Senatskanzlei

Koalitionsvertrag Kultur in Hamburg

Kultur in Hamburg

Hamburgs kulturelles Leben ist einzigartig. Ob Kunsthalle oder Reeperbahn Festival, ob Staatsoper oder Kinderbuchhaus – die Vielfalt der Kultur in Hamburg macht ihren Reichtum aus. Die Hamburgerinnen und Hamburger können täglich aus einem vielfältigen Kulturangebot schöpfen, ebenso lockt es Millionen von Touristinnen und Touristen an und prägt das Bild unserer Stadt. Die Koalition wird die Finanzierung der kulturellen Institutionen auch in Zukunft angemessen ausstatten und die kulturelle Bedeutung Hamburgs international stärken. Die Sanierung der Infrastruktur in den kulturellen Einrichtungen bleibt ein wichtiger kulturpolitischer Schwerpunkt der Koalition, der Sanierungsfonds hat sich hierfür als Instrument bewährt. Ebenso bewährt hat sich die Kulturtaxe, mit ihr wollen wir weiter bei der jährlichen Verteilung der Mittel flexibel reagieren und verstärkt die Kulturszene fördern.

Musikstadt Hamburg im Großen wie im Kleinen

Hamburg kann sich jetzt auf die Fertigstellung eines der besten Konzerthäuser der Welt freuen.

Wir wollen erreichen, dass die Elbphilharmonie zu einem Haus für alle wird und Hamburgs Ruf als Musikstadt international festigt. Hierzu gehört auch die Stärkung der Arbeit von Musikensembles, die inzwischen internationale Strahlkraft entfaltet haben, wie zum Beispiel das Ensemble Resonanz.

Die Musikstadt Hamburg lebt jedoch auch von der Vielfalt ihrer Angebote. Daher wird die Koalition Formate wie das Reeperbahnfestival, Elbjazz und Dockville und die vielfältige Clubszene, zum Beispiel mit dem Projekt Live Concert Account, weiter stärken. Die ganze Vielfalt der Musikstadt Hamburg soll sich auch künftig in dem Internationalen Musikfest Hamburg widerspiegeln.

Hamburgs Traditionshäuser weiter stärken

Die Koalition wird die Bedeutung der Hamburgischen Staatsoper akzentuiert ausbauen. Der neue Opernfundus wird in Rothenburgsort gebaut.

Wir werden dem Deutschen Schauspielhaus und dem Thalia Theater Planungssicherheit geben, die sie für ihre international beachtete Arbeit brauchen.

Daneben gilt es, die gesamte Hamburger Theaterlandschaft, das heißt sowohl die Kinder- und Jugendtheater, als auch die freie Szene und insbesondere die Privattheater finanziell weiter zu stärken. Für letztere muss die zweite Stufe der Evaluation in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.

Stärkung der Museumslandschaft

Der dauerhafte Erhalt aller ehemals staatlichen Museen ist erstmals gesetzlich festgeschrieben.

Das zentrale Skulpturen- und Gemälde-Depot in der Kunsthalle wird saniert.

Das Altonaer Museum erhält einen neuen attraktiven Innenhof und erstmals eine Gastronomie mit Veranstaltungsbereich.

Hamburger Filmlandschaft fördern

Die Vielfalt der Filmlandschaft ist ein unverzichtbarer Teil des Medienstandortes Hamburg. Wir werden die Filmförderung finanziell in der gesamten Legislaturperiode ausstatten wie bisher. Auch dem Filmfest sollen dieselben finanziellen Spielräume wie bisher zur Verfügung stehen.

Mehr Flächen und Räume für Kreative

Um die Arbeitsbedingungen für Kreative zu verbessern, wird die Koalition das Angebot an Atelierflächen weiter ausbauen.

