Flutkatastrophen Wenn der Sturm kommt

Jedes Jahr ereilt Hamburg mehrfache Sturmwarnungen. Darunter fielen auch starke Stürme, die folgenschwere Überschwemmungen verursachten. Hier finden Sie eine Übersicht über die schlimmsten Sturmkatastrophen der Geschichte Hamburgs.

Sturmfluten in Hamburg

Die Hanseaten leben mit der Gewissheit über ständige Überschwemmungen, besonders in den Monaten von September bis April. Doch Hamburg erlebt auch immer wieder Sturmfluten, die erhebliche Schäden anrichten. In Hamburg wird eine Überschwemmung zur Sturmflut, wenn der Pegel St. Pauli den Wert von 3,40 Meter über Normalnull (NN) überschreitet. Ab 4,50 Meter über NN wird von einer schweren, ab 5,50 Meter über NN von einer sehr schweren Sturmflut gesprochen. Ungefähr 109.000 Haushalte und Firmen gehören in Hamburg zu den sturmflutgefährdeten Gebieten.

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Sturmflut / imago

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In der Hansestadt ist der Katastrophenschutz die Aufgabe aller Behörden und Ämter. Eine besondere Stellung hat dabei jedoch die Behörde für Inneres und Sport. Im Katastrophenfall ist sie für die Koordination aller Abwehrmaßnahmen verantwortlich.

Die schlimmsten Sturmfluten Hamburgs

Hamburg erlebt jährlich mehrere Flutwarnungen. Viele Stürme brachten tragischerweise nicht nur materielle Schäden, sie kosteten auch vielen Menschen das Leben. Die scheinbaren Opferzahlen und Auswirkungen der unterschiedlichen Sturmfluten beruhen bis ins 16. Jahrhundert weitesgehend auf groben Schätzungen. Die schlimmsten Fluten der Geschichte Hamburgs sind im Folgenden chronologisch aufgelistet:

17. Februar 1164:
Durch die Erste Julianenflut entstehen die ersten Einbrüche des Jadebusens und große Schäden im Unterelbegebiet. Es werden etwa 20.000 Tote vermutet.  

16. Januar 1219:
Im Elbegebiet kommt es durch die Erste Marcellusflut zu großen Überflutungen.

28. Dezember 1248:
Die Allerkindleinsflut kostet vielen Menschen das Leben und die historische hamburgische Elbinsel Gorieswerder wird in mehrere Teile zertrennt.

15 bis 17. Januar 1362:
Es wird vermutet, dass die Zweite Marcellusflut, auch „Erste Große Mandränke“ genannt, die größte Sturmflutkatastrophe an der deutschen Küste war. Dabei sollen bis zu 100.000 Menschen ertrunken sein.

21. November 1412:
Die Cäcilienflut vernichtete an der Estemündung das Dorf Zesterfleth und trennt die Elbinsel Hahnöfersand vom Festland ab. Insgesamt gab es angeblich 30.600 Tote.

1. November 1570:
Bei der Allerheiligenflut 1570 brechen im Alten Land, in Stillhorn, Moorwerder und in den Vier- und Marschlanden die Deiche. Es werden 15.000 bis 25.000 Tote geschätzt.

26. Februar 1625:
Die Fastelabendflut, auch „Eisflut“ genannt, richtete besonders im Alten land und Hamburg große Schäden an.

25. Januar 1634:
Bei der sogenannten St. Pauli-Bekehrungsnachtflut wurde der Estedeich von Hove auf 900 Meter Länge zerstört.

24. und 25. Dezember 1717:
Die Auswirkungen der Weihnachtsflut war enorm. Es ertranken 11.150 Menschen und 100.000 Tiere. Rund 8.000 Häuser wurden dabei zerstört. Es ist die größte bis dahin bekannte Sturmflut.

3. und 4. Februar 1825:
Bis 1962 geschah in diesem Jahr mit der Februarflut 1825 die höchste Sturmflut an der deutschen Nordseeküste und im Elbegebiet. Der Scheitelwasserstand betrug 5,24 Meter über NN am Pegel von St. Pauli. Zahlreiche Deichbrüche führten zu verheerenden Überschwemmungen. Nach dieser Flut legte man die Höhe der Deiche auf 5,70 Meter fest. Es starben 800 Menschen.

