Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Kita und Kindertagespflege Fragen und Antworten zur Kindertagesbetreuung

Hamburg bietet Eltern ein breites Betreuungsangebot in mehr als 1.000 Kitas. Eltern können sich auch für die Kindertagespflege bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater entscheiden.

Fragen Kindertagesbetreuung Hamburg

Warum gibt es in Hamburg ein Kita-Gutschein-System?

Das Kita-Gutschein-System sorgt dafür, dass Hamburger Familien eine Kindertagesbetreuung bekommen, die zu ihren Bedürfnissen passt.

Ziel ist es, Kindern die nötigten Betreuungsstunden zu garantieren und sie dabei qualitativ hochwertig zu bilden und zu erziehen.

Eltern erhalten für ihr Kind jeweils einen Kita-Gutschein, den sie in jeder Kita einlösen können, die am Kita-Gutschein-System teilnimmt.  Da die Stadt  Kitas nur für die tatsächlich betreuten Kinder bezahlt, müssen diese mit ihrem Angebot flexibel auf die Anforderungen von Familien reagieren und mit hoher Qualität überzeugen.

Zurzeit beteiligen sich rund 1000 Tageseinrichtungen am Kita-Gutschein-System (Stand 2013).

Kann ich mein Kind auch von einer Tagesmutter oder einen Tagesvater betreuen lassen?

Die Kindertagespflege ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Kindertagesbetreuung in Hamburg.

Die familiäre Atmosphäre von Krippenkindern in kleinen Gruppen macht die Besonderheit der Kindertagespflege aus. Beim Krippenausbau setzt Hamburg deshalb auch auf qualifizierte Kindertagespflege.

Die Familienbehörde treibt den beharrlich verfolgten Entwicklungs- und Qualifizierungsprozess immer weiter voran, damit die Eltern für sich und ihre Kinder passgenaue Angebote finden können.

Das differenzierte Angebot reicht von der klassischen Tagesmutter bzw. dem Tagesvater, die bzw. der ein oder zwei Kinder zu Hause gemeinsam mit ihren bzw. seinen eigenen Kindern betreut, bis hin zur Großtagespflegestelle, die von bis zu vier Tagesmüttern und Tagesvätern mit pädagogischer Berufsausbildung betrieben wird.

Auch die Betreuung des Kindes im Haushalt der Eltern kann in Form der Kindertagespflege durchgeführt und finanziell durch die Stadt gefördert werden.

Fördert die Stadt Hamburg die Kindertagespflege auch finanziell?

Ja. Wenn Eltern eine Kindertagespflege-Bewilligung erhalten haben, beteiligen sie sich mit einem Teilnahmebeitrag, der analog zum Elternbeitrag im Kita-Gutschein-System berechnet wird.

Wie qualifiziert sind Tagesmütter und -väter?

Tagesmütter und -väter werden hinsichtlich ihrer persönlichen, fachlichen und räumlichen Eignung geprüft.

Die Qualität und die Professionalisierung der Kindertagespflege haben in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Beispielsweise liegt der Anteil der Tagesmütter und Tagesväter mit einer pädagogischen Berufsausbildung in Hamburg bereits jetzt bei ca. 30 Prozent.

Hamburgweit gibt es zurzeit ca. 1.350 Tagesmütter und Tagesväter (Stand 2013).

Welchen Anspruch auf Betreuung hat mein Kind?

Jedes Kind hat einen Rechtsanspruch auf eine fünfstündige Betreuung mit Mittagessen pro Tag, wenn es mindestens ein Jahr alt und noch nicht eingeschult ist.

Dieser Anspruch ist unabhängig davon, ob die Eltern berufstätig sind oder nicht.

Wahlweise können Eltern sich auch für eine vier- oder fünfstündige Betreuung ohne Mittagessen entscheiden.  Bei Kindern unter drei Jahren kann die Betreuung im Umfang von bis zu 25 Stunden wöchentlich auf einzelne Betreuungstage verteilt werden.  

Eltern können wählen, ob sie ihr Kind in einer Kita oder von einer Tagesmutter bzw. -vater betreuen lassen möchten. Sie sollten  vor dem Betreuungsbeginn klären, ob die  gewünschte Kita oder die Tagesmutter bzw. der Tagesvater eine Betreuung anbietet, die zu den eigenen Wünschen passt. 

