Handball in Hamburg: springen - werfen - treffen in 105 Vereinen
Die Geschichte des Spiels
Die Grundidee, mit einem Ball in der Hand zu spielen, war schon in der Antike bekannt. Unter dem Namen Urania oder Harpastum spielten Griechen und Römer Werfen und Fangen. Aber erst um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelte sich die Sportart. Zuvor gab es eine Reihe von Ballspielen mit ähnlicher Aufgabenstellung: Netz-, Korb-, Turm- oder Raffball. Die ersten Regeln für ein Spiel auf Tore entwickelte ein Däne. Der Lehrer und Oberstleutnant Holger Nielsen setzte unter anderem auch fest, dass der Ball nur drei Sekunden gehalten werden darf und man mit ihm nicht laufen durfte.
Der Name „Handball“ taucht erst 1915 auf und löste den bisherigen Begriff „Torball“ ab. Zunächst als körperloses Ballspiel für Frauen entworfen, wurde es schließlich weiterentwickelt und auch für Männer interessant. Der Ball wurde kleiner und die Spielregeln wurden eingeführt, die heute noch gültig sind: Danach ist es jetzt auch erlaubt, den Gegenspieler zu sperren, den Ball beim Prellen zu entwenden oder zu blocken und den Körper des Gegenspielers zu berühren. Nicht regelkonform ist ist es, den Ball aus der Hand zu reisen und den Körper des Gegenspielers aktiv anzugreifen.
Handball in Deutschland
Die erste deutsche Meisterschaft fand 1921 statt, damals noch in frischer Luft. Denn hier drehte es sich ausschließlich um Feldhandball mit einer Spielfeldgröße wie beim Fußball; als olympische Disziplin als erstes und einziges Mal bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin vertreten. Auch nach dem zweiten Weltkrieg war Feldhandball eine beliebte Sportart in Deutschland. Und eine – auch international erfolgreiche: Sechs von sieben Weltmeisterschaften gewannen deutsche Mannschaften.
Neben dem Spiel im Freien entwickelte sich bald auch eines in der Halle. Diese Spielart kam aus dem Norden, da das Wetter in den skandinavischen Ländern ein regelmäßiges hochwertiges Spiel kaum möglich machte. Durch das kleinere Feld und angepasste Regeln wurde das Spiel deutlich dynamischer. Dadurch konnte sich der Hallenhandball schließlich durchsetzen und wurde für Männer 1972 bei den Spielen in München auch olympische Disziplin. Schon drei Jahre später wurde die letzte Saison der Feldhandball-Saison ausgetragen, die bis dahin mit der Hallensaison wechselte – ähnlich wie heute noch beim Hockey. Hallenhandball für Frauen wurde dann 1976 in Montreal ebenfalls olympisch.
Grundlage und Regeln
Mannschaft: Beim Handball spielen zwei Teams mit je sieben Spielern gegeneinander: sechs Feldspieler plus Torwart.
Handball: Der Ball besteht aus einer luftgefüllten Leder- oder Kunststoffhülle. Er hat - je nach Alter der Spieler - einen Umfang zwischen 50 und 60 cm und ist zwischen 300 und 470 Gramm schwer.
Punkte: Ziel des Spiels ist, innerhalb der Spielzeit von zweimal 30 Minuten die meisten Tore zu erzielen.
Wurftechniken: Der Ball wird ausschließlich mit der Hand gespielt – Ausnahme: Abwehr durch den Torwart. Es gibt eine Reihe erlaubter Wurftechniken:
Schlag-, Stemm- oder Kernwurf: Der Spieler wirft aus dem Stand mit Bodenkontakt durch mindestens einen Fuß.
Sprung- oder Fallwurf: Bei diesem Wurf ist der Spieler in der Luft. Entweder beim Sprung oder beim Fallen – oft in der Nähe der Torraumlinie. Darüber gibt es einige Variationen dieser Techniken wie: Heber, Schlenzer (Hüftwurf), Dreher, etc.
Internationale Bedeutung und Erfolge
Handball ist hauptsächlich in Europa beliebt, mit Ausnahme der Benelux-Länder und Großbritannien. Außerdem wird die Sportart in Nordafrika und Asien sowie neuerdings auch in Südamerika gespielt.
Die deutschen Handballerinnen waren insgesamt viermal Weltmeister: 1971, 1975 und 1978 standen die DDR-Frauen auf dem höchsten Treppchen, 1993 das wiedervereinigte Deutschland.
Die deutschen Handballer waren bisher zweimal Weltmeister: 1978 und 2007 sowie Europameister 2004. Die deutschen Mannschaften waren viermal Vizemeister. Die nächste Weltmeisterschaft findet 2013 in Spanien statt, die nächste Europameisterschaft 2014 in Dänemark.
Bedeutung in Hamburg
Die Hansestadt spielt aktiv Handball. Es gibt insgesamt 105 Vereine, in denen der Sprungwurf regelmäßig trainiert und eingesetzt wird. Eine Übersicht der Vereine finden sie beim Hamburger Handballverband. Der amtierende deutsche Meister in der Bundesliga kommt ebenfalls aus Hamburg – über Umwege von Bad Schwartau und Lübeck: Lesen Sie Spannendes zum HSV Handball dem Bundesliga-Verein Hamburgs.

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