Justizbehörde

Justizvollzug Gefangener nach Urteilsverkündung bei Gericht geflüchtet

Gefangener nach Urteilsverkündung bei Gericht geflüchtet

Einem 19-jährigen Untersuchungsgefangenen der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand ist es am 14. Oktober 2015 gegen 17:00 Uhr vor dem Amtsgericht Harburg gelungen, den ihn begleitenden Vollzugsbeamten zu entkommen. Unmittelbar zuvor war Sid A. N. dort zu zwei Jahren Jugendstrafe ohne Bewährung wegen Diebstahl, Körperverletzung und Computervergehen verurteilt worden. In das Urteil flossen zwei frühere Verurteilungen ein, die zur Bewährung ausgesetzt worden waren.

Der Gefangene befand sich seit dem 14. September 2015 in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand. Am 14. Oktober 2015 fand am Amtsgericht Harburg seine Hauptverhandlung statt. Nach der Urteilsverkündung sollte der Gefangene wieder zurück nach Hahnöfersand gebracht werden. Auf dem Weg vom Verhandlungsgebäude zum Gebäude mit dem Aufenthaltsbereich wurde er vorschriftsgemäß von einem Bediensteten in Handfessel genommen und von einem weiteren Bediensteten gesichert. Dennoch konnte sich Sid A. N. durch eine plötzliche Bewegung aus der gesicherten Handfessel befreien und fliehen. Den Bediensteten gelang es nicht, ihn wieder festzunehmen, auch die Suche der sofort zur Unterstützung herbeigerufenen Polizei blieb erfolglos. Die Fahndung wurde umgehend eingeleitet. Die genauen Umstände des Hergangs werden noch geprüft. Nach derzeitigen Erkenntnissen gibt es für ein Fehlverhalten der Bediensteten keinen Anhaltspunkt.

Justizsenator Dr. Till Steffen sagt dazu: „Es ist ausgesprochen ärgerlich, dass dem Gefangenen die Flucht während der Vorführung gelang. Dies nehmen wir zum Anlass, sämtliche Sicherungsmaßnahmen bei Vorführungen zu Gerichtsterminen auf den Prüfstand zu stellen. Dazu gehört, ob Schulungsmaßnahmen intensiviert oder angepasst werden müssen, die Handfessel den Anforderungen entspricht und es Verbesserungsmöglichkeiten an den Stadtteilgerichten selbst gibt.“