Behörde für Inneres und Sport

Aktivist der Hizb ut-Tahrir (HuT) trainierte Flüchtlingsteams Verfassungsschutz enttarnt islamistischen Fußballtrainer

Ermittlungen des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV) ergaben, dass ein als Fußballtrainer tätiger Mann als höherer Funktionär der verbotenen islamistischen Organisation Hizb ut-Tahrir (HuT) aktiv ist. Der Mann, Mustafa H., trainierte nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes auch Mannschaften aus Flüchtlingsunterkünften sowie das Flüchtlingsteam eines Sportvereins in Hamburg. Zudem hat er sporadisch als Dolmetscher fungiert. Das LfV Hamburg hat in den vergangenen Wochen in direkten Gesprächen die betroffenen Einrichtungen und Vereine über den Sachverhalt informiert, die sich daraufhin von Mustafa H. trennen wollten. Bei der HuT ist Mustafa H. nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes Ansprechpartner für die sportlichen Aktivitäten. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Trainer und Dolmetscher  versuchte H., junge, zumeist afghanischstämmige Flüchtlinge für die Ideologie der HuT zu interessieren. Dabei nutzte Mustafa H. seine Vertrauensstellung aus. 

Verfassungsschutz enttarnt islamistischen Fußballtrainer



Hizb ut-Tahrir al-Islami EmblemDie islamistische HuT wurde 2003 vom Bundesminister des Innern verboten, weil sich die Organisation gegen den Gedanken der Völkerverständigung richtet, Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele befürwortet, antisemitische Hetzpropaganda verbreitet und zur Tötung von Juden auffordert. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte stellte 2012 fest, dass die HuT dem Staat Israel weiterhin das Existenzrecht abspreche und zu dessen Zerstörung aufgerufen habe. Ziel der HuT ist die Errichtung eines weltweiten Kalifats, in dem die Scharia Maßstab gesellschaftlichen Handelns ist. In Hamburg werden der HuT derzeit (Stand: 15. Juni 2017) rund 140 vorwiegend afghanisch- oder türkischstämmige Personen zugerechnet (2016: 120).

Die HuT ist ständig bemüht, ihren Mitgliederstamm zu erweitern. Als geeignete Plattformen haben sich hierzu Veranstaltungen in Moscheen, gezielte Ansprachen an Universitäten und Schulen, politische Diskussionen mit Islambezug sowie eigene Veranstaltungen wie zum Beispiel Fußballspiele erwiesen. Unter anfänglicher Verschleierung der Gruppenzugehörigkeit sowie durch den Aufbau freundschaftlicher Beziehungen und vielfältiger Hilfsangebote wird zunächst ein Vertrauensverhältnis geschaffen, das nach einer Vorauswahl geeigneter Kandidaten in eine gezielte Heranführung an die Ideologie der HuT mündet. Die HuT versucht auch, unter Flüchtlingen für sich zu werben – in der Vergangenheit nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes zum Beispiel durch die Hilfe bei Behördengängen und Veranstaltungen wie Grillfeste oder Fußballspiele.

Weitere Informationen zur HuT finden Sie im aktuellen Verfassungsschutzbericht 2016 auf den Seiten 49 ff.

Der Verfassungsschutz hat die gesetzlich festgelegte Aufgabe eines Informations- und Frühwarnsystems der Demokratie. Wer Hinweise auf mögliche Radikalisierungen hat, kann sich per Mail unter poststelle@verfassungsschutz.hamburg.de melden.
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