Bewerbung Das Anschreiben

Das Bewerbungsanschreiben ist zentraler Bestandteil Ihrer Bewerbung und soll das Interesse der Personalverantwortlichen wecken. Damit haben Sie die Gelegenheit, für sich zu werben und herauszustellen, warum gerade Sie die ideale Besetzung für die Stelle sind. In diesem Artikel finden Sie Tipps für ein gelungenes Anschreiben sowie Musteranschreiben zum Download.

Bewerbungsanschreiben

 

Der erste Eindruck zählt

Das Anschreiben ist das Aushängeschild Ihrer Bewerbung. Während Sie im Lebenslauf mit Ihren beruflichen Qualifikationen überzeugen, rühren Sie im Anschreiben mit der Werbetrommel. Das bedeutet im Klartext, dass Sie hier nicht Ihren Werdegang ausformulieren oder lieblos Ihre Fähigkeiten aufzählen sollen – all das entnehmen Personaler/innen Ihrem Lebenslauf. Es geht vielmehr darum, überzeugend, selbstbewusst und mit individueller Note darzulegen, weshalb gerade Sie der oder die Beste für den Job sind.

Stichwort "individuell": Vermeiden Sie dringend Standardformulierungen wie "Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als..." oder "Zu meinen Stärken zählen Teamfähigkeit und...". Grundsätzlich ist daran nichts falsch, doch auffallen und aus der Masse herausstechen werden Sie damit bestimmt nicht. Solche Floskeln fließen schon seit Menschengedenken durch die Personalabteilungen und sind allenfalls unpersönlich, ideenlos und steif.

Machen Sie auf sich aufmerksam

Der erste Satz Ihres Anschreibens ist also eines der wichtigsten Aushängeschilder Ihrer gesamten Bewerbung, denn mit ihm steht oder fällt das Interesse der Leser/innen. Es lohnt sich folglich, gerade hier Mühe zu investieren. Eröffnen Sie vielmehr mit einer persönlichen Anekdote, mit einem geistreichen Bezug zum Unternehmen (das zeigt zugleich, dass Sie sich im Vorfeld mit dem Betrieb auseinandergesetzt haben) oder verweisen Sie auf eventuelle vorherige Telefonate mit Ihren Ansprechpartner/innen. Dabei gilt natürlich stets, einen angemessenen und professionellen Rahmen zu wahren.

  • "Sehr geehrte Frau Mustermann,
    in einer Zeit, in der Telefonbücher bestenfalls noch als Briefbeschwerer dienen und Mund-zu-Mund-Propaganda via Facebook und Twitter kursiert, ist die schnelle Auffindbarkeit im World Wide Web unerlässlich geworden. Und genau an dieser Stelle möchte ich Sie und Ihr Team mit meiner Erfahrung im Onlinemarketing unterstützen."
  • "Sehr geehrter Herr Mustermann,
    neuesten Medienberichten zufolge beabsichtigen Sie, Ihr geschäftliches Wirken auf den südamerikanischen Markt zu expandieren und dort neue Vertriebs- und Fertigungsstandorte zu errichten. Welch Glück für Sie, dass ich Spanischmuttersprachlerin mit einem abgeschlossenen Studium als Wirtschaftsingenieurin und vierjähriger Berufserfahrung bin. Die lange Suche nach der idealen Besetzung für die ausgeschrieben Stelle hat also endlich ein Ende!"

Es geht in der Einleitung nicht darum, Ihre Fähigkeiten und Berufserfahrung in einen Satz zu quetschen, um damit möglichst zu Beginn Eindruck zu schinden. All das können Sie im Lebenslauf elaborieren. Vermeiden Sie auch langweilige Aufzählungen, wo und wann Sie das Stellenausschreiben gesehen haben – das sollte bereits aus dem Betreff Ihres Anschreibens ersichtlich werden. Treten Sie ruhig mit einer guten Portion Selbstbewusstsein auf.

