Justizbehörde

Hinsehen! Lange Nacht der Menschenrechtsfilme in Hamburg

Preisgekrönte Menschenrechtsfilme werden im Abaton-Kino gezeigt

Ausgewählte Preisträger des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises kommen nach Hamburg. Gemeinsam mit zahlreichen Akteuren veranstaltet der Hamburgische Anwaltsverein e.V. die Lange Nacht der Menschenrechtsfilme im Abaton-Kino. Die Justizbehörde der Stadt Hamburg unterstützt diese Veranstaltung. Der Eintritt ist frei.

Lange Nacht der Menschenrechtsfilme Hamburg - FHH

vergrößern Text (Bild: Justizbehörde) Dr. Till Steffen; Justizsenator: „Mit der Veranstaltung ‚Lange Nacht der Menschenrechtsfilme‘ wird dem ebenso wichtigen und sensiblen Thema Menschenrechte für zwei Abende eine große Bühne geboten. Es ist ein Thema, das jeden von uns angeht, weil es jeden von uns betrifft und treffen kann – und zwar ganz unabhängig von unserem Wohnort. In einer so vernetzten Welt, in der wir heute leben, können und dürfen wir die Augen nicht verschließen vor Verletzungen der Menschenrechte. Meine Unterstützung und mein Dank gilt deswegen nicht nur den Filmemachern und den Preisträgern des Deutschen Menschenrechtsfilmpreises – die nicht nur hinschauen, sondern durch ihre Filme maßgeblich dazu beitragen, dass Verletzungen gezeigt werden – sondern ebenso den Veranstaltern der ‚Langen Nacht der Menschenrechtsfilme‘: Amnesty International, der Bahá’í -Gemeinde Hamburg, dem Hamburgischen Anwaltverein, Peace Brigades International und SEGEMI, Verein für Seelische Gesundheit, Migration und Flucht.“

Ines Hilpert-Kruck; Hamburgischer Anwaltverein: „Die mit dem Deutschen Menschenrechtsfilmpreis prämierten Filme zum Thema Menschenrechte sollen einem großen Publikum zugänglich gemacht werden. Die Veranstalter der Langen Nacht der Menschenrechtsfilme in Hamburg eint die Überzeugung der großen Bedeutung einer steten Sensibilisierung für das Thema Menschenrechte, für die Not der Menschen, deren Rechte in Gefahr sind und für die Spuren, die die Verletzung von Menschenrechten im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaften der Welt hinterlassen.“

Gezeigt werden am Donnerstag, 14. September 2017, und am Freitag, 15. September 2017, im Abaton-Kino folgende preisgekrönte Menschenrechts-Filme:

Donnerstag, 14. September 2017, Einlass 18.30 Uhr; Beginn: 19 Uhr

  • Kategorie Bildung: „Durch den Vorhang“ von Arkadij Khaet (27 min) – Filmemacher ist vor Ort
    Inhalt: Unbeschwert macht Tom sich mit seiner Klasse auf die Reise nach Israel. Weder sein Lehrer noch die Aussicht auf einen engen Tagesplan verderben ihm die Stimmung. Als er wenige Stunden nach seiner Ankunft verletzt im Krankenhaus liegt, ist Tom seine gute Laune vergangen. Wie ist er hierhergekommen? Er lässt die letzten Stunden noch einmal Revue passieren und seine Wut auf das fremde Land wächst, bis seine Bettnachbarin durch den Vorhang, der die beiden trennt, zu erzählen beginnt.
  • Kategorie Magazinbeitrag: „Künstler gegen das Verbrechen“ (6:50 min) von Alexander Bühler und Jens-Uwe Korsowsky – Alexander Bühler ist vor Ort
    Inhalt: An den 43 seit 2014 verschwundenen Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa kommt man im mexikanischen Alltag nicht mehr vorbei. 43 ist eine Chiffre für das ungesühnte Verbrechen in Mexiko geworden, für die Verstrickungen des Staates mit der Drogenmafia. Künstler und die Eltern der Studenten sind die moralische Instanz einer neuen zivilgesellschaftlichen Bewegung geworden. Musiker wie der Rapper Lengualerta machen in ihren Songs auf das unaufgeklärte Verbrechen aufmerksam und wollen nicht nur die Erinnerung an die 43 jungen Männer wachhalten, sondern auch den Protest organisieren.
  • Kategorie Amateure: „Morgenland“ von Sonja Elena Schroeder, Luise Rist, Hans Kaul und Thomas Kirchberg (34:30 min) -  anwesend sind Sonja Elena Schroeder und Thomas Kirchberg sowie die Darsteller Abdiwahad Mohammed Abdi und Wasiullah Salarzai
    Inhalt: Jugendliche Geflüchtete aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan, Eritrea und Somalia stehen gemeinsam mit Göttinger Jugendlichen, deren Eltern vor 16 Jahren aus dem Kosovo geflüchtet sind, vor der Kamera. In dem verspielten, surrealen und gleichzeitig abgrundtief realistischen Film inszenieren sie sich selbst an Lieblings- und Sehnsuchtsorten sowie in ihren Traumberufen.  

