Bäume bringen ein Stück Natur in das urbane Leben. Sie begleiten uns nicht selten ein Leben lang, versorgen uns mit Sauerstoff und spenden kühlen Schatten.
Sechs Paar Arme sind nötig, um
die alte Blutbuche im Hirschpark zu umfassen.
(bsu)
Hamburg hat eine grüne Visitenkarte – seine Straßen- und Parkbäume. Manche von ihnen sind beeindruckende Gestalten, wie die mächtige Blutbuche im Hirschpark oder die hundertjährigen Eichen an der Rodenbeker Straße. Nicht jeder unserer Stadtbäume ist eine lokale Berühmtheit, aber fast alle haben ihre Liebhaber. Ohne die Bäume veröden Städte zu leblosen Steinwüsten. Auch wenn viele Bäume den harten Lebensbedingungen mit erstaunlicher Beharrlichkeit trotzen
– von Natur aus sind sie nicht für das Stadtleben geschaffen. Sie brauchen deshalb unsere Fürsorge.
Von Akazienallee bis Zypressenweg
Alsterpartie mit prächtigen Linden.
(bsu)
Hamburgs Straßen tragen Bäume nicht nur in ihrem Namen. Etwa 250000 Exemplare säumen die Wege der Stadt. Darunter über 55000 Linden – so viele, dass sogar Imker mit ihren Bienenvölkern zur Lindenblüte nach Hamburg kommen. Gemeinsam mit Eiche und Ahorn gehört die Linde zu den häufigsten Arten unter den Straßenbäumen der Stadt. Diese drei Arten machen zusammen über die Hälfte des Bestandes aus. Insgesamt sind es mehr als 230 verschiedene Baumarten, die Hamburgs Alleen, Plätze und Straßen säumen. Rosskastanien gehören dabei sicherlich zu den auffälligsten und beliebtesten Exemplaren, obwohl ihr Anteil nur etwa drei Prozent beträgt.
Straßenbäume waren lange ein Privileg
Rosskastanien vor schmucken Jugendstilbauten:
die Auguststraße im
Gründerzeitviertel Uhlenhorst.
(bsu)
Die Verteilung der Straßenbäume über die Stadt ist im wahren Sinne des Wortes historisch gewachsen. Die prächtigen alten Bäume finden sich vor allem in Hamburgs wohlhabenden Elbvororten und in den großbürgerlich geprägten Gründerzeitvierteln wie Harvestehude, Rotherbaum oder Uhlenhorst. Die Arbeiterviertel des frühen 20.Jahrhunderts wurden hingegen sehr eng bebaut und boten wenig Platz für Grün. Doch auch in diesen mittlerweile sehr beliebten Altbau-Quartieren wie Eimsbüttel oder Ottensen wachsen inzwischen zahlreiche junge Bäume am Straßenrand.
Die meisten Stadtbäume wachsen in den Parks
Parks sind urbane Baum-Paradiese.
In Hamburg wurzeln schätzungsweise 600 000 Bäume in den Park- und Grünflächen der Stadt. Je nach Charakter und Geschichte der Grünanlagen finden sich hier die unterschiedlichsten Baumarten. Die Palette reicht dabei von Exoten wie den 150 Jahre alten mächtigen Sumpfzypressen im Alten Botanischen Garten über die neu gepflanzte latanenallee im Winterhuder Stadtpark bis hin zu den majestätischen Eichen in Eidelstedts Sola-Bona-Park.
Die meisten Parkbäume sind zwar weniger spektakulär als diese Solitäre. Dennoch sorgen sie für ein wichtiges Stück Lebensqualität in der Stadt.
Elbpark Entenwerder:
Platz für Baumnachwuchs am Hafen.
(bsu)
Viele Hamburger Parks blicken auf eine lange Tradition zurück. Immer wieder entstehen aber auch neue Grünanlagen: große wie der Öjendorfer Landschaftspark in den sechziger Jahren und kleine wie der noch junge Park Entenwerder in Rothenburgsort. Hier wachsen zahlreiche Bäume heran, die uns schon heute erfreuen und nachfolgende Generationen vielleicht staunen lassen. Jeder junge Baum ist ein Stück grüne Zukunft für Hamburg.