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Aktualisierung: Hinweis auf Messe mit salafistischen Bezügen zeigt Wirkung Kein harmloses „Frühlingserwachen“

Hamburger Verfassungsschutz informiert über eine geplante, salafistisch initiierte Messe „nur für Frauen“

Kein harmloses "Frühlingserwachen". Verfassungsschutz informiert über salafistisch initiierte Messe "nur für Frauen"

Am 26. Februar 2016 hatte das Landesamt für Verfassungsschutz auf seiner Internetseite auf den salafistischen Hintergrund der Messe „Frühlingserwachen“ hingewiesen. Die Messe wurde speziell für muslimische Frauen angeboten. Der Betreiber des ursprünglichen Veranstaltungsortes in Hamburg Bramfeld hatte daraufhin den Raum nicht mehr zur Verfügung gestellt. Die Messe wurde dann kurzfristig nach Hamburg Niendorf verlegt.

vergrößern Mit diesem Plakat wird im Internet für die Messe „Frühlingserwachen“ geworben. Die Veranstalterin hat Bezüge ins salafistische Spektrum. Mit diesem Plakat wird im Internet für die Messe „Frühlingserwachen“ geworben. Die Veranstalterin hat Bezüge ins salafistische Spektrum.  (Bild: LfV) Die Initiatorin der Messe weist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes deutliche Bezüge zum salafistischen Spektrum auf. Vielen Ausstellern, die eine Teilnahme planen, dürfte der extremistische Hintergrund nicht bekannt sein. Das Hamburger Landesamt hat den Vermieter über den salafistischen Hintergrund informiert. 

Die Veranstalter der Messe „Frühlingserwachen“ laden dazu ein, „auf 1.300 m² [zu] shoppen, dinnieren [Fehler im Original] und gemeinsam [zu] relaxen“. Rund 60 internationale Aussteller aus den unterschiedlichsten Branchen würden ihre Waren präsentieren und zum Messepreis verkaufen. Diese Messe sei „nur für Frauen“.

Der Aufruf selbst lässt auf den ersten Blick keine Rückschlüsse auf einen möglichen extremistischen Hintergrund erkennen. Tatsächlich steckt hinter dem Veranstalter eine Eventagentur aus Köln, deren Besitzerin dem salafistischen Spektrum nahesteht. Bereits im November 2015 fand in Nordrhein-Westfalen eine ähnliche Messe statt. Viele Aussteller waren allerdings nicht dem salafistischen Milieu zuzuordnen und wissen möglicherweise nicht um die weiteren Hintergründe.

Salafisten versuchen auf vielfältige Art und Weise, ihr Unterstützerpotenzial zu vergrößern. Nur teilweise werben sie offen und erkennbar für ihre Ziele – wie zum Beispiel bei den bundesweiten Koranverteilungsaktionen. Oft versuchen sie, sich nach außen einen harmlosen Anstrich zu geben und verbergen sich beispielsweise hinter vermeintlich humanitären Hilfsorganisationen mit wohlklingenden Namen wie „Medizin mit Herz“, „Ansaar International“ oder „Helfen in Not“.

Der Aufruf zur Messe „Frühlingserwachen“ wird auch durch die salafistisch ausgerichtete Frauengruppe „Akhauat fi Deen“ im Internet gelikt. „Akhauat fi Deen“ weist wiederum Verbindungen zu salafistischen Hilfsorganisationen auf, die verdächtig sind, jihadistische Gruppen in Syrien und Irak zu unterstützen. Die mit ihrem Angebot von muslimisch traditioneller Kleidung und „Halal“-Nahrungsmitteln gezielt an muslimische Frauen gerichtete Messe ist damit ein weiterer Versuch salafistischer Bestrebungen, neue Anhänger für sich zu gewinnen.

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