Behörde für Umwelt und Energie

Vorsicht bei hohen Grundwasserständen! Problematik hoher Grundwasserstände

Problematik hoher Grundwasserstände

++++    Ganglinien werden täglich aktualisiert     ++++

Das Grundwasser wird in Hamburg in vielen Bereichen der Stadt bereits zwei Meter oder sogar noch dichter unter der Geländeoberfläche angetroffen. In bebauten Gebieten können hieraus Probleme mit eindringendem Grundwasser (Kellervernässungen) resultieren. Dies gilt besonders in Jahren mit hohen Grundwasserständen. Die Behörde für Umwelt und Energie gibt im Folgenden eine Übersicht zu dieser Problematik.

Aktuelle Bewertung der Messstellen 7951, 8469, 9524 und 10154 (in der Karte grün dargestellt)  (Stand 01.02.2018)

Nach überdurchschnittlichen Niederschlägen in diesem Winter (Oktober 2017: 121 mm, November: 86 mm, Dezember: 77 mm) ist in etlichen Teilen des Stadtgebiets seit Oktober 2017 ein deutlicher Anstieg der Grundwasserstände in der Größenordnung von mehreren Dezimetern zu verzeichnen. Darüber hinaus ist aufgrund der niedrigeren Temperaturen im Winter nur eine sehr niedrige Verdunstungsrate zu verzeichnen, so dass ein großer Teil des Niederschlags in den Boden und ins Grundwasser gelangt. Deshalb sind an vielen Grundwassermessstellen die bisherigen Höchststände aus den Nassjahren 1995 und 2008 zum Teil erreicht oder bereits überschritten.

Vernässungen als Folge der hohen Grundwasserstände treten zurzeit  vor allem in sensiblen Niederungsbereichen (z.B. Tarpenbek/Kollau) mit oberflächennah hohen Grundwasserständen und Stauwasserbereichen oberhalb von Grundmoränen (= wasserstauende Geschiebemergel- und –lehme) auf. Eine kurzfristige Entspannung dieser Situation ist bei der derzeitigen Wetterlage nicht zu erwarten.

Aktuelle Grundwasserganglinien

Die Behörde für Umwelt und Energie betreibt im Hamburger Stadtgebiet ein dichtes Netz an Grundwassermessstellen. In nachfolgender Karte sind davon diejenigen Messstellen dargestellt, welche mit einer Datenfernübertragungseinheit ausgestattet sind und somit ein aktuelles Bild der Grundwassersituation vermitteln. Die Daten werden in einem halbstündlichen Messintervall aufgezeichnet und täglich ins Internet übertragen. 

Mit Hilfe der Karte können diese Daten aufgerufen werden. Sobald der Mauspfeil auf einer Messstelle liegt, wird die Nummer und die Lage der Messstelle angezeigt. Um die Grundwasserganglinien der einzelnen Messstellen zu betrachten, klicken Sie bitte auf den Punkt der gewünschten Messstelle.

Hamburgkarte mit Eintragung der Standorte der Messstellen, deren Ganglinien im Internetveröffentlicht werden

Hinweis:

Gegebenenfalls ist es erforderlich, die Ansicht zu aktualisieren, da der Computer - je nach internen Einstellungen - auf gespeicherte, nicht mehr aktuelle Graphiken zurückgreifen könnte.

Broschüre

vergrößern Wie schütze ich mein Haus vor Starkregen? (Titel der Broschüre 2012) (Bild: BUE) Informationen zu Schutzmaßnahmen gegen Starkregenfolgen und Kellervernässung können der gemeinsam mit dem Unternehmen 'Hamburg Wasser' und dem 'Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer' herausgegebenen Broschüre entnommen werdenSie gibt Hinweise auf vorbeugende Maßnahmen bei Bauen im Grundwasser, zeigt Möglichkeiten der nachträglichen Sanierung im Schadensfall auf und nennt die in Frage kommenden Ansprechpartner.

" Wie schütze ich mein Haus vor Starkregenereignissen?" (1943 KB, 44 Seiten)

 

Grundwassergang

vergrößern  Ganglinie der Messstelle 873 (Bild: BUE/U1) Das vom Niederschlagsgeschehen gespeiste oberflächennahe Grundwasser unterliegt sowohl jahreszeitlich als auch längerfristig erheblichen Schwankungen, die mehrere Meter betragen können. Erfahrungsgemäß liegen im jahreszeitlichen Turnus die höchsten Grundwasserstände in der Regel in den Monaten Februar bis Mai vor, da die Grundwasserneubildung vor allem im Winterhalbjahr (November bis April) erfolgt. Längerfristig gesehen wurden besonders hohe Grundwasserstände in den Frühjahren 1981, 1988, 1994/95, 2002 und Anfang 2008 verzeichnet. Den langfristigen Verlauf des Grundwasserstandes zeigt exemplarisch die Ganglinie der Messstelle 873 in Hamburg-Wandsbek.

Niederschlagsgeschehen

  vergrößern  Zusammenhang Niederschlag/Grundwasser (Bild: BUE/U1) Der Schwankungsbereich des Grundwassers ist in der Geest im allgemeinen deutlich höher als in der Marsch, wo das oberflächennahe Grundwasser zudem sehr viel unmittelbarer auf das kurzfristige Niederschlagsgeschehen reagiert. Die Ganglinien von ausgewählten Grundwassermessstellen in Regionen mit hohen Grundwasserständen verdeutlichen exemplarisch die unterschiedlichen Verhältnisse (diese Ganglinien lassen sich weiter oben einzelnd aufrufen). Der enge Zusammenhang in der Marsch zwischen Niederschlagsereignissen und Grundwasserstand wird durch eine weitere Graphik verdeutlicht: Zusammenhang Niederschlag-Grundwasser.

Bundesweite Problematik

Probleme mit hohen Grundwasserständen sind in den letzten Jahren in vielen Städten und Gemeinden in der Bundesrepublik und anderen Staaten aufgetreten. Die Ursachen dafür sind vielfältig und lokal oft unterschiedlich. Ein Grund können zurückgegangene oder stillgelegte öffentliche oder industrielle Wasserförderungen sein. In Regionen, in denen über Jahrzehnte der Grundwasserstand durch Förderungen abgesenkt worden ist, wurde bei zwischenzeitlich durchgeführten Baumaßnahmen oftmals nicht bedacht, dass der natürliche Grundwasserstand höher anzutreffen ist und es keine Garantie für die Aufrechterhaltung bestehender Wasserentnahmen gibt. 

Die bundesweite Problematik hoher Grundwasserstände wurde in einem Statusbericht des BWK (Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau) unter Beteiligung Hamburgs aufgearbeitet. Der Bericht "Nutzungskonflikte bei hohen Grundwasserständen - Lösungsansätze"  ist beim BWK erhältlich.

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