Immobilien: In Hamburg sagt man „Moin!“
Nachdem die Tinte unter dem „Vertrag für Hamburg“ trocken war, lächelten die Unterzeichner gut gelaunt in die Kameras. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, die Senatoren Frank Horch und Jutta Blankau sowie Repräsentanten aus den sieben Hamburger Bezirken wollen mehr Schwung in den Wohnungsbau bringen.
Der Senat verspricht, Konversionsflächen und nicht mehr marktgängige Gewerbeflächen bereitzustellen und Baugenehmigungen schneller zu erteilen. Die Zahl der fertigen Wohnungen soll auf 6.000 pro Jahr hochgefahren werden. Zudem will der Senat in einem „Bündnis für das Wohnen“ Absprachen mit der Immobilienwirtschaft treffen – eine Chance für die Unternehmen.
Peripherie, Innenstadt – und natürlich HafenCity
Wohnraum entsteht an vielen Stellen: Im Sommer wurde ein neues Planrecht für die Innenstadt verabschiedet, so dass dort künftig mehr Wohnungen entstehen können. Das städtische Wohnungsunternehmen SAGA GWG wird in seiner Großwohnsiedlung Mümmelmannsberg bis 2020 mehr als 100 Mio. Euro investieren, um die rund 4.700 Wohnungen des Quartiers sowie ein Einkaufszentrum aufzuwerten und unter anderem neue Außenanlagen zu schaffen.
Hamburgs Vorzeigeprojekt bleibt die HafenCity – bei Wohn- und Gewerbeimmobilien. Im Norden und Westen der HafenCity leben bereits über 1.700 Menschen, und 7.200 Arbeitsplätze sind entstanden. „Die HafenCity hat sich als eigenständiger Bürostandort etabliert“, sagt Andreas Rehberg, Geschäftsführer von Grossmann & Berger. Ab Herbst 2012 werden die neue U-Bahn-Linie 4 und später die Elbphilharmonie das Interesse von Unternehmen und Bevölkerung an der HafenCity weiter steigern. 2011 wurde ein weiterer Bauabschnitt im Überseequartier begonnen. Und mit der Überarbeitung des Masterplans für den Osten der HafenCity wurde sie erstmals bis zu den Elbbrücken zu Ende gedacht.
Nachhaltige Stadtentwicklung ist Programm
Hamburg will Wandel und Wachstum ressourcenschonend gestalten. Musterbeispiele finden sich in Wilhelmsburg, wo der Sprung über die Elbe im Zuge der Internationalen Bauausstellung IBA 2013 gelingen soll. Was auf der Elbinsel schon Gestalt annimmt, ist bei der Neuen Mitte Altona noch Zukunftsmusik: Zieht der Fernbahnhof Altona, wie die Bahn es sich vorstellt, bis 2020 nach Norden an den S-Bahnhof Diebsteich, wird ein 75 Hektar großes Areal für Wohnen und Arbeiten frei. Immerhin 13 Hektar am Ostrand sollen auch ohne Bahnhofs-Verlegung entwickelt werden; ab 2012 rollen die Bagger.
Betrachtet man einzelne Marktsegmente, fällt vor allem der Logistikbereich auf. Der Umsatz von rund 392.000 m² im ersten Halbjahr 2011 überstieg den Vorjahreszeitraum um 50 Prozent. Sogar ein Allzeithoch von 800.000 m² Jahresumsatz scheint 2011 möglich. Auf dem Büromarkt erwartet Engel & Völkers Commercial für 2011 ein Marktvolumen von 450.000 m², nachdem im ersten Halbjahr schon 210.000 m² vermietet wurden (+ 13,5 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum).
Hamburg gegenüber anderen Städten gut positioniert
„Ein gestiegenes Umsatzvolumen sowie Preise auf Rekordniveau kennzeichnen den Investmentmarkt für Wohn- und Geschäftshäuser in Hamburg. Insgesamt stieg die Zahl der Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 Prozent auf 459 Objekte. Das Umsatzvolumen erhöhte sich sogar um 29 Prozent auf 886 Millionen Euro“, so Christian von Gottberg, Mitglied der Geschäftsleitung bei Engel & Völkers Commercial Hamburg.Christoph Ringleben, ebenfalls Geschäftsführer von Grossmann & Berger, prognostiziert für das Gesamtjahr 2011: „Das Transaktionsvolumen wird über 2 Milliarden Euro liegen, da die Pipeline gut gefüllt ist und weitere großvolumige Objekte den Eigentümer wechseln werden.“ Ob sich alle Chancen in Hamburg nutzen lassen, hängt zwar von der Wirtschaftsentwicklung ab, jedoch ist die Hansestadt im Vergleich zu anderen Metropolen gut positioniert.
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