SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Tropen-Aquarium Elegante Überlebenskünstler verlassen Hamburg

Wie kleine Gespenster bewegen sie sich im Wasser. In nur wenigen Tagen müssen sich die Hamburger von den ersten Rochen aus dem Tierpark Hagenbeck verabschieden. Unter ihnen ist auch eine Hamburger Stechrochendame.

1 / 1

Rochenzucht im Tropen-Aquarium Hagenbeck

Ein großer Umzug im Tierpark Hagenbeck steht bevor. Neun Jungrochen werden in den nächsten Wochen und Monaten Hamburgs Tropen-Aquarium in Richtung Fehmarn, Istanbul, Boston, Arnheim und Berlin verlassen. Taucher holen die Rochen dann aus ihren Aquarien. Der Transport ist sehr aufwendig und für die Tiere sehr stressig. Die Rochen müssen zum Teil mit Muscheln und Fisch zwangsernährt werden, falls sie die Nahrungsaufnahme verweigern sollten.

Erfolgreiche Zucht

Bereits seit vielen Jahren züchtet Hagenbeck erfolgreich verschiedene Rochenarten. Momentan leben dort drei verschiedene Arten: Adlerrochen, blaugepunktete Rochen und Stechrochen. Unter ihnen ist auch die Violette Stechrochendame, die im Jahr 2009 bei Hagenbeck geboren wurde und kommenden Dienstag nach Berlin in das Zoo-Aquarium umzieht. „Wir brauchen uns international nicht zu verstecken“, erzählt der Leiter des Tropen-Aquariums Dr. Guido Westhoff. Bereits im vergangenen Jahr haben sieben weitere Rochen Hamburg verlassen. Ziel ist es, mit den Tieren neue Populationen aufzubauen und dazu beizutragen, den Bestand in Aquarien zu sichern.

Vom Aussterben bedroht

„Wir sind im ständigen Austausch mit anderen Zoos, um eine weltweite Rochenzucht aufzubauen. Es ist enorm wichtig, diese bedrohten Tiere zu erhalten, auch gerade deshalb weil die Tiere im Freiland stark bedroht sind“, erklärt Westhoff. Weltweit gibt es rund 630 verschiedene Rochenarten. Trotzdem steht fast ein Viertel aller Hai- und Rochenarten auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Tiere. Beispielsweise sind Adlerrochen vor allem durch Fischerei in ihrem Bestand gefährdet. Sie geraten meistens als Beifang in die Netze der Fischer und verenden meist qualvoll in Kiemen- oder Schleppnetzen oder an Langleinen. Die Flügel der Rochen werden weltweit zu hohen Preisen verkauft und der Rest gelangt wieder als Abfall ins Meer.

Was sie so besonders macht

Das Besondere an den Rochen ist ihre Vielfalt. Sie leben weltweit in allen Süß- und Salzgewässern. Anders als manch andere Meeresbewohner, werden die Jungen lebend geboren. Ihre erstaunlichste Fähigkeit liegt im Aufspüren von elektromagnetischen Feldern. „Es macht Freude mit den Tieren zu arbeiten“, sagt Westhoff. Bei Angriffen von Feinden wissen sie sich zu tarnen und zu wehren mit ihren scharfen Zähnen oder ihrem Giftstachel. 

Zukunftspläne

Auch in Zukunft will der Tierpark Hagenbeck die Zusammenarbeit mit anderen Zoos weltweit ausbauen und verstärkt auf die Zucht bedrohter Rochenarten eingehen. Außerdem erhofft sich der Leiter des Tropen-Aquariums Dr. Guido Westhoff neuen Nachwuchs bei den Rochen.