Die Struktur zählt

Ein wichtiges Element, das Sie in keiner Bewerbung vernachlässigen sollten, ist die Struktur. Ein gelungenes Anschreiben beginnt mit einer Kopfzeile, die Name und Anschrift des Unternehmens sowie – falls Ihnen bekannt – den Namen der Ansprechperson enthält. Mit etwas Abstand darunter gehören Ihr Name sowie Ihre aktuelle Anschrift. Anschließend tragen Sie noch Ort und Datum rechtsbündig ein.

Bevor es mit dem eigentlichen Anschreiben losgeht, sollten Sie noch etwas Platz für einen Betreff lassen. Darin können Sie eintragen, auf welche Position Sie sich bewerben (wenn das Unternehmen mehrere Stellen ausgeschrieben hat) und wo Sie auf das Inserat (mit Datum) aufmerksam geworden sind. Gibt es eine Referenznummer, unbedingt angeben!

Das Anschreiben selbst besteht aus Ihrer hochgelungenen Einleitung sowie Hauptteil und Schluss Ihrer Motivationsdarlegung. Versuchen Sie dabei, das Limit von einer Seite nicht zu überschreiten. Je nach Berufserfahrung oder Position können es auch zwei Seiten werden, aber mehr sollte nicht sein. Zieht man Kopfzeile, Betreff, Schlussformulierung und einen 1,5-zeiligen Zeilenabstand in Betracht, bleibt wahrlich nicht viel Platz für ein elaboriertes Anschreiben – und genau darin liegt die Kunst. 

Grundregeln für ein gelungenes Anschreiben

Auch wenn vieles als selbstverständlich erscheinen mag: Es gibt ein paar Grundregeln, die Sie unbedingt beherzigen sollten:

  • Vermeiden Sie Rechtschreib- und Grammatikfehler. Lassen Sie jemanden Ihre Bewerbung gegenlesen.
  • Verfassen Sie Ihr Anschreiben stets individuell! Die Massenproduktion unpersönlicher Passepartout-Bewerbungen erspart Ihnen zunächst vielleicht Aufwand, doch stehen Ihre Chancen auf Erfolg damit ziemlich schlecht. Erst das maßgeschneiderte Bewerbungsschreiben mit individuellen Bezügen zum Unternehmen oder zur ausgeschriebenen Stelle hat Aussagekraft.
  • Schreiben Sie aktiv in prägnanten Hauptsätzen und vermeiden Sie den Nominalstil sowie Schachtelsätze – das ist wesentlich dynamischer.
  • Machen Sie Ihre Motivation und Ihre Ziele deutlich, weshalb Sie sich auf die Stelle bewerben und warum Sie die geeignetste Besetzung dafür sind.
  • Verwenden Sie idealerweise hochwertiges, dickes Papier ohne Knicke, Schmieren oder Flecken.
  • Achten Sie auf ein einheitliches Format: Zeilenabstand (1,5-zeilig empfiehlt sich), Absatz, Einzüge, Schriftgröße und Schriftart.
  • Stellen Sie Ihre sozialen Kompetenzen heraus, vermeiden Sie dabei allerdings "Ich-"Formulierungen wie "Ich bin Teamfähig, belastbar und motiviert". Bringen Sie Ihre Stärken lieber geschickter und eleganter unter, beispielsweise indem Sie auf erfolgreiche Projekte aus der Vergangenheit hinweisen oder auf Probleme, die Sie in der Lage waren zu lösen. Viel von sich behaupten kann schließlich jeder.
  • Zeigen Sie Selbstbewusstsein. Streichen Sie Formulierungen wie "Ich würde mich über eine Rückmeldung Ihrerseits freuen", sondern sagen Sie es aktiv: "Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung". Noch überzeugender kann es werden, wenn Sie Initiative zeigen. Schlagen Sie den Personaler/innen beispielsweise einen Telefontermin vor, an dem Sie sich Rückmeldung einholen und für offene Fragen zur Verfügung stehen.