Der Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung gilt selbstverständlich auch für Kinder mit Behinderungen bzw. für Kinder mit drohenden Behinderungen. Für die Betreuung von Kindern mit (drohenden) Behinderungen unter drei Jahren können Kitas eine zusätzliche Ausstattung erhalten, sollte die Betreuung ansonsten gefährdet sein.

Darüber hinaus bieten auch viele (interdisziplinäre) Frühförderstellen entsprechende mobile Leistungen in Kooperation mit verschiedenen Kitas an.

Kinder mit (drohender) Behinderung ab einem Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt können außerdem bei Bedarf heilpädagogische bzw. medizinisch-therapeutische Leistungen in der Kita erhalten. Ca. 210 Kitas in Hamburg bieten diese besondere Förderung an.

Wann kann ich eine längere Betreuungszeit beantragen?

Einen Kita-Gutschein für eine längere Betreuungszeit können Sie beantragen, wenn Sie Ihr Kind nicht selbst betreuen können, weil Sie

  • berufstätig sind, studieren oder eine berufliche Aus- und Weiterbildung durchlaufen,
  • an einer Maßnahme zur Eingliederung in Arbeit teilnehmen oder
  • einen Deutsch-Sprachkurs für Migrantinnen und Migranten oder einen Integrationskurs besuchen.

Die längere Betreuungszeit kann Ihr Kind von der Geburt an bis zum 14. Geburtstag erhalten. Die bedarfsgerechte Betreuung können Sie in einer Kita, in der Kindertagespflege oder auch in einer Kombination von beiden Betreuungsformen in Anspruch nehmen.

Bitte beachten Sie, dass ein Kita-Gutschein bzw. eine Kindertagespflege-Bewilligung nur ausgestellt werden kann, wenn weder Sie noch Ihr Lebenspartner Ihr Kind betreuen können.

Die Betreuungsdauer bemisst sich nach der Zeit, in der keiner der beiden Elternteile das Kind selbst betreuen kann. Dabei werden auch die Fahrzeiten von und zur Arbeit berücksichtigt.

Außerdem können Sie für Ihr Kind einen Kita-Gutschein bzw. eine Kindertagespflege-Bewilligung erhalten, wenn ein dringlicher sozial bedingter oder pädagogischer Bedarf vorliegt und deshalb eine längere Betreuung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege benötigt wird. Hierzu berät Sie die Abteilung Kindertagesbetreuung in dem für Sie zuständigen Bezirksamt.

Welche Betreuungszeiten gibt es?

Eine Betreuung in Kitas ist grundsätzlich an fünf Betreuungstagen pro Kalenderwoche vorgesehen. Die vier-, fünf- und sechsstündigen Krippenleistungen (Kinder unter drei Jahren) können auch im Umfang von 20, 25 bzw. 30 Wochenstunden an weniger Wochentagen in Anspruch genommen werden. Kitas bieten Betreuungszeiten von vier, fünf, sechs, acht, zehn und zwölf Stunden täglich an.

In Kindertagespflege werden grundsätzlich folgende Betreuungszeiten angeboten: Bis zu zehn Wochenstunden, elf bis 20 Wochenstunden, 21 bis 25 Wochenstunden, 26 bis 30 Wochenstunden, 31 bis 40 Wochenstunden sowie  41 Wochenstunden und mehr. Bitte klären Sie vor Betreuungsbeginn, ob die von Ihnen gewünschte Tagesmutter bzw. der Tagesvater die von Ihnen benötigten Betreuungszeiten anbietet.

Eine Übersicht der Leistungsarten finden Sie hier...

Die tägliche Betreuungsdauer behinderter oder von Behinderung bedrohter Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt richtet sich nach dem indivi­duellen Förderbedarf des Kindes und beträgt in der Regel sechs Stunden täglich. Es werden bei Bedarf aber auch Betreuungszeiten von vier, fünf, acht, zehn und zwölf Stunden täglich angeboten.

Für Schulkinder können Sie zwischen der ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen und der Kindertagespflege wählen. Nahezu alle Schulen in Hamburg bieten seit dem 1. August 2013 eine kostenlose Betreuung von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr an.

Die Kindertagespflege können Sie  auch als Ergänzung oder anstelle  der nachmittäglichen Betreuung in der Schule in Anspruch genommen werden.

Wann und wo beantrage ich einen Kita-Gutschein?

