine Erdhöhlen eingesetzt wird, um den Eingang zu verschließen. Oman-Dornschwanzagamen strecken ihre Vorderbeine durch und halten meist von einer erhöhten Position Ausschau über ihr Revier. Die Wasserknappheit in den Wüstenregionen kompensieren die Tiere, indem sie ihren Wasserbedarf über den Stoffwechsel ihrer Nahrung stillen. Die Echsen sind vorwiegend Pflanzenfresser, verschmähen aber auch selten Insekten. Bei ihrer Untersuchung waren die kleinen Top fit. Noch sind Sie jedoch nicht ausgewachsen, im Erwachsenenalter werden sie rund drei Mal so groß sein.

Hai-Eier im Großen Hai-Atoll

Regelmäßig sammeln die Taucher im Großen Hau-Atoll die Eier von Zebrahaiweibechen Sally ein. Mit einer speziellen Taschenlampe durchleuchten die Tierpfleger die einzelnen Eier, um zu untersuchen, ob sie ein Eidotter besitzen und befruchtet sind. Leider war das in den vergangen Jahren nur selten der Fall. Daher wurden die Eihäute getrocknet und der Zooschule zur Verfügung gestellt. Etwa 30 bis 50 Eier legt ein Zebrahaiweibchen pro Jahr. Die Entwicklungsbiologie der Haue ist allerdings noch zu wenig erforscht, um erklären zu können, warum die Eier im Tropen-Aquarium Hagenbeck bisher nie befruchtet wurden.