Streitthema Grenzstein: Das sollten Sie wissen

Die Strafen für Grenzfrevler waren grausam: Dem einen wurde die Hand abgehackt, dem anderen, nachdem er bis zum Hals in die Erde eingegraben worden war, der Kopf abgepflügt. Nicht nur im Mittelalter und in den Jahrhunderten danach galten Grenzen fast als Heiligtümer. Schon die Babylonier hatten sie direkt dem Schutz der Götter anvertraut.

Streitthema Grenzstein: Das sollten Sie wissen

Diese drakonischen Strafen sind Vergangenheit, aber auch heute noch zählt der Grenzverlauf zwischen zwei Grundstücken zu den häufigen Gründen für Nachbarschaftsstreit.

Das betrifft nicht nur Konflikte zwischen Staaten. Auch wenn ein Haus gebaut, ein Zaun gezogen oder eine Garage errichtet werden soll, ist der genaue Grenzverlauf wichtig. Erfahrungsgemäß reagieren Nachbarn oft sehr empfindlich auf Arbeiten an ihrer Grundstücksgrenze.

Das örtliche Vermessungsamt setzt die Grenzen. Diese Markierungen können Grenzsteine aus Granit oder Beton sein, auch Kunststoffmarkierungen mit Kreuzen auf der Oberfläche sind üblich. Die Mitte des Kreuzes markiert den Grenzpunkt. Zwischen zwei Grenzzeichen liegt in der Regel eine geradlinige Strecke. Zusätzlich sind beim Vermessungsamt alle Grenzen im Kataster aufgeführt.

Schriftliche Unterlagen

Fehlen die Grenzsteine oder sind sie durch Bauarbeiten oder das Verfüllen des Grundstücks unkenntlich geworden, sollte ein Bauherr zuerst beim zuständigen Bauamt nachfragen, bei dem er auch einen Bauantrag stellen muss. Hat der Eigentümer dort keinen Erfolg, können schriftliche Unterlagen über den Grenzverlauf beim Vermessungsamt angefordert werden.

Reichen diese nicht aus, muss ein Experte des Katasteramtes oder ein für Katastervermessungen öffentlich bestellter Vermessungsingenieur die Grenze wiederherstellen. Das kostet etwa 1500 Euro. Auf keinen Fall dürfen Eigentümer einen Grenzstein ausgraben und neu setzen oder einen schief stehenden Grenzstein gerade rücken. Zuwiderhandlungen sind Ordnungswidrigkeiten und können mit Geldstrafen geahndet werden.

Werden große Grundstücke geteilt, muss die Grenze nach dem Willen der Eigentümer ermittelt werden. Vor Ort werden die Grenzpunkte mit den Eigentümern festgelegt und ein Protokoll angefertigt. In der Regel sind die Kosten pro Grenzstein von den angrenzenden Eigentümern anteilig zu tragen. Gibt es nur einen Antragsteller, übernimmt er die gesamten Kosten.

Quelle:

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Die Strafen für Grenzfrevler waren grausam: Dem einen wurde die Hand abgehackt, dem anderen, nachdem er bis zum Hals in die Erde eingegraben worden war, der Kopf abgepflügt. Nicht nur im Mittelalter und in den Jahrhunderten danach galten Grenzen fast als Heiligtümer. Schon die Babylonier hatten sie direkt dem Schutz der Götter anvertraut.
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