Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Eingliederungsmanagement Prämien für Hamburger Unternehmen

Bereits zum zweiten Mal hat das Integrationsamt der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) am 26. August 2013 Prämien vergeben.

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Prämien Betriebliches Eingliederungsmanagement Hamburg

Senator Detlef Scheele und die Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen in Hamburg, Ingrid Körner, überreichten die Auszeichnungen für vorbildliches Betriebliches Eingliederungsmanagement im Hamburger Rathaus am Montag, dem 26. August 2013.

Für die Prämierung konnten sich Unternehmen bewerben, wenn sie im Rahmen des Eingliederungsmanagements auch eigene Ideen umsetzen, die über die gesetzlichen Maßnahmen hinausgehen. Die  Neueinstellung und Beschäftigung behinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde von der Jury bei der Prämierung besonders berücksichtigt.

„Noch immer verlieren in Deutschland Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen ihren Arbeitsplatz“, sagte Senator Scheele. „Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist sinnvoll für alle Beteiligten und hilft, Arbeitsverhältnisse zu sichern.“

Eine Jury, in der Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Verbände und Gewerkschaften vertreten sind, hat gemeinsam mit der Senatskoordinatorin aus allen Bewerbungen vier Firmen ausgewählt, deren umsichtige und fortschrittliche Personalpolitik im Rahmen ihres Betrieblichen Eingliederungsmanagements beispielhaft ist.

In den prämierten Unternehmen hat ein transparentes BEM-Verfahren zu messbaren Erfolgen geführt. Krankheitsbedingte Ausfallzeiten sind zurückgegangen und es wurden Arbeitsplätze und Arbeitsumfeld so gestaltet, dass auch gesundheitlich beeinträchtigte und schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend weiterbeschäftigt werden.

Hintergrund

Grundlage für das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist § 84 des neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX). Absatz 2 regelt, dass für Beschäftigte, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind, ein BEM-Verfahren eingeleitet werden soll. Sinn des Eingliederungsmanagements ist zum einen, bei ersten Anzeichen mit Präventionsmaßnahmen einer möglichen Arbeitsunfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzubeugen. Zum anderen soll den Beschäftigten durch gezielte Hilfen und Leistungen ermöglicht werden, ihre Arbeitskraft weiter in ihrem Beruf einzusetzen, beziehungsweise auch nach schwerer Krankheit oder einem Unfall wieder ihrer gelernten Tätigkeit nachgehen zu können.

In einem BEM-Verfahren werden alle Kompetenzen vernetzt und Ressourcen genutzt. Ziel ist es, den Arbeitsplatz für den Beschäftigten zu erhalten, und krankheitsbedingte Abwanderung aus den Unternehmen zu vermeiden. Renten- und Krankenkassen sowie die Integrationsämter beteiligen sich an den Kosten des Verfahrens und an den entsprechenden Anpassungen des Arbeitsplatzes.

Die Prämie in der Kategorie Mittelständische Betriebe wurde geteilt, da die beiden ausgezeichneten Unternehmen das BEM gleichermaßen vorbildlich umsetzen. Die Prämien des Integrationsamtes für vorbildliches Betriebliches Eingliederungs-management gehen an:

Kategorie Kleinbetriebe

vitaCurare GbR, Prämie 10.000 Euro

Das Unternehmen arbeitet im Bereich der ambulanten fachpsychiatrischen Versorgung mit angegliederter Behindertenhilfe. Das BEM hat zu einem signifikantem Abbau von psychischem Stress der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt. Gleichzeitig konnte sich eine von gegenseitigem Respekt und vertrauensvollem Umgang getragene Arbeitsatmosphäre entwickeln.
Die Laudatio hielt Herr Detlef Baade, Mitglied des Beratenden Ausschusses des Integrationsamtes (EUROGATE Container Terminal Hamburg GmbH)

Kategorie Mittelständische Betriebe

Gebr. Heinemann SE & Co. KG, Prämie 5.000 Euro

Das BEM genießt eine hohe Akzeptanz als Teil des Betrieblichen Gesundheits-managements. Es wird ein externer Fallmanager hinzugezogen, in allen bisherigen BEM-Fällen wurden sehr gute Lösungen erarbeitet und umgesetzt.
Die Laudatio hielt Herr Dietrich Magunia, Mitglied der Jury (Gesamtschwerbehindertenvertreter der FHH und Schwerbehindertenvertreter der Hamburger Polizei)

Implico GmbH, Prämie 5.000 Euro

Das BEM wird partnerschaftlich von Geschäftsführung und Betriebsrat getragen. Dem BEM-Team gehört eine speziell ausgebildete Disability-Managerin an. Alle BEM-Fälle wurden stabil und dauerhaft eingegliedert.
Die Laudatio hielt Frau Britta Schulz, Mitglied der Jury (Personalamt der FHH)

Kategorie Großbetriebe

Globetrotter Ausrüstung GmbH, Prämie 10.000 Euro

Vorbildlich in der präventiven Gesundheitsförderung. Das Unternehmen setzt sich engagiert für eine offene und chancengleiche Teilhabe behinderter Menschen im Sport ein.

Die Zusammenarbeit mit der Hamburger Arbeitsassistenz hat in dem Unternehmen Menschen mit Behinderung Beschäftigungsmöglichkeiten in sehr unterschiedlichen Bereichen eröffnet.
Die Laudatio hielt Herr Ulrich Wittwer, Mitglied der Jury (Sozialverband Deutschland SoVD)