Bewerbung Muster und Tipps für den optimalen Lebenslauf

Eines vorweg: Eine Patentlösung für den perfekten Lebenslauf gibt es nicht. Je nach Branche und Arbeitgeber können die Anforderungen an ein aussagekräftiges Curriculum Vitae völlig verschieden sein. Ein strukturierter und übersichtlicher Aufbau empfiehlt sich jedoch in jedem Fall. Im Folgenden haben wir wertvolle Tipps für einen aussagekräftigen Lebenslauf für Sie zusammengefasst sowie diverse Musterlebensläufe für Sie zum Download bereitgestellt.

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Lebenslauf Muster



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Die Struktur

Das Wichtigste an einem Lebenslauf ist zunächst die Struktur. Mittlerweile ist der tabellarische Lebenslauf in den meisten Bereichen Standard. Ob Sie Ihre Angaben dabei chronologisch sortieren, oder nach amerikanischem Vorbild von den aktuellsten Stationen in Ihrem Lebenslauf absteigend, bleibt Ihnen überlassen. Empfehlenswert ist jedoch immer eine thematische und visuelle Unterteilung, um die Lesbarkeit und Übersicht Ihrer Bewerbung zu optimieren.

Im klassischen Modell folgen nach den persönlichen Angaben Ihre schulische Laufbahn, Ausbildung und/oder Studium sowie Ihre bisherige Berufserfahrung. Diese Variante eignet sich besonders für Schüler, Studenten und Absolventen, die in der Regel erst wenig Berufserfahrung vorweisen können. Im amerikanischen Modell hingegen steht Ihre berufliche Laufbahn sowie aktuelle Position an erster Stelle, die Sortierung erfolgt chronologisch rückwärts. Diese Variante eignet sich somit besser für Berufserfahrene, da hier Ihr berufliches Know-how sofort hervorsticht. Das ermöglicht dem Arbeitgeber eine schnelle und gute Übersicht über Ihre Qualifikationen.

Was gehört rein?

Bei der Frage danach, was überhaupt in den Lebenslauf reingehört, geschehen oftmals die größten Faux-Pas. Während Sie im Bewerbungsanschreiben die Werbetrommel für sich rühren, überzeugen Sie im Lebenslauf mit Ihren beruflichen Qualifikationen. Beginnen Sie stets mit den formellen Angaben zu Ihrer Person; anschließend stellen Sie Ihre Berufserfahrung, Ihre Kompetenzen, Ihre Karrierestationen sowie Ausbildung, Schlüsselqualifikationen und Fortbildungen kurz, verständlich und faktisch dar. Achten Sie allerdings darauf, dass Ihr Lebenslauf nicht länger als zwei, höchstens drei Seiten ist – je nachdem, wie viele relevante Karrierestationen Sie durchlaufen haben.  

1. Formelles/Angaben zur Person

  • Name, Geburtstag und Geburtsort, Anschrift, Familienstand, Kontakt (Telefon/Mobil/E-Mail).
  • Ihre Konfession müssen Sie nur angeben, wenn diese explizit erfordert wird oder für den Arbeitgeber relevant ist (zum Beispiel bei kirchlichen Trägern).
  • Geben Sie nur seriöse E-Mail-Adressen an, zum Beispiel: Vorname.Nachname@Provider.de. Richten Sie zur Not einen neuen Mailaccount für diese Zwecke ein.
  • Ihre persönlichen Angaben können Sie wahlweise auch in einer Kopfzeile anlegen.

2. Inhalt

  • Lückenlose Auflistung Ihrer bisherigen Karrierestationen:
    • vollständiger, rechtlicher Name der Firma sowie ungefähre Größe des Unternehmens.
    • bei welchen Unternehmen waren Sie tätig, was waren Ihre dortigen Positionen, für welche Aufgabenbereiche waren Sie zuständig, welche Erfolge konnten Sie verzeichnen?
      Beispiel:
      Onlineredakteur/in bei Musteragentur GmbH & Co. KG, Niederlassung Musterstadt (ca. 40 Mitarbeiter/innen) – Content Management im Bereich ABC, Search Engine Optimisation und Search Engine Marketing, Datenanalyse mit den Tools WX und YZ [...]
  • Praktika.
  • Ausbildung (schulische, berufliche, universitäre).
  • Wehr- oder Zivildienst, Freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr, Bundesfreiwilligendienst und Ähnliches.
  • Besondere Qualifikationen: Fort- und Weiterbildungen, Workshops, (berufsrelevante) Kenntnisse und Fähigkeiten, Sprachen.

3. Schluss

  • Ort, Datum, Unterschrift (auch bei Onlinebewerbungen, wenn diese als PDF verschickt werden!).

Kenntnisse und Sprachen

Am Ende des Lebenslaufes stehen Ihre besonderen Fertigkeiten, Qualifikationen und Sprachkenntnisse. Vermeiden Sie für diesen Themenblock nichts-sagende Überschriften wie "Sonstiges" und wählen Sie stattdessen konkretere Formulierungen, zum Beispiel "Kenntnisse und Fähigkeiten". Das betont einen selbstbewussten Umgang mit Ihren Zusatzqualifikationen. Dabei gilt jedoch stets: Qualität statt Quantität! Überlegen Sie sich gut, welche Kenntnisse für den Job und für den Arbeitgeber wirklich relevant sind und beschränken Sie sich hierauf. Kenntnisse in MS Office, die Sie vor zehn Jahren an der Volkshochschule erworben haben, sind mittlerweile nicht nur veraltet, sondern nahezu überall Standard.