Freitag, 15. September 2017, Einlass 18.30 Uhr; Beginn 19 Uhr

  • Kategorie Langfilm: „cahier africain“ von Heidi Specogna (119 min)
    Inhalt: 300 Mädchen und Frauen aus der Zentralafrikanischen Republik haben in einem Schulheft dokumentiert, wie sie im Jahr 2002 im Zuge von Kriegshandlungen von kongolesischen Söldnern vergewaltigt und misshandelt wurden. Der Film begleitet über einen Zeitraum von sieben Jahren unter anderem eine Muslimin, die als Folge einer Vergewaltigung eine Tochter zur Welt gebracht hat. Er zeigt auch die Geschichte einer Christin, die mit den Folgen einer schweren Schussverletzung zu kämpfen hat. Während die Frauen versuchen, mit Zuversicht ihren Alltag zu meistern, bricht ein neuer Bürgerkrieg aus und reißt das Land wieder in einen Strudel von Gewalt und Vertreibung. 

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis zeichnet herausragende Film- und Fernsehproduktionen aus, die Geschichte, Wirkungen und Bedeutung der Allgemeinen Menschenrechte thematisieren. Der Preis wird im zweijährigen Rhythmus verliehen. Die Bedeutung des Filmwettbewerbs ist in den vergangenen zehn Jahren gewachsen. 2016 hat das Europäische Parlament unter seinem damaligen Präsidenten Martin Schulz die Schirmherrschaft über die 10. Wettbewerbsrunde übernommen und damit das jahrlange Bemühen des Veranstalterkreises um Sensibilisierung, Aufklärung und Bildungsangebote zum Thema Menschenrechte besonders gewürdigt.

Filmausschnitte sind auf der Internetseite Deutscher Menschenrechts-Filmpreis zu finden.

Plakate weisen in der Stadt auf die Veranstaltung hin.

Wer an der Veranstaltung teilnehmen möchte, kann sich unter info@hav.de oder direkt im Abaton-Kino anmelden.

Die Veranstaltung wird von der Justizbehörde Hamburg unterstützt. In Hamburg wird die Lange Nacht der Menschenrechtsfilme von folgenden Institutionen gemeinsam veranstaltet:

Hamburgischer Anwaltverein e.V.

Der Hamburgische Anwaltverein ist der freiwillige Zusammenschluss von rund 3.500 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten in Hamburg. Zu den Aufgaben des Hamburgischen Anwaltvereins gehört die Wahrnehmung der beruflichen und wirtschaftlichen Interessen der Anwälte. Er setzt sich ein für eine Stärkung der Anwaltschaft. Der Hamburgische Anwaltverein leistet so einen wichtigen Beitrag zur Wahrung der verfassungsmäßigen Rechtsordnung und somit auch für den Schutz der Grund- und Menschenrechte.

Amnesty International

Amnesty International ist eine weltweit aktive Menschenrechtsbewegung mit etwa sieben Millionen Unterstützern in über 150 Ländern. Die 1961 gegründete Organisation arbeitet auf Basis der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und ist von Regierungen, Parteien, Ideologien, Wirtschaftsinteressen und Religionen unabhängig. Schwerpunkte sind u.a. der Einsatz gegen Todesstrafe und Folter, für bedrohte Menschenrechtsaktivisten und politische Gefangene. Dafür erhielt Amnesty International 1977 den Friedensnobelpreis.

peace brigades international

peace brigades international (pbi) ist eine von den Vereinten Nationen anerkannte internationale Menschenrechtsorganisation. Auf ausdrückliche Anfrage von Menschenrechtsverteidiger_innen, die von politisch motivierter Gewalt bedroht sind, organisiert pbi eine schützende Präsenz mithilfe internationaler Freiwilligenteams. Durch ein weltweites Alarmnetzwerk mit Kontakten zur Politik, Diplomatie und Zivilgesellschaft werden Handlungsräume für eine gewaltfreie Konfliktbearbeitung abgesichert. 

Die Bahá’í Gemeinde Hamburg

Die mit mehreren Millionen Anhängern weltweit verbreitete Religion der Bahá’í ist eine monotheistische Offenbarungsreligion in der Reihe der Hochreligionen. Die Bahá'í setzen sich für Frieden, Toleranz, Bildung und soziale Projekte auf der ganzen Welt ein. (Bahá’í Gemeinde Hamburg)

SEGEMI Seelische Gesundheit • Migration und Flucht e.V.

Der gemeinnützige Verein SEGEMI Seelische Gesundheit • Migration und Flucht e.V. versteht sich als Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Seelischen Gesundheit von Migranten und Flüchtlingen in der Metropolregion Hamburg. Neben der Psychosozialen Beratungs- und Koordinierungsstelle unterstützt SEGEMI eine fachgerechte Versorgung durch Fortbildung und innovative Projekte (zum Beispiel Sprachmittlerpool).

Rückfragen der Medien:

Marion A. Klabunde, Justizbehörde, Pressestelle

Tel. 040 42843 3143, Mobil 0172 4327953, E-Mail pressestelle@justiz.hamburg.de

Ines Hilpert-Kruck für den HAV

Rechtsanwältin

Tel. 040 34993100,  Mobil: 0171 1268700