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Fehmarnbelt-Querung: Hamburg wächst über sich hinaus

Die feste Fehmarnbelt-Querung kommt. Es entsteht eine Wachstumsachse zwischen Hamburg und Kopenhagen. Das Projekt beschert vielen Branchen Wachstum, etwa dem Logistiksektor. Dadurch steigt der Bedarf an geeigneten Flächen und Immobilien.

 

Querschnitt durch den geplanten Tunnel im Fehmarnbelt
Querschnitt durch den geplanten Tunnel im Fehmarnbelt (Bild: Femern A/S)

Die feste Ostsee-Querung zwischen Fehmarn auf deutscher Seite und Dänemark ist nicht mehr nur ein Traum, sondern wird bereits Wirklichkeit. In Kopenhagen arbeiten Ingenieure mit Hochdruck daran, dass Autofahrer und Zugreisende sich ab 2020 die Fährüberfahrt zwischen Puttgarden und Rødbyhavn sparen können.

Für Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz ist das Projekt Chefsache: Bei seiner Reise nach Kopenhagen unterzeichneten er und sein Amtskollege Frank Jensen eine Erklärung, in der sie sich für die feste Querung einsetzen. Der Nutzen des Baus: Durch den Wegfall der 45-minütigen Fährüberfahrt verkürzt sich die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen auf rund zweieinhalb Stunden.

Aufschwung für grenzübergreifende Cluster

Von der neuen Verkehrsader gehen wirtschaftliche Impulse aus. Laut einer Studie der Universitäten Kiel und Kopenhagen von Anfang 2011 fördert die verbesserte Infrastruktur grenzübergreifende Cluster. Vorbild sind dabei die positiven Effekte durch die Öresund-Querung zwischen Kopenhagen und dem schwedischen Malmö: Bereiche wie die Logistik, aber auch Umwelt- und Informationstechnologie sowie Biowissenschaften erlebten einen Aufschwung, und der Grenzverkehr hat sich seit der Eröffnung im Jahr 2000 vervierfacht.

Wenn die Fehmarnbelt-Querung erst einmal da sein wird, werden auf einmal ganz neue Standorte für expansionswillige Unternehmen beider beteiligter Länder zugänglich, die zuvor nur schwer erreichbar waren. Firmenansiedlungen entlang der Achse Hamburg-Kopenhagen werden dadurch attraktiver.

Immobilien entlang der Verkehrsachse gefragt

Für die Immobilienbranche bedeutet dies: Wer den Unternehmen die nötigen Grundstücke vermitteln kann, Immobilien entwickelt, baut oder verkauft, besitzt gute Aussichten. Die günstigen Perspektiven sehen auch die Handelskammern Hamburg und Lübeck. In einem Papier über die Chancen im Wirtschaftsraum entlang der A1 schreiben sie über die Wirkung der Fehmarnbelt-Querung: Die Standortqualität im Einzugsbereich der Achse Hamburg-Malmö werde sich „nachhaltig verbessern“ und sei „Schlüssel für Wachstum und Beschäftigung in der gesamten Region“.

Auch viele Menschen auf beiden Seiten des Belts erwarten, dass sich das Bauprojekt günstig auf die Region auswirkt, ergab eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von Femern A/S vom März 2011. Gefragt nach dem Einfluss, den die feste Fehmarnbelt-Querung auf die Entwicklung der Region haben werde, sind 72 Prozent der Norddeutschen und 66 Prozent der Dänen von positiven Konsequenzen überzeugt.

Beispiel, wie der Norden Potenziale erschließt

Bis zum geplanten Baubeginn der Fehmarnbelt-Querung im Jahr 2014 sind noch einige Hürden zu überspringen. Spezialisten stellen derzeit Untersuchungen in den Bereichen Umwelt und Geotechnologie an. 2012 soll die Entscheidung zwischen einer Brücke und einem Tunnel fallen. Und die nötigen Genehmigungsverfahren beider Länder stehen noch aus. Die feste Fehmarnbelt-Querung kann ein herausragendes Beispiel dafür werden, wie der Norden Potenziale erschließt, indem Partner über Grenzen hinweg kooperieren.

Fertig bis 2020: Die wichtigsten Fakten zur festen Fehmarnbelt-Querung

  • Anzahl Spuren: Zweigleisige Bahnstrecke, vierspurige Autobahn
  • Geplanter Baubeginn: 2014
  • Geplante Eröffnung: 2020
  • Länge: 19 Kilometer
  • Art des Bauwerks: Tunnel oder Brücke
  • Kosten: 5,1 Milliarden Euro (Absenktunnel) oder 5,2 Milliarden Euro (Brücke)

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Weitere Informationen

 

Immobilien und Bau für Unternehmen / mediaserver.hamburg.de/R.Hegeler

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