Extremistische Bestrebungen von Anhängern des iranischen Regimes
Das politisch-religiöse System in Iran
Seit dem Sturz des Schah im Jahre 1979 gründet sich die Machtausübung in der "Islamischen Republik Iran" auf eine Form des schiitisch-politischen Islams.
Fotos vom iranischen Rechtsgelehrten Khamenei in der Menschenmenge
(Publikation Internet)
Schiiten sind Anhänger der "Partei Alis" (arab. shi‘at ‘Ali) eine der beiden Hauptrichtungen der Weltreligion Islam. Die Schiiten (ein Oberbegriff für verschiedene Strömungen) bilden mit etwa 15 % zwar nur eine Minderheit innerhalb des Islam, in manchen Ländern, wie Bahrain oder auch dem Irak, stellen sie jedoch die Mehrheit im Land. Im Gegensatz zu den Sunniten erkennen die Schiiten als Nachfolger des Propheten Mohammad nur Ali, seinen Schwiegersohn und Vetter, und die ihm nachfolgenden blutsverwandten Imame als rechtmäßige Nachfolger und einzig legitime Führer der muslimischen Gesellschaft an. Die Anzahl der akzeptierten Imame unterteilt die Schiiten wiederum in verschiedene Untergruppen. Die Mehrheit, insbesondere in Iran, stellen aber die sogenannten "Zwölfer-Schiiten", die nach Ali weitere elf legitime Imame akzeptieren. Nach zwölfer-schiitischem Glauben wird der 874 n. Chr. in die "Verborgenheit" entrückte zwölfte Imam als "Mahdi" eines Tages erscheinen und ein Reich der Gerechtigkeit errichten. Der "Mahdi", wörtlich der "Rechtgeleitete", ist eine Messiasgestalt im Islam, die in anderer Form auch von den Sunniten erwartet wird. In der Zeit der Abwesenheit des Mahdi ist im schiitischen Islam die oberste Geistlichkeit berufen, für die Erhaltung der rechten islamischen Lehre zu sorgen. Dabei vertraten die schiitischen Rechtsgelehrten traditionell jedoch eher quietistische Standpunkte und reklamierten für sich nicht die Herrschaft im Staat. 1979 stellte KHOMEINI mit seiner Staatskonzeption den Anspruch auf Herrschaft des Klerus. KHOMEINIs Ideologie ist im schiitischen Klerus nicht unumstritten, wie beispielsweise die Kritiken Mohsen KADIWARs, Mohammad SCHABESTARIs oder Ayatollah MONTAZERIs am gegenwärtigen Regime zeigen.
Bis heute sind die Revolutionsziele aktuell, wie z.B. die Stabilisierung und der Ausbau der Macht unter Ausschaltung jeder regimefernen Opposition, der Export der islamischen Revolution mit dem Vorsatz, die vom Westen beeinflussten Regierungen islamischer Länder zu stürzen und die gesamte Welt zu islamisieren. Bekanntes Beispiel für Aktionen Irans zur Ausschaltung der Opposition im Ausland ist der Mord an vier Oppositionellen im Berliner Lokal "Mykonos" im September 1992. Die jüngsten brutalen Repressionen gegen Gegner AHMADINEJADs haben erneut gezeigt, wie weit das Regime bereit ist zu gehen, wenn es seine Existenz bedroht sieht.
(Publikation Internet)
Seit den Protesten gegen die vermutete Wahlfälschung zugunsten AHMADINEJADs haben sich tiefe Risse im politischen Establishment aufgetan. Das Ansehen KHAMENEIs wurde durch seine vorbehaltlose Unterstützung AHMADINEJADs stark beschädigt. Zudem sehen manche Beobachter die Gefahr, dass Iran in eine offene Diktatur abgleiten könnte. Auch jetzt schon ist ersichtlich, dass die Pasdaran-Milizen in den vergangenen Jahren immer mehr politischen und wirtschaftlichen Einfluss zum Nachteil des traditionellen Klerus erlangen. Iran könnte sich in den kommenden Jahren daher in jede denkbare Richtung entwickeln und steht gewissermaßen vor dem Scheideweg.
Proiranische Organisationen und Einrichtungen
IZH-Außenansicht
(Publikation Internet)

Mister Wong
Webnews
Yigg
Del.icio.us

