Salomon Heine Kaufmann und Bankier

Der Bankier Salomon Heine hat sich als Mäzen und Menschenfreund um Hamburg verdient gemacht.

Salomon Heine - Kaufmann und Bankier

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Das Leben der Salomon Heine

Salomon HeineSalomon Heine wurde am 19. Oktober 1767 als Sohn Heymann Heines und dessen Ehefrau Eva, geb. Popert, in der Calenberger Neustadt 31 in Hannover geboren. "Der einst Millionen besitzen sollte, verließ in seinem siebzehnten Jahr die Vaterstadt mit 16 Groschen...", schrieb Joseph Mendelsohn, ein Onkel Felix Mendelsohn Bartoldys. Heine avancierte vom Hausierer zum Teilhaber des Bankhauses Popert, dessen Inhaber verwandt mit seiner Mutter war, und schließlich zum Alleininhaber der unter seinem Namen geführten Bank.

Mäzen und Menschenfreund

Mehr noch zeichnete ihn aus, dass er Mäzen und Menschfreund war. Drei Beispiele:

  • Zur Finanzierung einer Schule war eine Subskription eröffnet worden. Die Bittsteller begannen beim Heine-Konkurrenten, dem Bankier Conrad Hinrich Donner. Der verwies sie an Heine mit dem Hinweis, er würde genau so viel geben wie dieser. Heine, entsprechend unterrichtet, fragte, was man brauche: 40.000 Mark. Er zahle 20.000 Mark, soll er gesagt haben. "Nun gehen sie zu Donner und dann können Sie die Liste schließen."
  • Der Vorstand der jüdischen Gemeinde beriet über die Finanzierung eines neuen Krankenhauses. Heine spendete schließlich die gesamte Bausumme unter der Bedingung, das Gebäude seiner verstorbenen Frau Betty zu widmen, an ihn selbst möge eine Gedenktafel erinnern. Der an der Simon-von-Utrecht-Straße gelegene Neubau konnte am 7. September 1843 seiner Bestimmung übergeben werden. Dem Wunsch Heines entsprechend mussten Kranke aller Konfessionen aufgenommen, unbemittelte israelitische Patienten unentgeltlich behandelt werden.
  • Heines Verdienste im Zusammenhang mit der Katastrophe des Großen Brandes - Mai 1842 - sind geläufig: Unabhängig von ihrem Glauben ließ er die Opfer des Brandes versorgen, stiftete namhafte Beträge für den Wiederaufbau der zerstörten christlichen Gotteshäuser St. Petri und St. Nikolai, verzichtete auf die Versicherungssumme für sein am Jungfernstieg gelegenes Haus, das gesprengt worden war. Die Patriotische Gesellschaft machte ihn 1843 zu ihrem Ehrenmitglied.

Salomon Heine starb am 23. Dezember 1844. Mendelsohn schrieb: "Der Sarg war gegen halb neun aus dem Trauerhaus an der ABC-Straße getragen worden. Senatoren und Diplomaten hatten sich dem Kondukt angeschlossen. Bedeutender jedoch schien uns das kaum absehbare Volksgedränge, das der Leiche wenigstens eine Strecke lang die Ehre der letzten Begleitung erweisen wollte."

Trotz großzügiger Spenden verblieb Salomon Heine ein großes Vermögen. Die Liste der Institutionen, die er in seinem Testament bedachte, ist lang. Zuwendungen erhielten u.a. die Kirchengemeinden von St. Petri und St. Nikolai, die Deutsch-Israelitischen Gemeinden in seiner Vaterstadt Hannover, in Altona und in Hamburg, die Israelitische Freischule, der Israelitische Verein für Brot- und Suppenverteilung, die Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder, die Taubstummen und Blinden und schließlich noch die Patriotische Gesellschaft.

Es würde unserer Stadt auch heute noch gut anstehen, wenn sie diesem Wohltäter und Mäzen ein Denkmal setzen würde, z.B. seinem Neffen gegenüber auf dem Rathausmarkt. Die Gedenktafel am Jungfernstieg 30 ist ein bedeutender Anfang.

Quelle: Dieser Text ist entnommen aus dem Band "Beatles, Hagenbeck & Schopenhauer - Menschen und Ereignisse in Hamburg" über Gedenktafeln der Patriotischen Gesellschaft von 1765.


Autor:

Kaufmann und Bankier
Der Bankier Salomon Heine hat sich als Mäzen und Menschenfreund um Hamburg verdient gemacht.
20151223 10:58:41