Das Hamburger Netbook-Projekt
Die für die Bildung in Deutschland Verantwortlichen bemühen sich seit Jahren um eine durchgreifende Verbesserung der Leistungen der schulischen Bildung. In der Freien und Hansestadt Hamburg hat man mit der Schulreform einen Prozess eingeleitet, der den Schülerinnen und Schülern mehr Verantwortung für die eigenen Lernprozesse und eine stärkere Berücksichtigung ihrer individuellen Stärken ermöglichen wird. Der Weg zu dieser neuen Lernkultur verlangt von allen Beteiligten Engagement, aber er muss auch Unterstützung bereit halten. Neben einer umfangreichen Fortbildung wird es auch eine veränderte, neue Infrastruktur geben. Entscheidender Faktor für das Gelingen dieser weitreichenden Veränderungen ist, dass die Maßnahmen zu der sich neu entwickelnden Lernumgebung passen.
Mit dem Sonderinvestitionsprogramm Hamburg 2010 hat der Hamburger Senat insgesamt 60 Millionen Euro für den Anschluss der Klassenräume an die technische Entwicklung investiert. Eine schnelle Breitbandverbindung ermöglicht die Einbindung des global vorhandenen Wissens in die schulischen Lernprozesse. Damit ist die Zukunftsfähigkeit der Schulgebäude einen großen Schritt voran gekommen. Gleichzeitig bedeutet es auch einen Wechsel in der bisherigen Strategie, das Internet auf einzelne Räume zu beschränken, die mit ihrer von Computern dominierten Ausstattung wenig zu einer pädagogisch orientierten Lernatmosphäre beitragen.
Das Hamburger Netbook-Projekt möchte helfen, einen neuen Weg zu finden, um die Vielfalt der Informationen und Angebote außerhalb von Schulen mit den Lernmöglichkeiten innerhalb der Schule zu vernetzen. Mobilität, schnelle Verfügbarkeit, einfache Nutzung – nicht nur im Klassenraum sind die primären Anforderungen, die bei der wirksamen Einbindung von technischen Geräten in eine zukunftsfähige Lernumgebung erfüllt sein müssen. Dabei bleibt das Entscheidende immer eine möglichst handlungsorientierte Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit den Themen, die gerade ihren Lernprozess bestimmen. Sie planen, informieren sich, kommunizieren, kooperieren, produzieren, reflektieren und nutzen dazu die Elemente ihrer Lernumgebung, die für ihren Lernprozess am besten geeignet sind.
Auf der Suche nach Lösungen, dem oben formulierten Anspruch gerecht zu werden, boten sich Netbooks als eine mögliche Alternative an. Die Fragestellungen für das Hamburger Netbook-Projekt orientieren sich an der Eignung von Netbooks für Lernprozesse, die im Sinne einer neuen Lernkultur stärker auf die individuellen Fähigkeiten des einzelnen bezogen sind. Damit verbunden ist eine Vielzahl von Parametern, die einerseits die Technik betreffen, anderseits die Gestaltung der Lernprozesse.
Bei diesem Anspruch ist es erforderlich eine professionelle wissenschaftliche Begleitung in das Projekt einzubinden. Mit Herrn Professor Kammerl von der Universität Hamburg konnte ein kompetenter Medienpädagoge für diese Aufgabe gewonnen werden. Bemerkenswert ist dabei, dass er an der wissenschaftlichen Begleitung auch gleichzeitig Studentinnen und Studenten für das Lehramt beteiligt hat. Diese Handlungsorientierung im praktischen Untersuchungsfeld ist für die Lehrerbildung in der ersten Phase ein Gewinn.
Die Klassen, die am Hamburger Netbook-Projekt teilnehmen, gehen unterschiedliche Wege. Einige belassen die Netbooks als Arbeitswerkzeuge in der Klasse oder teilen sie sich als Pool mit weiteren Klassen des Jahrgangs. Andere überlassen sie den Schülerinnen und Schülern zusätzlich auch für die Nutzung in der Freizeit.
In der vorliegenden Dokumentation wird über die Erfahrungen in dem Projekt berichtet. Schauen Sie unvoreingenommen hinein in den Bericht und prüfen Sie mit uns, ob sich hier ein Modell für die Zukunft ableiten lässt. Teilen Sie uns auch gern Ihre eigenen Erfahrungen und Wünsche sowie Ihre Kritik mit. Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen, weil wir auf der Suche nach einem breiten Konsens darüber sind, wie künftige Investitionen die Entwicklung einer neuen Lernkultur nachhaltig unterstützen können.

Mister Wong
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