Justizbehörde

Auszeichnung Hamburger Stiftungspreis verliehen

Die Stiftung Ros freut sich über 10.000 Euro für ihr Projekt zum Erhalt des Ledigenheims in der Rehhoffstraße. Platz 2 geht an die Stiftung Hilfe mit Plan zum Schutz von Mädchen gegen Genitalverstümmelung, Platz 3 an die Stiftung phönikks Familien Leben – mit Krebs.

Stiftungstage - Stiftung Ros - Hamburg - FHH

Bei dem mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Stiftungspreis werden in Hamburg ansässige Stiftungen ausgezeichnet, die sich auf kulturellem, sozialem oder anderem Gebiet um die Belange des Gemeinwohls verdient machen.

Der Hamburger Stiftungspreis wird seit dem Jahr 2006 von der Justizbehörde und der Gesellschaft Harmonie von 1789 e.V. verliehen. Die Gesellschaft Harmonie von 1789 e.V. ist ein Zusammenschluss verantwortungsbewusst denkender Hamburger, die sich in ihrem Handeln der Tradition des Hamburger Bürgertums verpflichtet sehen und dies durch persönliches Engagement für das Gemeinwesen, insbesondere in sozialen und kulturellen Belangen, zum Ausdruck bringen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz sagte anlässlich der Preisverleihung im Rathaus: „In Hamburg gehören Freiheit und Verantwortung zusammen. Stiftungen erfüllen wichtige Aufgaben im Interesse der Allgemeinheit. Sie tun dies in eigener Regie und nach eigenem Ermessen. Insofern sind Stiftungen zugleich Ausdruck und Motor unserer freiheitlichen Bürgergesellschaft.“

Dr. Malte Passarge, Vorstand der Gesellschaft Harmonie 1789 e.V. hob in seinem Grußwort hervor: „Bei den Preisträgern handelt es sich um Bürger, die ihren Anspruch zur Beteiligung am politischen und gesellschaftlichen Leben wahrnehmen und die Verantwortung für ihre Mitmenschen, unsere Umwelt und unsere Gemeinschaft ernst nehmen. Unsere heutige Feier ist neben den Preisträgern allen Hamburger Stiftungen gewidmet. Denn diese Stiftungen sind ein wichtiger Bestandteil einer aktiven Zivilgesellschaft.“

Anlässlich der Preisverleihung hielt auch Birgit Schäfer vom Initiativkreis Hamburger Stiftungen ein Grußwort. Sie sagte: „Wir freuen uns, dass die Verleihung des Stiftungspreises erstmalig zum Auftakt der Hamburger Stiftungstage stattfindet und danken der Justizbehörde für ihre Unterstützung. Alle Hamburger sind herzlich eingeladen, sich bis Freitag über das facettenreiche und vielfältige Wirken von 99 Stiftungen zu informieren und ganz unmittelbar zu erleben, was Hamburger Stiftungen in dieser Stadt bewegen und bewirken.“

Die Jury, die die Preisträger ermittelt, setzte sich in diesem Jahr wie folgt zusammen: Kirsten Boie, Autorin, Dr. Lothar Dittmer, Initiativkreis Hamburger Stiftungen, Dr. Malte Passarge und Martin Sillem, Gesellschaft Harmonie von 1789 e.V. sowie Christiane Garmatter, Justizbehörde und Justizsenator Dr. Till Steffen.

Bisherige erste Preisträger waren die Bergedorf-Bille-Stiftung (2006), die Philip A. Breuel Stiftung (2008), die Stahlberg Stiftung (2010), die Hermann Rauhe Stiftung (2012) und die Kinder-Hospiz Stiftung Sternenbrücke (2014).

Die diesjährigen Preisträger im Überblick:

1. Platz, 10.000 Euro Preisgeld: Stiftung Ros, Ledigenheim in der Rehhoffstraße
Ziel der Stiftung ist die Erhaltung und der Betrieb des letzten Hamburger Ledigenheims (gegründet 1912) in der Rehhoffstraße als Wohnort für über 100 Menschen und als Zentrum für das Stadtteilleben. Aus einer Nachbarschaftsinitiative heraus wurde 2013 eine kleine Stiftung gegründet, die nach einer großen Fundraising- und Werbekampagne das Ledigenheim erwerben konnte. Das Wohnheim ist sehr beliebt – es hat derzeit 112 Plätze und eine fast genauso lange Warteliste. Da die letzte Gebäudesanierung des denkmalgeschützten Gebäudes im Jahr 1970 stattgefunden hat, besteht derzeit allerdings ein erheblicher Sanierungsstau, der nun nach und nach angegangen werden soll

2. Platz,  3.000 Euro Preisgeld: Stiftung Hilfe mit Plan, Projekt: „Change Plus – Mädchen aktiv schützen“
Das Projekt „Change Plus – Mädchen aktiv schützen“ wurde entwickelt und wird europaweit koordiniert von Terre des femmes. Die Stiftung ist für die Umsetzung in Deutschland zuständig. Projektziel ist, Migrantinnen und Migranten in ihren Gemeinden zu stärken, sich gegen weibliche Genitalverstümmelung einzusetzen und zu erreichen, dass Frauen über das Trauma der Genitalverstümmelung („weibliche Beschneidung“) sprechen und junge Mädchen davor bewahrt werden.

3. Platz,  2.000 Euro Preisgeld: Stiftung phönikks Familien leben – mit Krebs, Kindergruppe „Kinder krebskranker Eltern“     
Die Stiftung phönikks begleitet die von der Diagnose Krebs betroffenen Familien während und nach der Erkrankung eines ihrer Angehörigen. Sie versucht, die jungen Menschen in ihren Ängsten und ihrer Ratlosigkeit aufzufangen und zu helfen, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie es mit dem Leben weitergeht. In Einzelgesprächen, Trauergruppen für Kinder und Informationsabenden für Eltern und Kinder entwickelt phönikks gemeinsam mit den Betroffenen Lösungsmöglichkeiten, um belastende Lebensumstände zu verändern und die Lebenssituation zu stabilisieren.

Hamburg ist Stiftungshauptstadt. In keiner anderen Stadt Deutschlands gibt es annähernd so viele Stiftungen wie in der Freien und Hansestadt. Die älteste Stiftung, das Hospital zum Heiligen Geist, wurde im Jahr 1227 errichtet. In Hamburg haben insgesamt 1.401 Stiftungen ihren Sitz mit einem Stiftungsvermögen von etwa 9,5 Milliarden Euro. Hamburg belegt mit der Anzahl der Stiftungen pro 100.000 Einwohner im Bundesländervergleich den 1. Platz. Die Justizbehörde übt die Stiftungsaufsicht aus und erkennt neue Stiftungen an.