Was Ihr sprachliches Profil anbelangt gibt es eine Reihe von Standardformulierungen, die das Sprachniveau beschreiben:

  • Grundkenntnisse
    Sie verfügen über grundlegendes Vokabular und können sich verständlich machen.
  • Gute Kenntnisse
    Sie können an Alltagsgesprächen relativ sicher teilnehmen.
  • Fließend
    Sie können an Gesprächen auf hohem sprachlichen Niveau teilnehmen; komplexe Themen sowie Texte in Büchern und Zeitungen verstehen Sie mühelos.
  • Verhandlungssicher
    Sie beherrschen eine Sprache fließend und verfügen über entsprechendes Fachvokabular, um Vertragsverhandlungen führen zu können. Sie können zudem sprachliche Nuancen deuten.
  • Muttersprache
    Unter Muttersprache geben Sie ausschließlich die Sprache(n) an, mit denen Sie auch tatsächlich aufgewachsen sind.

Hobbys und Ehrenamtliches

Die Angabe von Hobbys empfiehlt sich eigentlich nur dann, wenn sie für die ausgeschriebene Stelle einen Mehrwert haben. Bewerben Sie sich beispielsweise bei einem Verlag und lesen in Ihrer Freizeit viel relevante Literatur, können Sie das in Ihrem Lebenslauf anführen. Achten Sie jedoch auf die Feinheiten: Handelt es sich um einen Verlag für wissenschaftliche Publikationen, ist eine Interessenbekundung an schwedischen Kriminalromanen überdenkenswert.

Frönen Sie hingegen einem risikoreichen Hobby wie Freeclimbing oder Fallschrimspringen, kommt das nicht immer gut an. Das Unfallrisiko ist hoch, und somit auch die Gefahr, dass Sie für längere Zeit ausfallen könnten. Für bestimmte Berufsgruppen wie Controller/in, Sicherheitskraft oder Finanzbuchhalter/in trifft dies erst recht zu: Personaler könnten Ihre Risikofreude in solchen Fällen als ungeeignet für die angestrebte Stelle bewerten.

Anlage: Zeugnisse, Bescheinigungen und Co

Wenn Sie gerade von der Uni oder aus der Ausbildung kommen, fügen Sie Ihrer Bewerbung eine beglaubigte Kopie oder PDF Ihres letzten Zeugnisses bei. Bei abgeschlossenem Bachelor- und Masterstudium reicht also beispielsweise das Masterzeugnis. Auch das Arbeitszeugnis Ihres letzten Arbeitgebers gehört durchaus in Ihre Bewerbung hinein.

Zertifikate über zusätzliche Fertigkeiten, Schlüsselqualifikationen oder erfolgreich absolvierte Workshops können Sie auch gerne beifügen, wenn diese denn wertvoll und für die Stelle relevant sind. Hier gilt jedoch auch: Qualität statt Quantität. Ein größtmögliches Sortiment an unterschiedlichen Urkunden, die mit der eigentlichen Stelle überhaupt nichts zu tun haben, macht bei keinem einen guten Eindruck.

Tipps und No-Gos in Ihrer Bewerbung

Zum Schluss sollten Sie noch folgende Tipps bei der Ausarbeitung Ihres Lebenslaufes beherzigen. Oftmals machen die Details den alles entscheidenden Unterschied:

  • Achten Sie auf eine korrekte Rechtschreibung – lassen Sie Ihre Bewerbung eventuell gegenlesen.
  • Einheitlich Formatieren: Überschriften, Schriftgröße, Einzüge, Abstände.
  • Zeitangabe mit Monat/Jahr reicht in der Regel aus, zum Beispiel:
    05.2013 - 07.2014
  • Vermeiden Sie Lücken im Lebenslauf. Sollten welche vorhanden sein, begründen Sie diese plausibel – seien Sie dabei jedoch stets ehrlich!
  • Wenn Sie zu einem Zeitpunkt arbeitslos waren, gehört auch das in Ihren Lebenslauf hinein. Formulieren Sie es jedoch lieber als „aktive Stellensuche“ oder Ähnliches – das klingt weniger passiv. Führen Sie auch an, was Sie während dieser Zeit gemacht haben, um wieder Arbeit zu finden.
  • Schweifen Sie nicht ab, stellen Sie Ihre Karrierestationen jedoch auch nicht zu oberflächlich dar.
  • Ihre Angaben sollten und müssen der Wahrheit entsprechen. Dichten Sie also keine Kenntnisse, Qualifikationen oder Ähnliches hinzu, wenn Sie diese nicht aufweisen können.
  • Prüfen Sie auch, wie es um Ihren Online-Auftritt bestellt ist. Sind Ihre Angaben in Karriere-Netzwerken wie XingMonster oder LinkedIn auf dem neuesten Stand? Sind die Bilder der letzten Kneipentour auf Facebook öffentlich einzusehen? Was finden Sie, wenn Sie sich selbst googlen? Es ist ratsam, im Netz hinter sich aufzuräumen, denn viele Personaler/innen bemühen die Suchmaschinen nach Ihrem Namen.
  • Verzichten Sie auf Bezeichnungen wie Curriculum Vitae oder CV – das wirkt aufgesetzt. Bleiben Sie stattdessen ganz schlicht bei Lebenslauf

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