Im Oberhafenquartier und in der Speicherstadt geben wir Künstlerinnen und Künstlern sowie der Kreativwirtschaft eine feste Heimat. Wir werden weitere 11.000 m² für Kreative zur Verfügung stellen. Die Arbeit der Kreativgesellschaft soll gestärkt werden unter anderem durch eine Weiterentwicklung des Konzepts für Zwischennutzungen mit einer proaktiveren Liegenschaftspolitik und dem Ziel, mehr günstige temporäre Flächen für Kreative einerseits und weniger Leerstand andererseits zu erreichen.

Stadtentwicklung durch Kultur

Ob am Veringkanal, im Oberhafen, im Gängeviertel oder am Wiesendamm: Kunstschaffende und Kultureinrichtungen schaffen nachhaltige positive Impulse für die Quartiersentwicklung. Wir suchen dafür den Dialog mit allen Beteiligten vor Ort, um praktikable Lösungen zu finden. Kulturelle Impulse für die Quartierentwicklung sollen auch die Möglichkeit erhalten, Förderung aus der Kulturtaxe zu erlangen.

Allen Menschen die kulturelle Teilhabe ermöglichen

Es gilt auch, die Barrierefreiheit in den Hamburger Kultureinrichtungen weiter auszubauen.

Die Weiterentwicklung von Stadtteilkulturzentren, Bürgerhäusern und Geschichtswerkstätten ist ein wichtiger Baustein der Integrations-, Bildungs- und Sozialpolitik. Im Rahmen dieser soziokulturellen Grundversorgung müssen auch verstärkt benachteiligte Stadtteile und neue Initiativen bedacht werden. Um hier neue Impulse zu setzen, wollen wir die behördenübergreifende Zusammenarbeit ausweiten und mehr Mittel bereitstellen.

Die Hamburger Öffentlichen Bücherhallen wird der Senat weiter modernisieren.

Erfolgreich begonnene Kulturprojekte an den Schulen wird die Koalition verstetigen. Hierzu wird es notwendig sein, die Zusammenarbeit zwischen den Behörden zu stärken. Wir wollen Kultureinrichtungen als außerschulische Partner verstärkt in die Schulentwicklung einbinden. Dafür werden wir die Rahmenvereinbarung „Kultur und Ganztagsschule“ überarbeiten und einen Fonds einrichten, der Kooperationsprojekte ermöglicht.

Bürgerschaftliches Engagement zur Stärkung der Kultur weiter ausbauen

Mit öffentlichen wie privaten Investitionen in die Kunstmeile, die Kunsthalle und die Deichtorhallen stärkt die Koalition Kunst und Kultur in Hamburg. So können mehr international bedeutende Ausstellungen nach Hamburg geholt werden.

Wir werden die Arbeitsbedingungen und Förderinstrumentarien in der Bildenden Kunst in Hamburg überprüfen, um hier zielgerichteter Unterstützung leisten zu können.

Bewahrung und Erforschung des kulturellen Erbes Hamburgs

Mit der Vorbereitung einer Anmeldung des Jüdischen Friedhofs Altona in der Königstraße zum Weltkulturerbe und der Weltkulturerbe-Bewerbung von Chilehaus, Kontorhausviertel und angrenzender Speicherstadt werden wir auch international das kulturelle Erbe unserer Stadt bekannter machen.

Um das kulturelle Erbe besser für die Zukunft zu sichern und zugänglich zu machen, will die Koalition zudem mit dem Digitalen Archiv Nord den Grundstein für ein leistungsfähiges Archivsystem legen.

Wir sehen es als unsere moralische Verpflichtung an, alle Anstrengungen zu unternehmen, die Provenienzforschung in Hamburg zu intensivieren. Die Koalition setzt sich dafür ein, wo nötig, in ihrem Besitz befindliche Kunstgegenstände auf ihre Herkunft zu überprüfen und in der Provenienzforschung eng mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste zusammenzuarbeiten.

Koloniales Erbe

Wir wollen die Aufarbeitung des „kolonialen Erbes“ unserer Stadt mit Engagement vorantreiben. Dabei sind die Perspektiven und das Expertenwissen diesbezüglich relevanter Initiativen unverzichtbar und müssen in den Prozess eingebunden werden.