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Naturschutzgebiet NSG Hummelsbütteler Moore

NSG Hummelsbütteler Moore

vergrößern Das NSG Hummelsbütteler Moore (Bild: Naturschutzamt)

Unweit des schon seit 1979 bestehenden Naturschutzgebietes Raakmoor im Nordwesten Hamburgs befindet sich seit Januar 2008 das NSG Hummelsbüttler Moore. Wie im Namen enthalten, handelt es sich hier um Feuchtgebiete, die letzte Reste einer ehemals weit ausgedehnten Moorlandschaft darstellen. In dem 60ha großen Gebiet fließt die Susebek. Das Auge des Betrachters wird leider durch zwei angrenzende Müllhalden aus den 60er Jahren getrübt. Regelmäßige Messungen sollen eventuelle Schadstoffaustritte kontrollieren. vergrößern Hummelsbütteler Moore (Bild: .)

In Zukunft sollen etliche Teile des Naturschutzgebietes in ihrer Entwicklung noch naturnäher gestaltet werden. Renaturierungsmaßnahmen sind nicht allein durch eine Erhöhung des Oberflächenwassers getan.

Pflanzenwelt

Prägend für das Landschaftsbild sind die nährstoffarmen Standorte mit ihren Birkenbruchwäldern. Die z. T. abgestorben Birken deuten nicht auf den schlechten Zustand des Baumbestandes, als vielmehr auf den moortypischen hohen Grundwasserspiegel hin. Der reizvolle Anblick wird durch feuchte Moorwiesen und ihren kräftigen Beständen von Beinbrechlilie ergänzt.

Der Spaziergänger wird leicht auf Torfmoose, Moosbeere, Glockenheide und die im Frühjahr von weither sichtbaren Wollgräser aufmerksam. Ihre Blütenstände bestehen aus vielblütigen Ährchen. Die langen Blütenhüllfäden der Früchte bilden den bezeichnenden weißen Wollschopf. Diese „Wattebäusche“ zeigen die Pflanzen also nicht, wie landläufig oft angenommen wird, in ihrem blühenden, sondern im bereits fruchtenden Zustand.

Im den Hummelsbüttler Mooren kommen auch Sumpfblutauge, Schildehrenpreis und Lungenenzian vor.

Ehemalige Moorflächen und vorhandene Feuchtwiesen müssen in Zukunft mit aufwendigen Maßnahmen gepflegt werden. Um den Charakter dieser Landschaft zu erhalten bzw. intensiver herauszustellen ist Beweidung und Zurückschneiden von aufkommendem Baumbewuchs nötig. Um die Artenvielfalt von Flora und Fauna zu erhöhen ist auch die Anlage und Pflege von Wallhecken (Knicks) angedacht.

Tierwelt

Das Naturschutzgebiet Hummelsbüttler Moore soll dazu beitragen, die beheimateten Lebensgemeinschaften als Ganzes und als Lebensraum für gefährdete und selten gewordene Tierarten zu erhalten. vergrößern Moorfrosch Moorfrosch (Bild: BSU) Als Beispiel ist der zur Laichzeit blau gefärbte Moorfrosch oder auch die Waldeidechse zu nennen. Moorfrösche sind auf permanent vernässte Biotope angewiesen und leiden unter der in der Vergangenheit gepflegten großräumigen Trockenlegung von Feuchtgebieten. 

Kuckt man genauer hin, so erkennt der stille Wanderer die Schwarze und Blutrote Heidelibelle.

Letztere ist schön anzusehen und erreicht eine Flügelspannweite von fünf bis sechs Zentimetern. Beim Männchen sind fast alle Teile des Leibes leuchtend rot. Die Paarung und die Eiablage finden im Flug statt, wobei die Tiere in Tandemstellung über das Wasser in Ufernähe zwischen Wasserpflanzen oder über feuchtem Boden fliegen. Die Weibchen streifen ihre Eier durch wippende Bewegungen des Hinterleibs an der Wasseroberfläche ab. Die Blutrote HeidelibelleDas Männchen trennt sich relativ bald vom Weibchen und überwacht die weitere Eiablage im Rüttelflug, wobei es andere Männchen, die sich nähern, verjagt. Häufig verliert es dabei allerdings das Weibchen aus den Augen, das weiter Eier legt.

Laue Sommerabende sind geprägt durch das durchdringende Zirpen der Goldschrecken. Diese Feldheuschrecke – oder im Volksmund Grashüpfer - befindet ist gefährdet und befindet sich auf der roten Liste. Männchen von 2 cm Länge haben eine grünlich leicht metallisch schimmernde Färbung, Weibchen sind goldbraun und ein Zentimeter länger. Es legt Eier in Bruchstellen von verholzten Stängeln von Himbeere, Goldrute oder ähnlichen Pflanzen ab. Die Hinterleibsspitze dringt in das Mark des Stängels ein. Die so abgelegten Eier werden durch ein rasch härtendes, schaumiges Sekret geschützt.

Zum Lebensraum der Großen Goldschrecke gehören Feuchtgebiete, sie kommt aber auch verbreitet auf frischen bis mäßig trockenen Wiesen, auf Kahlschlägen und an Wegrändern vor.

MäusebussardSchaut man in die Luft, so ist nicht selten der Bussard zu beobachten, der in diesem Gebiet häufig erfolgreich brütet. In der Gefiederfärbung sind Bussarde sehr unterschiedlich. Es gibt fast weiße, über braun gescheckte bis hin zu fast schwarzen Exemplaren. Sie wiegen bis zu 1200 Gramm und können eine Flügelspannweite von 130 cm erreichen. Sie werden bis zu 20 Jahren alt. Seiner Beute lauert er von Sitzwarten auf oder fliegt in Kreisen ziehend bis dicht über dem Boden um sich Mäuse, Ratten oder gar Kaninchen zu stürzen.

Die Naturschutzgebiets-Verordnung finden Sie hier.

Information

Die Hummelsbüttler Moore liegen im Nordwesten Hamburgs östlich vom Raakmoor unweit von der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Zu erreichen sind sie vom Hauptbahnhof mit der U-Bahnlinie 1 Richtung Norderstedt bis zur Haltestelle "Langenhorner Markt", weiter mit dem Bus 274 bis "Glashütter Landstraße". Von dort entlang der Glashütter Straße in östlicher Richtung.

Nördlich nähert man sich dem Naturschutzgebiet über Kiwittredder.

Das Naturschutzgebiet ist sozusagen nur von außen mit einem weiten Blick zu betrachten. Es gibt kein Wegenetz hindurch.

Übersichtskarte Natur- und Landschaftsschutzgebiete

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