Handelskammer Hamburg Die älteste Körperschaft Deutschlands

Die Handelskammer Hamburg befindet sich auf der Rückseite des Rathauses, zählt zu den schönsten Gebäuden der Hansestadt und ist ein beliebter Veranstaltungsort. Seit April 2013 wird in der Handelskammer das historische Hamburger Stadtsiegel ausgestellt.

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 Handelskammer Hamburg

Adresse
Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg
Telefon
040 36138138
E-Mail
service@hk24.de
Öffnungszeiten
Service-Center:
Montag bis Donnerstag: 8 bis 17 Uhr
Freitag: 10 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung
Commerzbibliothek:
Montag bis Donnerstag: 10 bis 20 Uhr
Freitag bis Samstag: 10 bis 15 Uhr
Parkplätze
Parkhaus in der Großen Reichenstraße
Ausstellungen
Kunst in der Handelskammer

Das Gebäude der Handelskammer

Direkt an das Rathaus angrenzend, zeugt bereits der imposante Säuleneingang von der Geschichtsträchtigkeit der Handelskammer – im Inneren des Gebäudes erwarten den Besucher zudem spät-klassizistische Säle und manch architektonische Finesse. Im selben Gebäude hat auch die Hamburger Börse ihren Sitz. Das Mahnmal St. Nikolai, der Jungfernstieg und die Mönckebergstraße sind fußläufig von der Handelskammer aus zu erreichen. Zudem sind auch ein Besuch der Deichstraße und der Kirche St. Michaelis lohnenswert.

Die Hamburger Handelskammer ist die älteste Körperschaft in Deutschland. Gegründet wurde sie in 1665 noch als Commerz-Deputation. Im Jahr 1841 öffnete die Börse im neuen Gebäude am Adolphsplatz ihren Sitz. Beim Großen Brand ein Jahr später wurde ein Teil des Hauses zerstört. Im Effektensaal des Gebäudes der Alten Börse befindet sich heute auch die Commerzbibliothek, die 1735 von Hamburger Kaufleuten gegründet wurde und mittlerweile als die älteste private Wirtschaftbibliothek der Welt gilt. Es handelt sich dabei um eine offene, einladende serviceorientierte Wirtschaftsbibliothek. Seit 2002 wird in den Räumlichkeiten nicht mehr gehandelt, die Wertpapierbörse hat ihren Sitz unlängst in das Kontorhaus des Rathausmarkt-Hofs an der Ecke Kleine Johannisstraße verlegt. Im Börsensaal und den angrenzenden Räumen finden nun regelmäßig Veranstaltungen statt. Rund 1.000 Gäste zählt etwa die alljährliche Hamburger Sportgala.

Das Haus im Haus

Die Behnisch-Architekten entwarfen unweit des Börsensaals ein Haus im Haus. Dieses füllt den Saal durch einen fünfgeschossigen Kubus, der in der Luft zu schweben scheint. Das elegante Kunstwerk wurde aus spiegelnden und durchscheinenden Materialien geschaffen. Von jedem Stockwerk aus bieten sich dem Besucher eindrucksvolle Blicke auf die alten Arkadenbögen mit Stuckverzieherung. Loungebereiche, eine Terrasse und das Restaurant Pfeffersack laden zum Verweilen ein. Außerdem können unterschiedliche Ausstellungen besucht werden: Zwei der sechs Themeninseln über Geschichte und Wirken der Handelskammer der Dauerausstellung beschäftigten sich mit "Napoleon und die Banane" oder "Piraten und Politiker". Neben Kaufmannsliteratur aus vergangenen Jahrhunderten mit Rechenbüchern, gehören auch wertvolle Kartensammlungen, darunter die älteste Karte der Elbe von 1628, zu den Ausstellungsstücken. 

Das historische Stadtsiegel

Seit April 2013 wird im Erdgeschoss der Handelskammer das historische Hamburger Stadtsiegel ausgestellt. Das bedeutsame Kulturgut wurde um 1300 gefertigt und diente bis 1811 zur Beurkundung aller Verträge der Finanz- und Außenpolitik. Die älteste Urkunde mit dem Siegelabdruck stammt vom 25. Dezember 1304 und regelt die gemeinschaftliche Münzprägung sowie die Sicherung der Landstraße zwischen Hamburg und Lübeck. Napoleon führte in 1811, als Hamburg ins französische Kaiserreich einverleibt wurde, ein Siegel ein, auf dem das Tor der Burg geöffnet ist und statt der Sterne Bienen über den Türmen zeigt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadtsiegel in ein stillgelegtes Salzbergwerk gebracht, aus dem es später gestohlen wurde. Als das Siegel im Jahr 2012 bei einer Auktion wieder auftauchte, spendeten Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen 450.000 Euro und kauften das Kleinod. Das Siegel steht unter Denkmalschutz. 

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