Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule
– eine Bestandsaufnahme in der Region
Vor bereits gut acht Jahren haben engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Jugendhilfe und Schule erkannt, dass es Sinn macht, zum Wohle der Kinder zusammen zu arbeiten. Denn die Kinder und Jugendlichen bleiben dieselben, ob sie morgens in der Schule sind, nachmittags im Haus der Jugend oder abends bei den Eltern oder allein zu Hause sind. Eine Kooperation auf Augenhöhe zu praktizieren ist nicht einfach – denn die jeweiligen Aufgaben, die sich aus den unterschiedlichen gesetzlichen Grundlagen ergeben, sind verschieden. Das Kindeswohl zu gewährleisten ist und bleibt das primäre Ziel aller Beteiligten.
Kolleginnen und Kollegen aus Jugendhilfe, Schule und REBUS haben in den vergangenen vier Jahren auf verschiedenen Ebenen die Kommunikation verbessert und ein Verständnis für die Aufgaben der/des anderen entwickelt.
I.
Drei Marktplatzveranstaltungen als Kommunikationsbörsen:
Marktplatz 1 am 01.04. 2009:
17 Träger sowie zahlreiche ASD-MitarbeiterInnen haben sich in den Räumen von REBUS Barmbek-Winterhude an Infoständen vorgestellt, Flyer und Broschüren im Gepäck - VertreterInnen der Schulen waren wie mit Einkaufskörben unterwegs und suchten neue Kontakte. 67 TeilnehmerInnen haben die Veranstaltung besucht.
Marktplatz 2 am 25.11. 2009 im HdJ Lattenkamp:
Diesmal stellten sich die Schulen vor – mit Projekten, die bereits am Laufen waren, aber auch mit ihren Wünschen nach weiterer Kooperation; Menschen aus der Jugendhilfe gingen herum und waren auf Kontakttour
Marktplatz 3 am 31. Mai 2011
Er fand in der STS Langenhorn als gemeinsame Fortbildungsveranstaltung statt: die TeilnehmerInnen diskutierten drei Problem-Fälle, eingebracht von GiK (Gewaltprävention im Kindesalter), Schule und REBUS. Gemeinsam überprüft wurde, in welchen Bereichen die Kooperation im Fallbeispiel funktioniert hat – und wo sie verbessert werden sollte.
II.
Unterdessen finden seit gut zwei Jahren – in der Region von REBUS Barmbek-Winterhude - unter dem Titel "Quartalsgespräche" zwischen Schul- und ASD-Abteilungsleitungen sowie REBUS Austausch -Treffen statt. Themen waren u.a. Umgang bei bekannter Kindeswohlgefährdung, die neuen Sozialräumlichen Hilfen und Angebote (SHA-Projekte) sowie die Ausgestaltung der Kooperation Jugendhilfe-Schule.
Ergebnisse dieser Gespräche waren u.a.,
- ASD Abteilungsleitungen sind fallunabhängige AnsprechpartnerInnen für die Schulen
- Der Eingang von Meldungen von Schulen wird regelhaft durch den ASD bestätigt. Liegt die Einverständniserklärung der Eltern vor – bei Verdacht der Kindeswohlgefährdung auch ohne – kann umgehend mit der Zusammenarbeit Schule- ASD begonnen werden.
- Der ASD nimmt die Meldungen aus Schule ernst, kann aber in ihrer Bewertung zu anderen Schlüssen kommen. Denn der ASD ist den Eltern und dem Kind verpflichtet. Deshalb kann es nicht immer zu einer umfangreichen Kooperation kommen.
III.
Daneben tagt inzwischen mehrfach im Jahr im Bezirk ein Arbeitskreis Jugendhilfe-Schule – mit VertreterInnen vom Jugendamt, den Freien Trägern der Jugendhilfe, Schulen und REBUS. Dieser AK dient den Beteiligten vor allem als Informationsbörse; aus ihm gehen aber auch Impulse für die weitere Zusammenarbeit hervor, z.B. die Vorbereitung von „Marktplatz 4“.
IV:
Mehrere Projekte zwischen Schulen und Jugendhilfe laufen inzwischen stabil.
Ein Beispiel: Die STS Barmbek/Standort Fraenkelstraße kooperiert mit verschiedenen Jugendhilfeträgern:
- Zusammen mit dem Jugendhilfeträger HaKiJu wird seit 2009 die zweiwöchige Sommerreise „Barmbek verreist“ organisiert. Ein Ferienprojekt, das nicht nur in der Schule, sondern auch von Kindern und Jugendlichen im ganzen Stadtteil angenommen wird. Rund 40 Kinder und Jugendliche werden von MitarbeiterInnen von HaKiJu und der Stadtteilschule Barmbek betreut. Der Bedarf an Teilnahmeplätze an dieser Sommerreise ist weit höher.
- Mit dem offenen Jugendtreff und dem Jugendberatungszentrum Bodelschwingh besteht ebenfalls eine intensive Kooperation. Neben sozialen Trainingskursen, die gemeinschaftlich organisiert werden, besuchen die Schüler zusammen mit den Lehrern den offenen Jugendtreff um die Angebote kennenzulernen. Kurse und Angebote finden bewertungsfrei statt.
- Räumlich nächster Jugendhilfeträger ist der Bauspielplatz Rübezahl - wichtigster Ansprechpartner im Bereich der Jugendhilfe. Neben wechselseitigen Angeboten findet auch ein intensiver Austausch statt ohne dabei die jeweilige Alleinstellung der beiden Einrichtungen zu missachten.
- Spielen findet in Schule nur am Rande statt. Deswegen kooperiert die Stadtteilschule Barmbek mit Experten auf diesem Gebiet. Die Mobile Spielaktion ist Partner von ganz besonderen Spielaktivitäten im Rahmen des Schulprofilfachs „LebensArt“. Beim Bausteinfestival zum Beispiel dürfen alle Klassen mit den rund 50 000 Bauklötzen in der Schulaula ihrem Spielbetrieb freien Lauf lassen. Auch Spiel- und Sportfeste werden zusammen mit der „Mobilen Spielaktion“ organisiert.
- Weitere Kooperationspartner sind die „Hamburger Sportjugend“ sowie „Voll in Bewegung“
Ausblick:
- Marktplatzveranstaltung 4 ist in Vorbereitung
- weitere Quartals- bzw. Halbjahresgespräche finden statt
- Jugendamt und REBUS bieten für die Grundschulen des Bezirks eine Fortbildung an: Thema „Kindeswohlgefährdung“ - ausgeführt an Grundschulen durch den Kinderschutzkoordinator, ASD und mit REBUS-Unterstützung:
Kontakt:
Rainer Görbing (Abteilungsleiter im ASD Hamburg-Nord Kerngebiet) – Tel. 040 428 04-2803 - rainer.goerbing@hamburg-nord.hamburg.de
Björn Lengwenus (STS Barmbek/Abteilungsleiter Fraenkelstrasse) – Tel. 040 428 86–430 - bjoern.lengwenus@bsb.hamburg.de
Hans Loose (REBUS Barmbek-Winterhude) - Tel. 040 428 63 – 4210 – hans.loose@bsb.hamburg.de

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