Kriminalstatistik 2009: Sicherheitslage in Hamburg weiterhin stabil
Neue Kriminalitätszahlen auf dem Niveau der Vorjahre
(FHH / Ulrike Richter)
Innensenator Christoph Ahlhaus und Polizeipräsident Werner Jantosch auf der Pressekonferenz am 4. März 2010 (Foto: Ulrike Richter)
Innensenator Christoph Ahlhaus: „Die gegenüber dem Vorjahr konstanten Kriminalitätszahlen zeigen, dass wir unverändert auf dem richtigen Weg sind. Bis vor zehn Jahren hatten wir noch jährlich etwa 50.000 – in der Spitze 80.000 Straftaten mehr als heute – Hamburg ist seitdem sehr viel sicherer geworden. Diese positive Entwicklung ist das Produkt einer jahrelangen konsequenten Polizeiarbeit und erfolgreichen Verbrechensbekämpfung. Rückgänge bei den Tötungs- und Sexualdelikten sowie den Raubstraftaten in der Öffentlichkeit sind der klare Beleg dafür. Die steigenden Zahlen bei den gefährlichen Körperverletzungen im öffentlichen Raum machen aber auch ganz deutlich, dass wir uns keinesfalls zurücklehnen dürfen und der Gewalt mit allen zur Verfügung stehenden gesellschaftlichen Mitteln begegnen müssen. Für ihre engagierte Leistung möchte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Polizei Hamburg stellvertretend für alle Menschen danken, für die sie Tag und Nacht ansprechbar sind.“
5.467 Diebstahlsdelikte weniger:
Nach einem zwischenzeitlichen leichten Anstieg von + 1,0% im Jahr 2007 setzt sich der seit 2002 festgestellte rückläufige Trend bei der Diebstahlskriminalität insgesamt weiter fort. Im Jahr 2009 ist wiederum ein Rückgang um - 5.467 auf 102.829 Fälle (- 5,0%) festzustellen. Die Aufklärungsquote hat dabei um - 0,1 Prozentpunkte auf 20,4% abgenommen.
Der Rückgang ergibt sich im Wesentlichen aus den gesunkenen Fallzahlen bei Diebstählen rund um das Kraftfahrzeug ( -4.552 Fälle bzw. -17,6 %), Einbrüchen in Boden- und Kellerräume (- 809 Taten, dies entspricht - 18,6%) sowie in Büro- und Lagerräume (- 843 Fällen bzw. - 19,5%).
Beim Wohnungseinbruch von 6.811 auf 7.006 (+ 195 Taten bzw. + 2,9% mehr als 2008), beim Fahrraddiebstahl insgesamt von 12.322 auf 12.997 (+ 675 Fälle bzw. + 5,5%) sowie beim Taschendiebstahl insgesamt von 9.937 auf 10.803 (+ 866 Straftaten mehr bzw. + 8,7% mehr als 2008) wurden Anstiege verzeichnet.
Starke Schwankungen in Bereichen der Gewaltkriminalität:
Die Entwicklung der Gewaltkriminalität verlief für die einzelnen darunter zusammengefassten Deliktsbereiche uneinheitlich. Insgesamt stieg die Gewaltkriminalität um + 728 Taten oder +8,2% bzw. auf 9.574 Fälle an.
Rückläufig sind die Fallzahlen bei den vorsätzlichen Tötungsdelikten (Mord sowie Totschlag / Tötung auf Verlangen). Nach 77 Taten im Vorjahr sind sie auf 61 Fälle im Jahr 2009 zurückgegangen. Auch die Fälle von Vergewaltigung / besonders schwere Fälle der sexuellen Nötigung sind nach einem Anstieg im Vorjahr im Jahr 2009 um 39 Fälle (- 15,7%) auf 210 Taten zurückgegangen.
Bei den Raubstraftaten ist insgesamt eine geringfügig rückläufige Entwicklung festzustellen. Es wurden 2.971 Taten registriert, das sind - 34 (- 1,1%) weniger als 2008. Wie schon in den vergangenen Jahren gingen die sonstigen Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen weiter um - 0,9% (- 16 Fälle) auf nunmehr 1.783 Taten zurück. Auch der Handtaschenraub (176 Fälle) nahm 2009 nach einem Anstieg im Vorjahr wieder ab (- 18 Fälle bzw. um - 9,3%).