1. und 2. Januar 1855:
Mit einem Pegelstand von 5,11 Meter über NN erreicht die Neujahrsflut zumindest in St. Pauli nicht den Wasserstand von der vorherigen Flut 1825. Bis 1962 kam es danach zu keiner weiteren schweren Sturmflut. Es entstanden schwere Deichbrüche, Überschwemmungen und Zerstörungen im Alten Land, Wilhelmsburg und den Vier- und Marschlanden.

16. und 17. Februar 1962:
Der Wasserstand von 5,70 Meter über Normalnull bei der Februarsturmflut 1962 (Zweite Julianenflut) steht nicht für die höchste, aber die schlimmste Sturmflut für Hamburg im 20. Jahrhundert. Die Grundlage der Katastrophe war ein langandauernder Sturm über der nördlichen Nordsee und ein Wilndfeld über der Deutschen Bucht. Zusätzlich beeinflusste eine Fernwelle aus dem Atlantik die Flutkatastrophe bei Cuxhaven um fast einen Meter. Zahlreiche Deiche brechen an der Elbe in Hamburg und etwa 340 Menschen sterben.

6. November bis 17. Dezember 1973:
Der höchste Wert der insgesamt 28 Sturmfluten, darunter sechs sehr schwere, wurde am 7. Dezember am Pegel St. Pauli gemessen: 5,33 Meter über NN. Die Sturmflutkette von Herbst 1973 ist die längste Kette seit Menschengedenken. Trotz dem großen Zeitrahmen blieben die Schäden außerhalb des Hafengebiets relativ gering, da die neuen Hochwasserschutzanlagen größtenteils bereits fertiggestellt waren.

3. und 4. Januar 1976:
Die Erste Januarflut 1976 (Capella-Orkan) erbrachte einen Wasserstand von 6,45 Meter über Normalnull. Dies ist bisher (Oktober 2014) die höchste Sturmflut aller Zeiten. Die Hochwasserschutzanlagen am Pegel in St. Pauli, die 1962 gebaut wurden, mussten eine harte Bewährungsprobe bestehen. Mittlerweile sind sie auf eine Höhe zwischen 7,20 und 9,25 Meter über NN erweitert worden. Damals entstanden erhebliche Schäden von mehreren Hundert Millionen Mark in den Außendeichgebieten.  

26. bis 28. Feburar 1990:
An den drei Tagen gab es zwei Orkan-, zwei Sturm- und eine Windflut. Dies war die bis dahin intensivste bekannte unmittelbare Serie schwerer Fluten.

28. Januar 1994:
Der Windsturm „lore“ verursachte einen Wasserstand von 6,02 Meter über Normalnull.

10. Januar 1995:
Der Wasserstand der Elbe stieg in Hamburg auf 6,02 Meter über Normallnull. Dies war die Folge eines Sturmes.

3. Dezember 1999:
Der Orkan „Anatol“ versetzt Nordeuropa in Aufregung. Es sterben mindestens 20 Menschen, drei davon in Deutschland. Die Elbe steigt in Hamburg auf einen Wasserstand von 5,95 Meter über Normalnull.

9. November 2007:
Sturmtief Tilo brachte eine Sturmflut mit den schwersten Überschwemmungen in Hamburg seit 1990.

6. Dezember 2013:
Orkantief „Xaver“ verursachte die zweithöchste Sturmflut Hamburgs. Der Wasserstand war 6,09 Meter über Normalnull. Folglich stand der Fischmarkt mannshoch unter Wasser, die Elbchaussee bei Teufelsbrück wie auch Teile der HafenCity waren überspült

Wenn der Sturm kommt
Jedes Jahr ereilt Hamburg mehrfache Sturmwarnungen. Darunter fielen auch starke Stürme, die folgenschwere Überschwemmungen verursachten. Hier finden Sie eine Übersicht über die schlimmsten Sturmkatastrophen der Geschichte Hamburgs.
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