Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Fragen und Antworten Mehr Hände für Hamburgs Kitas

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Kindertagesbetreuung in Hamburg und Antworten auf Fragen, die die Initiative "Mehr Hände für Hamburgs Kitas" aufwirft.

Mehr Hände für Hamburgs Kitas - Fragen und Antworten zum Kita-Betreuungsschlüssel in Hamburg

Was will die Initiative?

Die Initiative fordert mehr Personal, um:

  1. noch mehr Ausfallzeiten zu kompensieren,
  2. noch mehr zusätzliche Zeiten für mittelbare Pädagogik zu ermöglichen und
  3. die Fachkraft-Kind-Relation noch weiter zu senken.

Was will die Initiative wirklich?

Im Krippenbereich fordert die Initiative eine Fachkraft-Kind-Relation von 1 zu 4 bis 2026. Im Elementarbereich fordert die Initiative eine Fachkraft-Kind-Relation von 1 zu 10 bis 2028.

Die Initiative will aber ab sofort 25 Prozent mehr Personal für so genannte „mittelbare Pädagogik“ und „Ausfallzeiten“. Dies ist keine Zeit, die für die Betreuung von Kindern zur Verfügung steht.

Gibt’s die Fachkräfte überhaupt?

Um die Forderungen erfüllen zu können, müssen:

  1. bereits 2019 über 3.700 Fachkräfte zusätzlich auf einmal eingestellt werden und
  2. bis 2028 insgesamt über 7.500 Fachkräfte zusätzlich eingestellt werden. 

Die Forderung der Initiative kann nicht umgesetzt werden. Der Arbeitsmarkt ist leergefegt.

Das ist auch der Grund, warum die Kita-Verbände im Frühjahr 2017 darum gebeten haben, eine schrittweise Erhöhung der Fachkraft-Kind-Relation zu ermöglichen. Das machen wir: Ab 2018 werden jährlich 500 Fachkräfte zusätzlich eingestellt.

Was bietet Hamburg für Eltern?

  • Gebührenfreie Kita inklusive Mittagessen für fünf Stunden täglich (einziges Bundesland!),
  • Hervorragende Kitaversorgung, einfache Platzsuche (Betreuungsquote 45 Prozent in Krippe und fast 100 Prozent im Elementarbereich!),
  • Eltern haben freie Wahl bei Kita (flexibles Gutscheinsystem),
  • Rechtsanspruch auf Ganztagsgrundschule (kostenfrei bis 16 Uhr),
  • Sprachförderung in Hunderten von Kitas.

Was bietet Hamburg Kita-Beschäftigten? 

  • Staatlich anerkannte Erzieher/innen erhalten nach dem Tarifvertrag der Arbeitsrechtlichen Vereinigung Hamburg (AVH) aktuell ein Einstiegsgehalt (mit Berufspraktikum) von rund 2.900 Euro bis zu rund 3.700 Euro in der Endstufe.
  • Kleine Kitas erhalten zusätzliche Mittel für ihre Leitung.
  • Kitas dürfen ohne Absenkung der Kostenerstattung vier Wochen im Jahr schließen.
  • Kitas dürfen ohne Absenkung der Kostenerstattung jährlich für zwei Fortbildungstage schließen.
  • Der Kita-Markt wächst und Kita-Träger werben um Fachkräfte: gute Chancen auf gute Arbeitsplätze!
  • Hamburg bietet einen attraktiven Lebensort (guter ÖPNV, kurze Wege, vielfältige kulturelle Angebote  und Events).

Was hat Hamburg schon alles getan? 

  • Wir haben bereits massiv (über 350 Mio. Euro!) in Kinderbetreuung investiert – und investieren weiter. Die Ausgaben sind von 410 Mio. Euro (2011) auf 764 Mio. Euro (2016) gestiegen.
  • Den Betreuungsschlüssel im Krippenbereich haben wir bereits um 10 Prozent verbessert – und verbessern ihn weiter.
  • Wir haben die Sprachförderung verbessert: 330 Kitas erhalten 18 Mio. Euro pro Jahr. Und 270 Kitas bekommen vom Bund zusätzliches Personal.

Was hat Hamburg konkret vor?

  • Wir werden den Krippen-Betreuungsschlüssel verbessern.
  • Ab 2018 können die Kitas jährlich über 500 zusätzliche Fachkräfte einstellen, um 2021 einen Krippen-Betreuungsschlüssel von 1 zu 4 zu erreichen.
  • Wir haben die Ausbildung verkürzt und mehr Ausbildungsplätze geschaffen.
  • Wir machen Werbung, um Auszubildende und Umschüler für den Beruf zu begeistern.

Wie teuer wird die Initiative?

Alle Forderungen der Initiative zusammen (Fachkraft-Kind-Relationen, Ausfallzeiten, Zeiten für mittelbare Pädagogik einschließlich der bisherigen BASFI-Planungen) verursachen Ausgaben in Höhe von fast 350 Mio. Euro für mehr als 7.500 zusätzliche Fachkräfte.

Zieht man davon die Ausgaben für die bereits geplanten Verbesserungen ab, ergeben sich rund 242 Mio. Euro, die allein für die Umsetzung der Ini-Forderungen bereitgestellt werden müssen. Allein 2019 wären über 111 Mio. Euro zusätzlich zu den BASFI-Planungen notwendig, um zusätzlich über 2.600 Fachkräfte einzustellen (die es nicht gibt).

Warum sind die Forderungen der Initiative unrealistisch?

  • Die benötigten Fachkräfte gibt der Arbeitsmarkt nicht her.
  • Bundesweit werden Fachkräfte gesucht (Hamburg steht im Wettbewerb).
  • Ein gesetzlicher Betreuungsschlüssel, den die Kitas wegen fehlender Fachkräfte nicht einhalten können, führt zum Abbau von Betreuungsplätzen und schadet der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das will niemand.

Wir wollen…

… den Krippen-Betreuungsschlüssel auf 1 zu 4 verbessern.

… die Qualität kontinuierlich verbessern.

… die Kita-Gebührenfreiheit beibehalten.

… dass Eltern weiterhin freie Kita-Wahl haben.

… die Kita-Rechtsansprüche weiter garantieren.