Einen Anstieg gab es hingegen beim Geschäftsraub, hier stiegen die Fallzahlen um 40 Fälle (+ 21,4%) auf 227 Taten im vergangenen Jahr. Auch die zur Gewaltkriminalität zählenden Taten der gefährlichen und schweren Körperverletzung stiegen im Berichtsjahr deutlich um +818 (+ 14,8%) auf nun 6.328 Fälle, von denen rund zwei Drittel auf Straßen, Wegen oder Plätzen – also im öffentlichen Raum – begangen wurden.
Verlagerungen bei Körperverletzungsdelikten:
Der Entwicklung der Vorjahre folgend nahm die Fallzahl der Körperverletzungsdelikte insgesamt geringfügig um + 341 Taten (+ 1,5%) auf 22.452 Fälle im Jahr 2009 zu. Die verschiedenen Körperverletzungsdelikte entwickelten sich 2009 uneinheitlich. Während die Fälle der vorsätzlichen leichten Körperverletzungen um - 423 Taten (- 2,7%) zurückgingen, stieg die Fallzahl schwerer / gefährlicher Körperverletzungen um + 818 (+ 14,8%) an.
Großverfahren im Betrugsbereich erfolgreich abgeschlossen:
Die Fallzahl beim Betrug stieg 2009 um + 8.327 Fälle (bzw. + 26,1%) auf 40.248 Taten an. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte ein 2005 begonnenes Ermittlungsverfahren des Anlagebetrugs, das 2009 abgeschlossen und mit 9.581 aufgeklärten Einzeltaten in die Polizeiliche Kriminalstatistik eingestellt wurde. Ohne dieses Großverfahren würde die Gesamt-Jahresbilanz einen Rückgang der registrierten Straftaten ausweisen, die Aufklärungsquote wäre unverändert auf dem Vorjahresniveau.
Brandstiftungen rückläufig:
Bei der vorsätzlichen Brandstiftung und dem Herbeiführen einer Brandgefahr hat es 2009 trotz der Fahrzeugbrände in der Stadt einen Rückgang um - 36 Taten (- 8,6%) auf 384 Fälle gegeben.
Weniger Sachbeschädigungen in der Stadt:
Der über die vergangenen Jahre festzustellende leichte Anstieg bei den Sachbeschädigungen hat sich 2009 nicht fortgesetzt. Die Fallzahlen sind gegenüber dem Vorjahr um - 289 Taten bzw. - 1,1% auf 26.019 Fälle gesunken.
Öffentlich wahrnehmbare Drogenkriminalität kaum noch feststellbar:
Die Rauschgiftdelikte nahmen weiterhin um - 10,8% bzw. - 1.135 auf 9.332 Fälle ab. Beim illegalen Handel / Schmuggel bzw. der illegalen Einfuhr von Betäubungsmitteln wurden 1.757 Fälle und damit - 133 (- 7,0%) weniger als im Jahr 2008 festgestellt. Die Fortführung der Maßnahmen aus der „Handlungsanweisung zur Bekämpfung öffentlich wahrnehmbarer Drogenkriminalität“ hat auch 2009 dazu geführt, dass die mit diesem Kriminalitätsphänomen einher gehenden Erscheinungsformen in der Öffentlichkeit weitestgehend nicht mehr festzustellen sind.
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Polizeiliche Kriminalstatistik 2009
- Gesamtübersicht -
PDF-Datei, 353 Seiten, 3,73 MBStadtteilatlas 2009
- ausgewählte Delikte nach Stadtteilen und Bezirken -
PDF-Datei, 186 Seiten, 948 kbKriminalitätslage Hamburg 2009
Folien der Pressekonferenz am 4. März 2010
PDF-Datei, 16 Seiten, 1,33 MB
(Innenbehörde)
Die Innenbehörde im Internet: www.hamburg.de/innenbehoerde

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