SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Wildbienen-Lehrpfad Ein Zimmer im Grünen

Eigentlich ist der Tierpark Hagenbeck eher für seine großen Tiere bekannt. Mit dem neuen Wildbienen-Lehrpfad, der in Kooperation mit der Deutschen Wildtier Stiftung entstanden ist, bekommen jetzt auch ganz kleine Tiere einen festen Platz. Schließlich sind sie vor allem in urbanen Gegenden sehr gefährdet.

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Eröffnung des Wildbienen-Lehrpfades im Hagenbecks Tierpark

Wildbienenhotel eröffnet

Im Mai 2017 eröffnete Hagenbecks Tierpark den Wildbienen-Lehrpfad. An den sechs Stationen, die im gesamten Park verteilt sind, werden Besucher in die Welt der Wildbienen eingeführt. Zudem erfahren Besucher, welchen Beitrag jeder einzelne im hauseigenen Garten oder auf dem Balkon für den Erhalt der kleinen Tiere leisten kann. Das Wildbienenhotel bildet eine der liebevoll gestalteten Stationen und ist Teil eines großen Wildtierprojekts der Deutschen Wildtier Stiftung. Im Jahr 2015 wurde das Projekt ins Leben gerufen. Ziel ist es den Bienen ein möglichst großes Angebot an Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten zu bieten. Der Grund hierfür ist eher unerfreulich, denn rund die Hälfte aller Wildbienenarten steht mittlerweile auf der roten Liste und ist somit vom Aussterben bedroht. Mit dem Lehrpfad im Tierpark Hagenbeck ist Hamburg der erste Ort, an dem wildbienenfreundliche Flächen geschaffen werden.

Fast 600 Arten mit unterschiedlichen Lebensräumen

Anders als die Honigbiene, die auf die Verteidigung ihres Bienenvolkes eingestimmt ist und dementsprechend eher als aggressiv gilt, ist die Wildbiene ein sehr friedfertiges Insekt. 95 Prozent von ihnen sind Einsiedler. Viele Fakten über die Wildbiene, dessen Name ziemlich irreführend ist, sind bei uns Menschen eher unbekannt. So wissen nur die wenigsten, dass es fast 600 verschiedene Arten von ihr gibt, die alle unterschiedliche Lebensräume und Nahrungsquellen für sich beanspruchen. Während die eine Art eher in Totholz oder Stängeln nistet, fühlt sich wiederum eine andere in Trockenmauern sehr wohl. Diese Vielfältigkeit der Lebensräume soll auch den Tierparkbesuchern mithilfe der verschiedenen Stationen vermitteln werden. 

Mit seinen vielen bunten Blüten und Obstbäumen fällt der Bauerngarten als zweite Station des Lehrpfades sofort auf und bietet mit seinem Blütennektar nicht nur ein reiches Nahrungsangebot für die Wildbienen. Auch der Mensch kann sich an der üppigen Blütenpracht in seinem Garten erfreuen.

Warum Wildbienen so wichtig sind

Wildbienen sind wichtige Bestäuber und leisten einen enormen ökologischen und ökonomischen Beitrag für Mensch und Natur. Rund 30 Prozent von ihnen sind für den Polleneintrag auf eine oder wenige Pflanzenfamilien, -gattungen oder sogar nur eine einzige Pflanzenart spezialisiert. Würden diese Wildbienenarten aussterben, könnten sich auch die entsprechenden Pflanzen nicht mehr entwickeln. Deshalb appelliert Dr. Stephan Hering-Hagenbeck, zoologischer Direktor im Tierpark, an jeden Bewohner urbaner Räume selber einen Beitrag für den Erhalt der Wildbiene zu leisten: „Wir Menschen entscheiden, ob es die Wildbiene in Zukunft noch geben soll.“ Auch Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung, betont, dass es für jeden ein Einfaches ist, der Wildbiene zu helfen und mit der Bepflanzung des eigenen Balkons oder Gartens ein vielfältiges Nahrungsangebot für die kleinen Nutztierchen zu schaffen.