SONDERVERÖFFENTLICHUNG
  •  
  •  
  •  
  •  
  • 1 Kommentar

Galerie der Gegenwart

1997 eröffnete die Galerie der Gegenwart, ein eigenes Gebäude für Moderne Kunst in der Hamburger Kunsthalle.

 

Mit der Eröffnung der Galerie der Gegenwart präsentierte die Kunsthalle ihre neue Sammlung internationaler Kunst seit 1960 – von der Pop Art bis heute. Der zweiteilige, 1997 eröffnete Bau von Oswald Mathias Ungers besteht aus einem vierstöckigen Kubus mit strahlend heller Kalksteinfassade, der durch das mit rotem Granit verkleidete Sockelgeschoss, das den Kubus mit der alten Kunsthalle verbindet, ergänzt wird. Der Bau berücksichtigt zum einen die städtebauliche Lage und die Verbindung zum Gründungsbau der Kunsthalle, zum anderen wird er der Präsentation der Kunstwerke und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht.

Speziell für die Galerie der Gegenwart haben einige Künstler Werke konzipiert und diese selbst vor Ort installiert: wie etwa Richard Serras tonnenschweres Blei-Splashing, Jannis Kounellis’ geschichtete, mit Steinen gefüllte Jutesäcke aus dem Hamburger Hafen, Ilya Kabakovs Krankenzimmer, Ian Hamilton Finlays Textinstallation auf dem Platz zwischen der Galerie der Gegenwart und dem Gründungsbau, Jenny Holzers an der Decke verlaufendes LED-Band, das den Übergang zwischen Alt- und Neubau herstellt oder das von Monika Sosnowska eingerichtete verwirrende Raumgefüge in einer Abseite der Schausammlung. 

Lange Nacht der Museen 08

(hamburg.de, Jawaneh Golesorkh)

Diese dauerhaft gezeigten Werke sind eingebunden in Bestände bedeutender Künstler wie beispielsweise Gerhard Richter, Richard Long, Isa Genzken sowie Astrid Klein. Außerdem werden die vielschichtigen Bewegungen und Tendenzen der letzten Jahrzehnte in ihren wesentlichen Facetten anschaulich gemacht. So lassen sich individueller Ansatz und zeittypisches Moment verknüpfen: Andy Warhol oder David Hockney vor dem Hintergrund der Pop Art, Robert Morris, Carl Andre oder Ulrich Rückriem in Zusammenhang der direkten Formsprache des Materials, Hanne Darboven als die zentrale Persönlichkeit der Konzeptkunst, Bruce Nauman als Bezugsfigur für die junge amerikanische Kunst.
 
Herausragende und für die Galerie der Gegenwart charakteristische Sammlungsschwerpunkte sind die Malerei seit den 1960er Jahren, die Kunst der Spurensucher und Feldforscher – von Nikolaus Lang bis zu Sophie Calle und The Atlas Group -, Skulpturen und Modelle deutscher Bildhauer der späten 1980er und 1990er Jahre (Thomas Schütte, Reinhard Mucha, Stephan Huber, Wiebke Siem, Olaf Metzel) sowie die deutsche Photographie der Becher-Schüler Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff und Candida Höfer. Außerdem verfügt die Hamburger Kunsthalle über eine sehr umfangreiche Sammlung von Videos und Neuen Medien, die laufend erweitert wird.
 
Das kontinuierliche und nachhaltige Sammeln und Erweitern des Bestandes ist eine essentielle Aufgabe – und eine große Herausforderung gerade in Anbetracht sinkender öffentlicher Mittel. Private Förderer und Stifter bilden daher eine unverzichtbare Säule in der Ankaufspolitik. Der eigene Bestand der Hamburger Kunsthalle wird zudem von Dauerleihgaben aus der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen (SHK) sowie von privaten Leihgaben bereichert – darunter aktuelle amerikanische und deutsche Kunst aus der Sammlung Scharpff, Konzeptkunst aus der Sammlung Sohst, Minimal Art aus der Sammlung Lafrenz sowie größere Werkblöcke aus der Sammlung Böckmann und der Sammlung Jung.

Regelmäßige Sonderausstellungen und permanenter Perspektivwechsel sowie die Interaktion von neueren und früheren Erwerbungen ergänzen die Sammlungspräsentation und halten sie somit lebendig.

Pedro Cabrita Reis

(Paolo Pellion)

Eine Besonderheit stellt die Reihe Reden über Kunst dar, in der seit 1996 herausragende Künstler und Protagonisten des Kunstbetriebs zu Wort kommen und über ihre Arbeit berichten. Die Künstlerliste umfasst Namen wie u. a. Ilya Kabakov, Jenny Holzer, Markus Lüpertz, Claes Oldenburg & Coosje van Bruggen, Thomas Struth, Nan Goldin, Jeff Koons, Thomas Schütte, Carl Andre und Lawrence Weiner, Olaf Metzel, Sophie Calle, Mona Hatoum, Okwui Enwezor, Neo Rauch, Daniel Richter, Roman Signer und Pedro Cabrita Reis.

Seit dem Dezember 2008 leiten Sabrina van der Ley und Petra Roettig gemeinsam die Galerie der Gegenwart. Sabrina van der Ley ist als Kuratorin für zeitgenössische Malerei, Skulpturen, Objekte und Installationen zuständig. Petra Roettig ist als Kuratorin zuständig für Graphik des 20./21. Jahrhunderts und für Photographie.

Sabrina van der Ley und Petra Roettig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 21 Uhr, vor Feiertagen 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen
Die Kassen schließen jeweils 30 Minuten vor Ende der Besuchszeit

Eintrittspreise:
Erwachsene 8,50-10€
ermäßigt: 5€
Familienkarte 14€
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Mitglieder der "Freunde der kunsthalle e.V." und des "Malschulvereins in der Kunsthalle e.V." erhalten freien Eintritt.

mehr Infos zur Hamburger Kunsthalle

 
 
 
Artikel bewerten:
 
 
trackback-icon Trackback URI für diesen Artikel
einblendenausblenden 1 Kommentar
Kommentare werden geladen...