Senatskanzlei

Kulturmarathon Von Hamburg zu Fuß nach Shanghai - ein Lauf gegen Vorurteile

12.000 Kilometer durch 8 Länder auf 2 Kontinenten in 279 Tagen – von Hamburg bis Shanghai. Das ist der Weg, den Kai Markus Xiong von März bis Dezember 2017 zurückgelegt hat.

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Von Hamburg zu Fuß nach Shanghai - ein Lauf gegen Vorurteile

Am 12. März 2017 fiel vor den Toren der Elbphilharmonie der Startschuss. Seitdem lief Kai Markus Xiong täglich zwischen 60 und 80 Kilometer. Das sind sieben bis zehn Stunden. Alle neun Tage gab es eine Verschnaufpause, um die Energiereserven aufzuladen, die Umgebung zu besichtigen und die Menschen vor Ort kennenzulernen. Ganz allein musste sich der 44-Jährige jedoch nicht durchschlagen, er wurde von einem Fahrzeug begleitet. Nur wenn er durch extreme Gegenden wie Wüsten oder hohe Gebirge lief, war der ambitionierte Sportler auf sich gestellt. Dafür hatte er vorher gelernt, sich medizinisch selbst zu versorgen und sogar offene Wunden zu nähen. „Das habe ich an einem Suppenhühnchen geübt“, erklärte Xiong.

Sein Weg führte ihn entlang der sogenannten Seidenstraße, dem alten Handelsweg zwischen Europa und Asien. Von Deutschland ging es über Polen, Weißrussland, Russland nach Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan und schließlich nach China. „Joggen, laufen, wandern, spazieren, kriechen - Hauptsache, ich komme an“, sagte Xiong vor dem Start. Hinter seiner Reise verbarg sich weit mehr als sportlicher Ehrgeiz: Er wollte eine Kulturbrücke zwischen Hamburg und Shanghai errichten. Beide Städte feierten im Jahr 2016 ihre 30-jährige Städtepartnerschaft. Es geht ihm darum Vorurteile abzubauen und die Verständigung zwischen den Völkern und Ländern zu verbessern.

Xiong fühlt sich geehrt, dass Bürgermeister Olaf Scholz Schirmherr des Kulturmarathons ist, dies zeige die große Bedeutung des Projektes. „Für uns als Seefahrer ist es natürlich interessant zu sehen, dass man das auch über Land schaffen kann - und dann auch noch zu Fuß. Aber wir sind sicher, Sie schaffen das", bekundete Scholz seine Unterstützung im Vorfeld. Die Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg fördert den Hobbyläufer gemeinsam mit anderen Deutsch-Chinesischen Vereinen.

Selbst ein schwerer Unfall an Tag 202, bei dem sich Xiong beide Fersenknöchel brach, hielt ihn nicht auf. Die verbleibenden 1200 Kilometer legte sein Teampartner Viktor Neubauer stellvertretend zurück. In Shanghai brachten sie dann noch die letzten Meter gemeinsam hinter sich, Neubauer laufend und Xiong im Rollstuhl. Am 15. Dezember hatten sie es geschafft.

Die beiden Läufer wurden am Zielort mit einer Einlaufzeremonie empfangen. Über 300 Menschen gratulierten und zollten ihnen Respekt. Auch Bürgermeister Olaf Scholz sandte ein Grußwort: „Die Willensstärke und das Durchhaltevermögen, das wir in den letzten zehn Monaten beobachten durften, dient als Paradebeispiel dafür, wie der Sport Menschen und Kulturen miteinander verbinden, gesellschaftliche Stereotypen abbauen und gegenseitiges Verständnis fördern kann.“

Dass das Ziel, den deutsch-chinesischen Kulturaustausch zu stärken, erreicht wurde, resümiert auch Xiong: „In Shanghai hat man verstanden, dass Hamburg ein ernsthaftes und tiefgründiges Interesse an einer guten Zusammenarbeit hat“.

Auf dem  Blog runsmysilkroad haben Interessierte die Möglichkeit Erfahrungsberichte und Bilder von Kai Markus Xiong zu sehen. Außerdem ist die Reise von Kai Markus auf seinem Facebook, Instagram und Twitter-Kanal nachzuvollziehen.