Bitte richten Sie Ihren Antrag drei bis sechs Monate vor dem gewünschten Beginn der Betreuung an die Abteilung Kindertagesbetreuung Ihres Bezirksamtes. Fügen Sie bitte Kopien der aktuellen Einkommensnachweise und Belege über Sonderzahlungen (zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld) zur Berechnung des Elternbeitrages bei.

Sofern Sie eine neue Arbeitsstelle antreten, belegen Sie dies bitte durch eine Kopie des Arbeitsvertrages oder eine Bescheinigung Ihres zukünftigen Arbeitgebers, aus der hervorgeht, in welchem Umfang Sie beschäftigt sein werden.

Aus dem Kita-Gutschein bzw. der Kindertagespflege-Bewilligung geht hervor, welche Betreuung bewilligt wird und wie hoch Ihr Elternbeitrag ist. Er gilt normalerweise für ein Jahr. Bitte beantragen Sie rechtzeitig eine Folgebewilligung.

Was muss ich für einen Kita-Platz bezahlen?

Für die Förderung von Kindern in Kitas bzw. in der Kindertagespflege werden Elternbeiträge (Familieneigenanteile) erhoben. Diese decken weniger als ein Fünftel der tatsächlichen Kosten. Der größte Teil der Betriebskosten wird also aus Steuermitteln finanziert. Die Höhe Ihres Elternbeitrages ist abhängig von dem Betreuungsangebot, der Betreuungsdauer, der Familiengröße und Ihrem Einkommen.  Ab dem 1. August 2014 gilt die beitragsfreie Grundbetreuung.

Wenn mehrere Kinder Ihrer Familie betreut werden, reduziert sich der Beitrag des ältesten Kindes. Eltern müssen zudem im Jahr vor der regulären Einschulung ihres Kindes keine Elternbeiträge für eine halbtägige Betreuung zahlen.

Einige wenige Tageseinrichtungen nehmen nicht am Kita-Gutschein-System teil, deshalb können dort keine Kita-Gutscheine eingelöst werden. Da diese Einrichtungen ohne staatliche Zuschüsse arbeiten, müssen die Eltern die Kosten der Betreuung in vollem Umfang selbst tragen.

Besonderheiten gelten auch für Betriebskitas, zum Beispiel in Krankenhäusern, die in der Regel andere Elternbeiträge erheben.

Wie finde ich einen Kita-Platz?

Mit Hilfe des Kita-Infosystems können Sie sich über die Kitas und Vorschulklassen in jedem Stadtteil Hamburgs informieren. Sie wählen die Einrichtung selbst aus, in der Ihr Kind betreut werden soll.

Bei der Tagespflegebörse Ihres Bezirksamtes erhalten Sie Auskünfte zu Tagesmüttern und -vätern. Wenden Sie sich danach bitte an die Kita oder die Tagesmutter bzw. den Tagesvater Ihrer Wahl oder die nächstgelegene Grundschule und informieren sich über das pädagogische Konzept. Bitte beachten Sie, dass Kitas und Tageseltern zu unterschiedlichen Tageszeiten Betreuung anbieten. Diese Zeiten sollten Sie ebenfalls erfragen.

Bei der Entscheidung, welche Kita bzw. welche Tagesmutter bzw. Tagesvater für Ihr Kind geeignet ist, kann Ihnen der Online-Wegweiser Auf dem Weg zur passenden Kindertagesbetreuung helfen. Er beschreibt, was ein gutes Betreuungsangebot leisten muss und schlägt Ihnen Fragen vor, die Sie bei einem ersten Besuch stellen können.

Wenn Sie sich für eine bestimmte Kita entschieden haben, sollten Sie vor Ort klären, ob Ihr Kind zu dem von Ihnen gewünschten Termin aufgenommen werden kann. Dasselbe gilt, wenn Sie eine Tagesmutter oder einen Tagesvater ausgewählt haben.

Die Entscheidung darüber, ob Ihr Kind aufgenommen werden kann, trifft jeweils die Leitung der Tageseinrichtung, die Tagesmutter oder der Tagesvater oder bei Vorschulklassen die Grundschulleitung.

Sollten Sie keinen geeigneten Platz für Ihr Kind finden, helfen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Kindertagesbetreuung Ihres Bezirksamtes weiter.

Kindertagesbetreuung und Beruf

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