Hans Leip Dichter und Schriftsteller

Der Hamburger Dichter und Vater der "Lilli Marleen" Hans Leip (1893-1983) verlebte in der Langen Reihe 91 seine Kindertage.

Hans Leip - Dichter und Schriftsteller

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Das Leben von Hans Leip

Foto: Landesmedienzentrum HamburgHans Leip wurde in Hohenfelde im Hause Freiligrathallee 7 geboren. Die Eltern zogen dann in die Lange Reihe 91, wo er vier Jahre seiner Kindheit verbrachte. Als er sieben Jahre alt war, zog die Familie in die Alexanderstraße. Den Krieg überstand nur das Haus Lange Reihe 91. Später wohnte er in seinem Haus in Blankenese, Süllbergterrassen 37.

Seine Sehnsucht galt dem Hafen und dem Wasser. Deswegen gab er von den Berufen, die sein Vater ausgeübt hatte, am liebsten den des Schauermanns, d.h. eines Hafenarbeiters an. Leip selbst hatte jedoch nur eine einzige direkte Berührung mit der Seefahrt: Als 17-jähriger Schüler fuhr er in den Ferien drei Wochen als Gehilfe des Schiffkochs auf einem Fischdampfer mit.

Er wurde Lehrer und bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges eingezogen. Ein Sturz, der zu einem längeren Aufenthalt in Lazaretten und Krankenhäusern führte, befreite ihn Ende 1915 von seiner Militärpflicht. Den langen Aufenthalt nutzte er u.a. zum Schreiben des Gedichtes "Lili Marleen", das aber erst 1937 veröffentlicht wurde.

Romane, Gedichte & Zeichnungen von Hans Leip

Nach dem Krieg beendete Hans Leip seine Lehrertätigkeit und widmete sich ganz dem Malen, Zeichnen und vor allem der Schriftstellerei. Den ersten großen Erfolg erzielte er mit dem Roman "Godekes Knecht", der mit dem Romanpreis der Kölnischen Zeitung ausgezeichnet wurde. Dieses Buch ist sein sprachstärkstes Werk. Im Jahr 1921 verbrachte er mit der Puppenspielerin Cläre Popp einen Sommer in Övelgönne. Dies regte ihn zu dem zauberhaften Gedicht "Muschemusch" an.

Von Blankenese aus ging er nach dem Bombenangriffen 1943 in die Stadt und zeichnete Schäden und die betroffenen Menschen. Diese Zeichnungen veröffentlichte Axel Springer im Jahr 1963 unter dem Titel "Hamburg im Jahr 1943". Darin stand auch das bewegende Gedicht "Lied im Schutt", das Hans Leip unter dem Eindruck des Schreckens geschrieben hatte. Dieses Gedicht wurde schon am 3. November 1943 von der satirischen Zeitschrift "Simplicissimus" abgedruckt, ein für die damalige Zeit unerhörtes Wagnis.

In den letzten Kriegsjahren lebte Hans Leip in Tirol, kam nach dem Krieg nach Hamburg wieder zurück, um seine Vaterstadt dann am 23. März 1948 endgültig zu verlassen. Über mehrere Stationen fand er im Oktober 1954 in Früthwillen in der Schweiz seine letzte Heimat. Dort starb er am 6. Juni 1983, kurz vor seinem 90. Geburtstag.

Quelle: Dieser Text ist entnommen aus dem Band "Beatles, Hagenbeck & Schopenhauer - Menschen und Ereignisse in Hamburg" über Gedenktafeln der Patriotischen Gesellschaft von 1765.


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